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Ungarns Bauindustrie unter Druck – Forint stabilisiert sich - Wirtschaftswoche KW 38 (14.9. bis 20.9.2026)

Die ungarische Bauindustrie verzeichnete einen signifikanten Rückgang, während der Forint sich stabilisierte. Die Regierung plant Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft.

Budapest. Die ungarische Bauindustrie steht unter erheblichem Druck. Im Juli 2026 verzeichnete der Sektor einen Rückgang von 12,2 % im Jahresvergleich, während der Rückgang im Vergleich zum Vormonat bei 4,6 % lag. Besonders stark betroffen ist der Bau von anderen Bauwerken, der einen Rückgang von 35,8 % aufweist. Diese Entwicklungen haben Besorgnis innerhalb der Branche ausgelöst, insbesondere hinsichtlich der staatlichen Maßnahmen.

Die ungarische Regierung hat Anzeige wegen überhöhter Baukosten erstattet, nachdem festgestellt wurde, dass eine neue Lösung Einsparungen von etwa 105 Milliarden Forint über 11 Jahre ermöglicht. Die Differenz könnte laut Schätzungen bis zu 300 Milliarden Forint betragen. Ministerpräsident Magyar Péter gab an, dass bisher kein einziger Eurocent aus den EU-Finanzmitteln nach Ungarn geflossen sei.

Zusätzlich plant die Regierung, die Autobahnkonzession, die mit Mészáros Lőrinc verbunden ist, aufgrund schwerwiegender rechtlicher Bedenken zu beenden. Verkehrsminister Vitézy wurde beauftragt, Verhandlungen zur Schließung des Vertrages einzuleiten. Die Regierung sieht die Vereinbarung als wirtschaftlich nachteilig für den Staat an.

Wochenveränderung der Leitindizes
Wochenveränderung der LeitindizesBUXBUX: −0,9 %−0,9 %WIG 20WIG 20: −0,5 %−0,5 %ATXATX: −1,3 %−1,3 %DAXDAX: −1,0 %−1,0 %Euro Stoxx 50Euro Stoxx 50: −1,4 %−1,4 %S&P 500S&P 500: −0,1 %−0,1 %Shanghai CompositeShanghai Composite: +0,6 %+0,6 %0 %
Die wichtigsten Indizes in der Woche vom 13. bis 20. September zeigen negative Tendenzen, mit dem BUX bei −0,9 %. Quelle: Yahoo Finance · Stand: 20. September 2026
Datentabelle
WertVeränderung zur Vorwoche
BUX−0,9 %
WIG 20−0,5 %
ATX−1,3 %
DAX−1,0 %
Euro Stoxx 50−1,4 %
S&P 500−0,1 %
Shanghai Composite+0,6 %

Forint stabilisiert sich – Auswirkungen auf die Inflation

In den letzten Wochen hat sich der Forint leicht stabilisiert. Am Abend des 18. September 2026 erreichte der Forint einen Kurs von 364,3 Forint pro Euro. Trotz dieser leichten Stabilisierung bleibt der Forint jedoch 0,4 % schwächer im Vergleich zum Freitag der Vorwoche. Der US‑Dollar wurde bei 1,1460 pro Euro gehandelt und war damit um 1,1 % fester.

MNB-Präsident Varga betonte die Bedeutung der Euro-Einführung und erklärte, dass die erfolgreiche Implementierung von der Vorbereitung der Unternehmen und der Koordination der Wirtschaftspolitik abhängt. Er kündigte an, dass die Magyar Nemzeti Bank (MNB) ihre Inflationsziele schrittweise senken wird, um die Voraussetzungen für die Euro-Einführung zu schaffen. Die Nettolöhne in Ungarn stiegen im Juli um 9,1 %, wodurch die Reallöhne um 7,8 % über das Inflationsniveau kletterten. Die MBH hat ihre Inflationsprognose für 2026 auf 1,8 % gesenkt und erwartet, dass die Arbeitslosenquote bei 4,6 % bleibt.

