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(c) Pester Lloyd / 14 - 2009
WIRTSCHAFT 28.03.2009 _______________________________________________________
Soros Fonds zockte gegen Ungarn
Rekordstrafe gegen Soros Fonds Management Gesellschaft wegen Attacke auf OTP-Aktie
Die Soros Fonds Management des ungarnstämmigen amerikanischen Investors
Georges Soros wurde von der staatlichen Finanzaufsicht Ungarns, PSZÁF, zu einer Strafe über 1,62 Mio EUR wegen regelwidriger Aktiengeschäfte verurteilt.
Besonders peinlich: George Soros, ein erbitterter Feind der Neocon, zockte also gegen die eigene “Heimat”, die er sonst so großzügig unterstützte.
Konkret ging es dabei um Transaktionen mit OTP-Aktien im Oktober letzten
Jahres. Am 9.10., dem Beginn der ungarischen Finanzkrise, sackte die OTP-Aktie binnen Stunden um 22% ab, der Markt für Staatspapiere brach ein und die
Wahrung geriet ins Rutschen, Gerüchte über einen Staatsbankrott machten die Runde, es war die Stunde der Zocker.
Zuerst wurde der australische Spekulant Greg Coffey verdächtigt, seine Hände im
Spiel zu haben, dann fand jedoch die Finanzmarktaufsicht heraus, dass die in New York ansässige Soros Fund Management LLC, kurz vor Tagesschluss
OTP-Aktien im großen Stil "geshorted" hat, d.h. auf sinkende Kurse gewettet hatte, um am nächsten Tag die entsprechende Kursdifferenz mitzunehmen, was
aber gegen die Handelregeln gegen die unlautere Beeinflussung der Märkte verstieß. Die PSZÁF verhängte die ihr höchstmögliche Strafe, auch, weil der Deal
in einem besonders labilen Marktumfeld zum Nachteil eines Schwergewichtes des BUX und somit indirekt auch gegen Ungarn selbst geführt wurde. Soros Fund
Management hat die Möglichkeit vor einem Budapester Gericht Einspruch gegen diese Entscheidung einzulegen.
Die Angelegenheit ist für den Börsenguru George Soros besonders peinlich, da er
sich über seine Stiftungen immer wieder aktiv für eine friedliche und kultivierte bürgerliche Transformationen in den ehemaligen Ostblockstaaten engagiert hat
und mit teils enormen Geldsummen half. So geht z.B. die Gründung der mittlerweile sehr rennomierten Central European University auf ihn zurück.
Außerdem war er stets ein Kritiker der Neocons, also der ungezügelten Marktgläubigkeit. Zwar übt Soros nicht direkt die Aufsicht über das operative
Geschehen in seinen Investmentgesellschaften aus, die auch nur noch zum Teil ihm gehören, dennoch entschuldigte er sich indirekt für den Fehlgriff in seinem
Unternehmen und kündigte bessere Kontrollmechanismen an.
(c) Pester Lloyd
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