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(c) Pester Lloyd / 15 - 2010  WIRTSCHAFT 16.04.2010

 

Ikarus stellt neue Busfamilie für Budapest vor

Die beiden Traditionsunternehmen Ikarus und Rába stellten in Budapest eine neue Familie von Stadtbussen vor, die bald die überaltete Flotte der Verkehrsbetriebe BKV verjüngen sollen.

Die Entwicklung der neuen Busfamilie fand gemeinsam zwischen Ikarus, den Rába-Werken und dem Unternehmen Auto Rad Controlle (ARC) statt, am Mittwoch wurden die ersten Fahrzeuge vorgestellt, die bei der BKV nun einen Probelauf in den Innenstadt und den Vororten absolvieren sollen. Auch einige Linie der Regionalbusfiorma Volán sollen mit den neuen Fahrzeugen ausgestattet werden. Eine Entscheidung über die Bestellung fällt allerdings erst nach einer Ausschreibung wahrscheinlich Mitte des Jahres. Die BKV ist hochverschuldet und durch die kriminellen Machenschaften von Dutzenden Managern in die Schlagzeilen geraten, sie überlebt derzeit nur durch zusätzliche Staatshilfen. Jede Entscheidung über Investitionen ist also zukünftig auch ein Prüfstein für die angekündigte neue Transparenz.

Neu ist einiges an den Fahrzeugen, so sind sie allesamt mit Motoren ausgestattet, die die EURO 5-Norm erfüllen, die Hülle ist aus weitgehend rostfreien Materialien und für die Passagiere werden kabelloses Internet und GPS-basierte Informationsdienste verfügbar sein. Die Entwicklung der drei Unternehmen zielt dabie nicht nur auf den Budapester oder ungarischen Markt, sondern man schielt durchaus auch optimistisch nach Aufträgen im Ausland, wissend, dass Ikarus eine der bekanntesten ungarischen Marken weltweit ist. Immerhin fahren noch rund 100.000 Ikarusse weltweit durch die Gegend, schätzen die Manager. Vor allem in Moskau erhofft sich die Firmenleitung bald einen größeren Auftrag.

Das Fahrgestell kommt von Rába, ebenso die Sitze und der Rahmen. Die Motoren stammen von Cummins, die Getriebe von Allison. Die jetzt vorgestellten Typen sind direkt an die Bedürfnisse des inländischen Marktes angepasst. Die Preise liegen rund 30-40% unter dem westeuropäischen Niveau, allerdings rund 20-30% über denen der chinesischen Konkurrenz, die ebenfalls gerade in Budapest vorstellig wurde. Ein Fahrzeug der neuen Ikarus-Familie wird zwischen 170.000 und 190.000 EUR kosten, eine Doppelvariante mit Gelenk bis max. 300.000. Derzeit könne man 300 bis 500 Einheiten pro Jahr ausliefern, sollte sich die Auftragslage so wie erhofft einstellen, könne man aber relativ schnell aufstocken.
 

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