Wochengewinner und -verlierer der Budapester Börse
Wochengewinner und -verlierer der Budapester BörseMOLMOL: +4,7 %+4,7 %OTP BankOTP Bank: +3,8 %+3,8 %Waberer’sWaberer’s: +2,3 %+2,3 %AlteoAlteo: +1,8 %+1,8 %Zwack UnicumZwack Unicum: −2,7 %−2,7 %ANY Biztonsági NyomdaANY Biztonsági Nyomda: −4,0 %−4,0 %Opus GlobalOpus Global: −5,6 %−5,6 %RábaRába: −8,9 %−8,9 %0 %
MOL und OTP Bank zeigen positive Entwicklungen, während Rába einen signifikanten Rückgang verzeichnet. Quelle: Yahoo Finance, Budapester Wertpapierbörse · Stand: 20. September 2026
Datentabelle
WertVeränderung zur Vorwoche
MOL+4,7 %
OTP Bank+3,8 %
Waberer’s+2,3 %
Alteo+1,8 %
Zwack Unicum−2,7 %
ANY Biztonsági Nyomda−4,0 %
Opus Global−5,6 %
Rába−8,9 %

EU-Finanzmittel und Investitionen in Ungarn

Die Verhandlungen über EU-Finanzmittel sind für die wirtschaftliche Stabilität und Investitionen in Ungarn von entscheidender Bedeutung. Laut aktuellen Informationen zeigt der ungarische Immobilienmarkt Anzeichen einer Erholung, mit einem Investitionsvolumen von 460 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2026, was einem Anstieg von fast 60 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dennoch bleibt die allgemeine Marktentwicklung unsicher.

Die ungarische Regierung hofft auf ein EU-Förderpaket von etwa 16,4 Milliarden Euro, um die Investitionen weiter zu unterstützen. Eine aktuelle Studie des REKK zeigt, dass der EU-Ausstieg aus dem russischen Gas nur zu einer Preiserhöhung von 1-2 % führen könnte. Die EU ist gut vorbereitet, um die Abhängigkeit von russischem Gas zu beenden.

Globale Einflüsse und lokale Reaktionen

Globale wirtschaftliche Entwicklungen haben ebenfalls Auswirkungen auf die ungarische Wirtschaft. Die US-Notenbank hat den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht, um die Inflationsziele zu erreichen. Die aktuellen Prognosen zeigen ein leicht erhöhtes Wirtschaftswachstum und eine sinkende Arbeitslosenquote, während die Inflationsprognosen nahezu unverändert bleiben.

In der Automobilindustrie hat Volkswagen seine Ergebnisprognose für 2026 drastisch gesenkt. Das Unternehmen erwartet nun nur noch eine operative Marge von 1 %, im Vergleich zu zuvor 4–5,5 %. Die negativen Auswirkungen belaufen sich auf bis zu 10 Milliarden Euro, was auf Wertminderungen bei Porsche-Beteiligungen und die schwierige Marktlage in China zurückzuführen ist.

Börse und Märkte

Der BUX-Index schloss in der vergangenen Woche bei 152.754 Punkten und verzeichnete einen Rückgang von 0,9 %. Auch der WIG 20 fiel um 0,5 % auf 4.122,5 Punkte, während der ATX um 1,3 % auf 6.798,2 Punkte sank. Der DAX notierte bei 25.304 Punkten, was einem Rückgang von 1 % entspricht. Der Euro Stoxx 50 fiel um 1,4 % auf 6.236,2 Punkte, während der S&P 500 mit einem Minus von 0,1 % bei 7.650,5 Punkten schloss. Der Shanghai Composite hingegen konnte um 0,6 % auf 3.911,9 Punkte zulegen.

Innerhalb der Budapester Einzelwerte sticht die OTP Bank hervor, die um 3,8 % auf 47.130 HUF zulegte. Auch MOL verzeichnete einen Anstieg von 4,7 % auf 5.240,0 HUF. Im Gegensatz dazu fiel Rába um 8,9 % auf 3.120,0 HUF. Weitere Rückgänge gab es bei Opus Global mit -5,6 % und ANY Biztonsági Nyomda mit -4,0 %. Der Immobilienwert Graphisoft Park schloss bei 15,10 EUR und verzeichnete einen Rückgang von 0,7 %.

Die Rohstoffmärkte zeigten ebenfalls Bewegung, wobei Brent-Öl um 5,1 % auf 99,29 USD/Barrel fiel. Der Erdgaspreis blieb stabil bei 79,52 EUR/MWh, während Gold um 0,4 % auf 4.424,9 USD/Unze zulegte. Im Devisenmarkt zeigte der Forint kaum Bewegung, mit einem Kurs von 364,3 Forint pro Euro. Der Wechselkurs zum Euro blieb damit praktisch unverändert, während der US-Dollar mit einem Kurs von 1,1460 pro Euro um 1,1 % fester wurde.

