Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Ilijana Jotowa gewinnt Präsidentenstichwahl in Bulgarien - Kursfrage für Sofia

Artikel vorlesen2 Min.

Die bisherige Übergangsstaatsspitze setzt sich klar durch und wird erste gewählte Präsidentin des Landes.

Sofia. Ilijana Jotowa hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in Bulgarien deutlich gewonnen und bleibt damit an der Spitze des EU- und NATO-Mitgliedstaats. Die bisherige Übergangspräsidentin kam nach Auszählung von 99,95 Prozent der Wahlprotokolle auf 57,58 Prozent der Stimmen, ihr Herausforderer Andrej Gjurov erreichte 39,47 Prozent.

Jotowa und ihr Vizepräsidentschaftskandidat Kiril Viltschew erhielten damit rund 1,1 Millionen Stimmen, während das Duo Gjurov/Georgi Kandev etwa 749.500 Stimmen auf sich vereinigte. Jotowa, die zuvor Vizepräsidentin gewesen war, war im Januar ins Amt gerückt, nachdem Staatspräsident Rumen Radev zurückgetreten war, um bei den Parlamentswahlen antreten zu können.

Mit dem Sieg wird Jotowa Bulgarien als erste gewählte Frau an der Staatsspitze repräsentieren. Sie und Radev gelten als russlandfreundlich, insbesondere mit Blick auf den Krieg gegen die Ukraine. Die Wahl galt daher als Richtungsentscheidung darüber, ob Sofia seinen bisherigen Kurs mit engen Energie- und historischen Verbindungen zu Russland politisch weiter absichert.

Für die von politischen Krisen und häufigen Neuwahlen geprägte bulgarische Innenpolitik bedeutet das Ergebnis Kontinuität an der Spitze eines Amtes, das zwar begrenzte exekutive Kompetenzen besitzt, aber außen- und sicherheitspolitisch Gewicht hat. In EU- und NATO-Debatten zur Unterstützung der Ukraine und zu Sanktionen gegen Moskau bleibt damit eine Stimme gestärkt, die auf Ausgleich mit Russland setzt.

Für die Staaten Ostmitteleuropas, die teils einen harten Kurs gegenüber Moskau vertreten, stellt Jotowas klares Mandat einen Kontrapunkt dar: In einem Land, das stark von russischer Energie abhängig war und geografisch eine Brücke auf den Westbalkan bildet, setzt sich erneut eine Kandidatin durch, die Distanz zu einer konsequent ukrainetreuen Linie pflegt.

Quellen: Agenturen
Photo: Ilijana Jotowa, Präsidialamt Bulgarien, Public Domain

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung - wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 26. Oktober - 1. November 2026, 17 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Schachecke: Vom Eisernen Tigran zu Sindarovs Feuerwerk• Prag und Budapest rücken zusammen - Was das erste ungarisch-tschechische Regierungstreffen trägt

Zeitung ansehen - 2,50 €

In eigener Sache - Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x