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(c) Pester Lloyd / 04 - 2010  WIRTSCHAFT 28.01.2010

 

Bankgeheimnis

Über die billigen erp-Kredite für KMU schweigen sich Banken gern aus

Die günstigen erp-Förderkredite für Kleinunternehmen blieben im letzten Jahr in Österreich weitgehend ungenutzt. Das lag unter anderem an Bearbeitungsfristen, die fast ein Geschäftsjahr ausmachen konnten. Dabei brauchten gerade KMU in der Krise dringend Kapital. Die Konditionen wurden jetzt verbessert, die Kreditobergrenze erhöht, vor allem die Bearbeitungszeiten gestrafft. Doch auch die Kommunikation für das preiswerte Geld scheint zu schwächeln. Warum bloß?

Auch in Österreich ist es für viele kleine und mittelständische Unternehmer in der Krise nicht leichter geworden, an Kapital, ob zur Investition oder Überbrückung, heran zu kommen. Die Banken sind deutlich vorsichtiger geworden, höhere Sicherheiten, über die Kleine oft nicht verfügen, werden verlangt, obwohl die Kreditinstitute über günstige Refinanzierungsstercken, z.B. über die KMU-Progarmme der EBRD verfügen. Da wundert es besonders, dass vom Staat begünstigte Förderkredite so wenig in Anspruch genommen wurden, zumal die Banken damit überhaupt kein Risiko für ihre Kreditportfolios eingehen. "Im Vorjahr blieben für Österreichs Kleinbetriebe zinsgünstige Förderkredite ungenützt liegen; es wurden von 50 Mio. Euro nur 12 Mio. Euro abgerufen.", meldet der Wirtschaftsbund, die Interessensvertretung für KMU bei der konservativen österreichischen Regierungspartei ÖVP, in einer Aussendung.

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Das Förderinstrument der erp-Kleinkredite, ein Angebot des Austria Wirtschaftsservice (aws) beim Wirtschaftsministerium und der Förderbank des Bundes, wurde in diesem Jahr nochmals angepasst, um besser auf die Bedürfnisse kleiner und mittelgroßer Unternehmen, aber auch Selbständiger zugeschnitten zu sein. Notwendig wäre es auch, den Banken im Hinblick auf die Kreditberatung eine Informationspflicht aufzuerlegen. Denn sie verdienen bei der Abwicklung mit, jedoch viel weniger als bei hauseigenen Krediten, deshalb schweigt man sich über das billige Staatsgeld offenbar lieber aus.

Der so genannte erp-Kleinkredit ist deutlich günstiger als ein normaler Bankkredit, worin der Grund liegen kann, warum so wenig darüber gesprochen wird. Die Zinsen betragen lediglich 1,5% p.a. ab dem zweiten Jahr, das erste Jahr ist tilgungsfrei, die Zinsen liegen da nur bei 0.5. Die Gesamtlaufzeit beträgt 6 Jahre. Es fallen einmalige Kosten von 0,9% des Kreditbetrages an. Die Höchstsumme wurde, auf Initiative des Wirtschaftsbundes, von 30.000 auf 100.000 angehoben. 2010 stehen insgesamt sogar 200 Millionen EUR dafür bereit. Abgewickelt werden kann das Ganze mittlerweile binnen 2-3 Wochen über die Hausbank, früher dauerte die Sache nach Angaben des Wirtschaftsbundes 5-7 Monate. Ein Zeitraum, der für etliche KMU schon das Aus bedeuten kann. Vielleicht spricht ja der Wirtschaftsbund, der sich so für die KMU einsetzt, einmal mit den Großbanken. Man sagt, die ÖVP habe exzellente Kontakte zu ihnen...

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