Indizes

WertPunkteWoche
BUX Budapest152.754▼ −0,9 %
WIG 20 Warschau4.122,5▼ −0,5 %
ATX Wien6.798,2▼ −1,3 %
DAX Frankfurt25.304▼ −1,0 %
Euro Stoxx 50 Euroraum6.236,2▼ −1,4 %
S&P 500 New York7.650,5▼ −0,1 %
Shanghai Composite Schanghai3.911,9▲ +0,6 %

Budapester Wertpapierbörse

WertKursWoche
OTP Bank HUF47.130▲ +3,8 %
MOL HUF5.240,0▲ +4,7 %
Richter Gedeon HUF12.600▲ +0,2 %
Magyar Telekom HUF2.580,0▲ +1,7 %
4iG HUF1.627,0▼ −0,2 %
Opus Global HUF285,0▼ −5,6 %
Waberer’s HUF4.440,0▲ +2,3 %
AutoWallis HUF125,5▼ −1,6 %
Alteo HUF4.070,0▲ +1,8 %
Masterplast HUF2.860,0▼ −1,0 %
ANY Biztonsági Nyomda HUF6.280,0▼ −4,0 %
Zwack Unicum HUF39.300▼ −2,7 %
Rába HUF3.120,0▼ −8,9 %
Graphisoft Park EUR15,10▼ −0,7 %

Rohstoffe und Energie

WertKursWoche
Brent-Öl USD/Barrel99,29▼ −5,1 %
Erdgas TTF EUR/MWh79,52– −0,0 %
Gold USD/Unze4.424,9▲ +0,4 %

Devisen (EZB-Referenzkurse)

Wertje 1 EuroWoche
EUR/HUF Forint364,3– −0,0 %
EUR/PLN Złoty4,364▲ +0,9 %
EUR/CZK Krone (CZ)24,339▲ +0,3 %
EUR/RON Leu5,265▲ +0,2 %
EUR/USD US-Dollar1,1460▼ −1,1 %
EUR/CHF Franken0,9462▲ +0,1 %

Schlussstände, Veränderung zur Vorwoche. Bei den Devisen bedeutet ein Plus einen festeren Euro und damit eine schwächere Landeswährung. Quellen: Yahoo Finance, EZB-Referenzkurse (frankfurter.dev). Stand: 20. September 2026, 17:50 Uhr. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.

Was in der kommenden Woche ansteht

In der kommenden Woche wird erwartet, dass die ungarische Regierung weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Bauindustrie ankündigt. Zudem steht die Euro-Einführung weiterhin im Fokus der Finanzpolitik.

