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(c) Pester Lloyd / 02 - 2010  BUDAPEST 16.01.2010

 

Streik in Budapest wird zur Routine

Streiktage 5 und 6 in Budapest: keine Veränderungen der Lage am Wochenende. U-Bahnen fahren, einige Straßenbahnen und O-Busse auch, die meisten Busse nicht. Die Menschen müssen mit langen Wartezeiten, Überfüllung und Umwegen kämpfen - und mit Staus.

Hintergründe zum Streik und zum Zustand der Budapester Verkehrsbetriebe BKV sowie Links zur Verkehrslage und den noch fahrenden Linien bei der BKV

Budapest in der ersten Streikwoche. Was fuhr, war sehr begehrt...
Fotos: Frederic Heine (c) Pester Lloyd

Das Bild in Budapest in dieser Woche: U-Bahnen fahren, sind aber häufig überfüllt. 40 bis 50 der sond über 200 Buslinien in Budapest werden mehr oder weniger regelmäßig bedient, etliche davon nur auf Kurzstrecken und Teilabschnitten, desweiteren funktionieren rund sechs Straßenbahnlinien temporär. Die BKV setzt, so weit möglich, Fremdunternehmen ein, um einige Strecken aufrecht zu erhalten. Die O-Busse liegen noch halbwegs im Plan, die Vorortbahn HÉV fährt auf manchen Strecken nur stündlich und auf der Strecke nach Szentendre kommt es zu häufigen Verspätungen.

Taxiunternehmen freuen sich, vor allem in den Morgenstunden über das Zehnfache an Vorbestellungen als sonst. Die Straßen der Hauptstadt sind noch verstopfter als sonst, Staus gehören zum Geschehen. Das schlimmste für die Passanten sind jedoch umständliche Umwege, lange Wartezeiten an den Haltestellen und Überfüllungen, vor allem bei der Straßenbahn. Die meisten nehmen es aber gelassen, ein Betroffener kommentierte: “irgendwie kommt man schon von A nach B.”

Streiks und Verspätungen am Airport

Auch am Flughafen Ferihegy streiken seit Tagen Teile des Bodenpersonals, was jedoch lediglich zu geringfügigen Verspätungen von ca. einer halben Stunde bei den Flügen führt. Der Airport bittet Reisende, noch eine Stunde früher als gewöhnlich zum Flughafen zu kommen. Rund 200 Mitarbeiter des Malév Boden Service sind im Ausstand, sie fordern 20% mehr Gehalt 2010

Smogalarm am Wochenende auf wundersame Weise vom Tisch

Für das Wochenende drohte Budapest das nächste Ungemach. Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes sollte ab Freitag mit der Überschreitung verschiedener Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft für den Raum Budapest gerechnet werden, vor allem die Staub- und Stickoxidbelastung dürfte die Warnstufen erreichen. Der Grund dafür war, neben der nebeligen Wetterlage fast ohne Luftströmungen, auch das erhöhte Verkehrsaufkommen durch Privatfahrzeuge aufgrund des Streiks bei den Öffentlichen Verkehrsbetrieben BKV.

Die Behörde erklärte, dass sie keinen Ermessensspielraum aufgrund außergewöhnlicher Umstände habe und der Alarm bei Erreichen bestimmter Werte ausgelöst werden müsse. Der Bürgermeister sei dann dafür zuständig Art und Umfang von Verkehrseinschränkungen, also auch Fahrverboten für LkW und PkW, festzulegen. Im schlimmsten Falle müssten die Budapester dann neben den öffentlichen Verkehrsmitteln auch noch auf die privaten verzichten. - Am Freitag löste sich jedoch - überraschenderweise - jegliche Luftverschmutzung in saubere Luft auf... Von gesundheitsgefährdenden Stickoxidkonzentrationen war plötzlich nichts mehr zu hören.

Solidaritätsstreik bei der Bahn am Donnerstag

Die Bahngewerkschaft VDSZSZ, die in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Streiks auf sich aufmerksam gemacht hat, hatte am Donnerstag einen vierstündigen Solidiaritätsstreit für ihre BKV-Kollegen abgehalten. Gewerkschaftschef István Gaskó ließ zwischen 4 und 8 Uhr früh etliche Züge der MÁV anhalten. Davon waren vor allem die Zubringer-Züge für Pendler aus den Vororten betroffen.

Alle Hintergründe zum Streik und zum Zustand der Budapester Verkehrsbetriebe BKV sowie Links zur Verkehrslage und den noch fahrenden Linien bei der BKV
 

 

 

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