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(c) Pester Lloyd / 20 - 2010 OSTEUROPA 20.05.2010
Im Reich des Kaiseradlers
Naturschutz für einen Naturschatz: Tag der Karpaten
Rund 30 Nationalparks und Naturreservate in fünf Ländern in und um die Karpaten werden am kommenden Sonntag, 24. Mai, erstmals gemeinsam einen "Tag der Nationalparks in den
Karpaten" begehen. Man will die Region als eines der letzten wilden Refugien Europas bekannt machen und damit die besonderen Schutzbedürfnisse betonen.
An dem Vorhaben sind Parks und Reservate in
Tschechien, Slowakei, Rumänien, Serbien und der Ukraine beteiligt. Sie wünschen sich eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Bewahrung der Artenvielfalt
in einer der letzten Regionen des alten Kontinents, in denen noch so etwas wie unberührte Natur existiert. Gerade dafür ist es wichtig, die sozio-ökonomische Entwicklung abgestimmt und
wohldosiert voranzubringen, Stichwort: sanfter Öko-Tourismus.
Alina Alexa, Sprecherin des an der Organisation beteiligten World Wildlife Fund WWF, sagt zu dem
Event, dass "alle teilnehmenden Parks etwas spektakuläres und einzigartiges zu bieten haben, einen echten Schatz." Eingeladen sind Fotografen und Wissenschaftler,
aber auch einfach Liebhaber von Natur und Bergen. Im Zentrum der Veranstaltungen stehen der Tatra Nationalpark in der Slowakei, die Naturparks Apuseni und Bucegi, der
Nationalpark Piatra Craiului in Rumänien wie auch das Djerdap-Reservat in Serbien. In der Slowakei nehmen allein 17 Parks teil. Angeboten werden u.a. geführte Touren zu bestimmten
Themenschwerpunkten, Lehrpfade für Schulkinder und Reinigungsaktionen.
Unglaubliche Artenvielfalt...
Die Karpathen beherbergen den
größten "Urwald" Europas, Regionen, in denen sich der Wald seit Jahrtausenden vom Menschen unbeeinflusst entwickelt und regeneriert. Ein Drittel aller
Pflanzenarten Europas (fast 4.000 Arten) sind hier beheimatet, 481 von ihnen gelten als stark gefährdet. Bei den Tieren sind vor allem der
europäische Bison (Wisent), die Tatra-Gämse oder der Östliche Kaiseradler solche Kostbarkeiten, außerdem leben in den Karpaten noch rund 8.000 Branbären, 4.000
Wölfe und ca. 3.000 Luchse. Von enormer Wichtigkeit ist die Region auch für den Wasserhaushalt der sie umgebenden Länder. In den Karpaten fällt doppelt so viel
Niederschlag wie in den angrenzenden Arealen, mehr als 80% der rumänischen und rund 40% der ukrainischen Wasserversorgung hängen von den Karpaten ab.
... und vielfältige Gefährdung
Doch Artenvielfalt und Geschlossenheit des Natur- und
Landwschaftssystems Karpaten erfährt durch die politischen und damit einhergehenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen in Europa eine besondere
Gefährdung. Fragmentierung durch den Ausbau von Infrastruktur, die Umwidmung von Land, die Überbeanspruchung durch Besiedlung, die unkontrollierte Ausbeutung der Ressourcen,
Flussregulierungen setzen der Region mehr und mehr zu. Eingedämmt werden kann dies nur durch grenzüberschreitende Kooperationen und eine Einsicht
in den gemeinsamen Nutzen einer Erhaltung dieses Gebietes. Einige Schritte wurden mit der Schutzkonvention von 2003 bzw. 2006 bereits unternommen, viele weitere sind jedoch notwendig.
Die Veranstaltung am Wochenende will daher unter anderem erläutern, welchen langfristigen Nutzen die Menschen aus dem Schutz der Natur der Karpaten ziehen:
frische, saubere Luft, gesundes Wasser, Erholung in und Entdeckung der Natur.
Organisiert wird die Veranstaltung vom Karpaten-Netzwerk
der geschützten Gebiete. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite: www.carpathianparks.org
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