Kurz notiert

Ungarn

  • Mo., 14. Sep. Hohe Nachfrage nach Generatoren und Solaranlagen während der Energiekrise Die Nachfrage nach Generatoren und Solaranlagen in Ungarn ist während der Energiekrise im August um mehr als das 1600-Fache gestiegen. Besonders beliebt waren Generatoren im Wert von 230.000 Forint und Solaranlagen für 654.000 Forint. Nachfrage nach Generatoren +1600% · Generatoren 230.000 Forint · Solaranlagen 654.000 Forint Quelle: HVG
  • Mo., 14. Sep. Regierung plant Erhöhung der Verbrauchsteuer auf Tabakwaren Der ungarische Finanzminister hat einen Gesetzesentwurf zur Erhöhung der Verbrauchsteuer auf Tabakwaren vorgelegt, der voraussichtlich am 1. November in Kraft treten wird. Die Steuer auf eine Schachtel Zigaretten soll von mindestens 943 Forint auf mindestens 1.196 Forint steigen. Steuer auf Zigaretten 943 Forint auf 1.196 Forint Quelle: Telex
  • Mo., 14. Sep. O3 Partners verzeichnet 1,45 Mio. Euro Gewinn im ersten Halbjahr O3 Partners hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn von 1,45 Millionen Euro erzielt, während die Einnahmen mehr als vervierfacht wurden. Der Gewinn stammt hauptsächlich aus Dividenden und Verwaltungsgebühren, nicht aus Bewertungsgewinnen. Gewinn 1,45 Mio. Euro · Einnahmen +400% Quelle: Budapest Business Journal
  • Mi., 16. Sep. AKKO Invest erzielt 422 Millionen Forint Gewinn Die AKKO Invest hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 22,8 Milliarden Forint erzielt und nach einem Verlust von 523 Millionen Forint im Vorjahr einen Gewinn von 422 Millionen Forint erwirtschaftet. Das EBITDA stieg um 5,5 Prozent auf 1,5 Milliarden Forint. 22,8 Milliarden Forint · 422 Millionen Forint · 1,5 Milliarden Forint Quelle: Portfolio
  • Mi., 16. Sep. Industrieproduktion in Ungarn steigt um 4,7% Die ungarische Industrieproduktion ist im Jahresvergleich um 4,7 Prozent gestiegen, wobei die Produktion von Transportmitteln um 18 Prozent und von Computern und Elektronik um 19,7 Prozent zugenommen hat. Die Exporte im Industriesektor stiegen um 6,3 Prozent. 4,7 Prozent · 18 Prozent · 19,7 Prozent Quelle: Budapest Business Journal
  • Mi., 16. Sep. Reallöhne in Ungarn steigen um 7,8 Prozent Die Nettolöhne in Ungarn sind im Juli um 9,1 Prozent gestiegen, was die Reallöhne um 7,8 Prozent über das Inflationsniveau hebt. Die durchschnittlichen Bruttolöhne stiegen um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 9,1 Prozent · 7,8 Prozent · 7,5 Prozent Quelle: Index
  • Mi., 16. Sep. Immobilienpreise in Westungarn steigen weiter Die Preise für Wohnimmobilien in Westungarn steigen unaufhörlich, wobei die Quadratmeterpreise in einigen Regionen über dem nationalen Durchschnitt liegen. In der Region Győr–Sopron–Pápa stiegen die Preise um 13,1 Prozent, während die Transaktionszahlen um 97 Prozent zulegten. 13,1 Prozent · 97 Prozent Quelle: Index
  • Do., 17. Sep. MBH prognostiziert 1,8% Wachstum für Ungarn Die MBH erwartet für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 1,8%, unterstützt durch einen Anstieg des privaten Konsums um 4,1%. Die Inflation wird auf 1,8% geschätzt, während der Haushaltsdefizit bei 7,2% des BIP liegen soll. Wachstum 2026: 1,8% · Inflation 2026: 1,8% · Haushaltsdefizit 2026: 7,2% des BIP Quelle: Budapest Business Journal
  • Do., 17. Sep. Euroeinführung könnte Ungarns Schuldenkosten um 50% senken Die ÁKK hat in einem LinkedIn-Beitrag erklärt, dass die Einführung des Euro die Finanzierungskosten Ungarns stabilisieren und die Risikoprämien senken könnte. Dies könnte die Schuldenlast des Landes auf 2-2,5% des BIP reduzieren, ähnlich wie in den späten 2010er Jahren. Schuldenkosten: 2-2,5% des BIP Quelle: Budapest Business Journal
  • Do., 17. Sep. Ungarische Arbeitskosten steigen um 16% im ersten Quartal Laut Eurostat sind die ungarischen Arbeitskosten im ersten Quartal 2026 um 16% gestiegen, was einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu den vorherigen Quartalen darstellt. Dies könnte auf eine einmalige Maßnahme im Rahmen des Wahlkampfs zurückzuführen sein. Arbeitskostensteigerung: 16% Quelle: HVG
  • Do., 17. Sep. Hankook investiert 540 Millionen Euro in Ungarn Der südkoreanische Reifenhersteller Hankook hat 540 Millionen Euro in eine neue Produktionslinie für Lkw- und Busreifen in Rácalmás investiert. Die Produktion soll im Oktober beginnen und jährlich über 800.000 Reifen herstellen. Investition: 540 Mio. Euro · Produktionskapazität: 800.000 Reifen jährlich Quelle: Világgazdaság
  • Fr., 18. Sep. BMW Debrecen startet dritte Schicht zur Erfüllung der Nachfrage BMW hat in seinem Werk in Debrecen eine dritte Schicht eingeführt, um der hohen Nachfrage nach dem iX3-Modell gerecht zu werden. Das Werk hat kürzlich das 50.000ste Fahrzeug produziert und plant, jährlich etwa 150.000 Elektrofahrzeuge herzustellen. Produktion 50.000 iX3 · Jährliche Kapazität 150.000 Fahrzeuge Quelle: Budapest Business Journal

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