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Halbe Million Liter Öl ausgelaufen - Pipelineunfall in Kroatien alarmiert Nachbarn

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Beim Schaden an der Janaf-Leitung zwischen Sisak und Slavonski Brod trat Rohöl auf tausenden Quadratmetern aus.

Zagreb. Beim kroatischen Pipelinebetreiber Janaf sind nach Unternehmensangaben rund 500.000 Liter Rohöl in die Umwelt gelangt. Betroffen ist eine Leitung zwischen Sisak und Slavonski Brod, in deren 88. Kilometer nahe der Ortschaft Prvca es während Sanierungsarbeiten zu einem Unfall gekommen sein soll. Ein externes Baggerfahrzeug habe das Rohr am Freitag beschädigt, woraufhin Öl austrat. Die Leitung gehört zum Adria-Pipelinesystem, das Häfen an der Küste mit Raffinerien und Abnehmern im Hinterland verbindet und auch Ungarn versorgt.

Nach Angaben des Betreibers wurden die Transporte in dem Abschnitt unmittelbar nach dem Vorfall gestoppt. Am Samstag sei die Leckage an der Leitung abgedichtet worden, die Wiederaufnahme der Durchleitung blieb aber offen. Bis zum Samstagabend konnten Einsatzkräfte etwa 200.000 Liter des ausgelaufenen Öls auffangen und abpumpen, der Rest verteilte sich in der Umgebung. Janaf kündigte an, das zurückgewonnene Öl wieder in das eigene System einzuspeisen.

Die kroatische Wasserwirtschaftsbehörde spricht von einer kontaminierten Fläche von rund 6.000 Quadratmetern Agrarland. Zusätzlich wurden nach Behördenangaben etwa 600 Quadratmeter des Bachbetts und der Uferböschung des Masic-Baches verschmutzt, der wegen der Trockenheit derzeit kein Wasser führt. Die Verschmutzung betreffe vor allem die Vegetation und die oberste Bodenschicht, sowohl in den Feldern als auch im ausgetrockneten Bachlauf. Messungen hätten bislang weder im Oberflächen- noch im Grundwasser Verunreinigungen nachgewiesen; Wasser- und Luftqualität würden weiter laufend kontrolliert.

In den umliegenden Orten, darunter Nova Gradiska, war der starke Ölgeruch deutlich wahrnehmbar. Laut örtlichen Behörden suchten mehr als fünfzehn Menschen mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Atembeschwerden die Notaufnahme auf. Die Betroffenen seien nach Untersuchungen wieder nach Hause entlassen worden, niemand habe stationär im Krankenhaus bleiben müssen, erklärte Nova Gradiskas Bürgermeisterin Sabina Vlaovic.

Janaf rechnet damit, dass die akuten Schadensbegrenzungsmaßnahmen insgesamt etwa zehn Tage dauern werden. In einem nächsten Schritt soll der kontaminierte Boden entfernt und das Gebiet wiederhergestellt werden; anschließend will das Unternehmen den Bodenzustand durch ein unabhängiges Labor prüfen lassen. Zugleich räumte Janaf ein, dass die Ausbreitung des unangenehmen Geruchs derzeit technisch nicht verhindert werden könne. Die Umweltaufsicht begleitet die Arbeiten vor Ort und überwacht die Einhaltung der Auflagen.

Der Betreiber betont die Bedeutung der Leitung als Teil der Adria-Ölpipeline, über die auch der ungarische Mol-Konzern beliefert wird. Ob es durch die Stilllegung des betroffenen Abschnitts zu Beeinträchtigungen bei den Lieferungen nach Ungarn kam, teilte Janaf bislang nicht mit. Für die kommenden Tage haben die Behörden weitere Reinigungsarbeiten sowie eine detaillierte Untersuchung der Unfallursache und der Verantwortlichkeiten des beauftragten Bauunternehmens angekündigt.

Quellen: 444
Photo: Symbolbild - Ölverschmutzung im Delaware River, Public Domain

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