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Ildikó Lendvai: Parteifunktionärin und Verlagsdirektorin

(c) Pester Lloyd / 15 – 2009 POLITIK 08.04.2009

Parteifunktionärin und Verlagsdirektorin

Die neue Vorsitzende der MSZP, Ildikó Lendvai

Die erste Frau in dieser Funktion wurde 1946 in Debrecen geboren. Sie studierte dort Philologie sowie Geschichte und arbeitete einige Jahre als Professorin an einer Mittelschule. Die junge Frau machte danach Karriere in der Staatspartei: So war sie ab 1974 eine führende Jugendfunktionärin, und in den 1980er Jahren Mitarbeiterin im Apparat des Zentralkomitees der Partei.

In der Wendezeit wurde Lendvai, die früher auch als Universitätsdozentin wirkte und an ihrer Habilitation arbeitete, Direktorin eines wissenschaftlichen Buchverlags. Seit 1994 war sie Parlamentsabgeordnete, Leiterin der Budapester Parteiorganisation, seit 1998 stellvertretende Fraktionsführerin und ab 2002 Führerin der 188-köpfigen MSZP-Fraktion.

Die intelligente und schlagfertige Frau gehört zu den wenigen guten Rednern im Parlament. Erfolgreich hielt sie die zahlreichen, zuweilen auch gegeneinander kämpfenden Gruppen der linken Volkspartei beieinander. Bis zuletzt hatte sie Ferenc Gyurcsány unterstützt. Ihre Wahl an die Spitze der Partei geschah in einer Zwangslage: Die zwei anderen potentiellen Kandidaten, Kanzleramtsminister Péter Kiss (Kandidat für den Vorsitz 2004, als dann Ferenc Gyurcsány gewählt wurde) und Verteidigungsminister Imre Szekeres werden für weniger schlagkräftig gehalten. Und einen geeigneten jüngeren Kandidaten gab es – als Folge der verfehlten Politik der Parteiführung –nicht.

Wenig bekannt ist der neue Fraktionsführer der MSZP, der 35-jährige Ökonom Attila Mesterházy. Der Absolvent der Budapester Wirtschaftsuniversität und der Universität von Valladolid gelangte 1998 in den Regierungsapparat, wo er ab 2002 Staatssekretär im von Ferenc Gyurcsány geführten Sportministerium war.

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