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(c) Pester Lloyd / 17 - 2010 WIRTSCHAFT 30.04.2010
Budapest: +++ cancelled +++
Ryanair kündigt zu Ende Oktober alle Flüge von und nach Budapest
"Der Flughafen Budapest lehnt es ab, seine besonders hohen Gebühren im Tausch für garantiertes Wachstum zu senken." So begründet das Management der
Billigariline Ryanair in der Hauptsache ihren Beschluss mit Ende Oktober den Flugbetrieb von und nach Budapest einzustellen. Wie endgültig ein solcher
Schachzug ist, bleibt offen. In der Vergangenheit pokerten die Iren schon öfters hoch.
Fakt ist, dass ein Abzug von Ryanair für die
Betreiber des Flughafens Budapest Ferihegy einem mittleren GAU gleichkommt, immerhin sind sie nach der Malév der zweitgrößte Kunden mit jährlich 200.000 Passagieren. Ryanair beklagt die
hohen Tarife in Budapest nicht ganz zu Unrecht, die Budapest Airport Zrt., Tochter der deutschen Hochtief, lässt sich den Service am Flughafen einiges kosten, einiges mehr sogar als
vergleichbare Airports in der Region.
Ryanair verlangte nun eine "signifikante" Senkung dieser Gebühren, bot im Gegenzug
aber den Ausbau des Hub Budapest zur zentralen Drehscheibe für Mittelosteuropa an und behauptete, die jährliche Passagierzahl auf 2 Millionen zu verzehnfachen und von
Budapest aus 25 internationale Routen zu bedienen, was, so eine Firmenaussendung, neben Unsummen für den ungarischen Tourismus auch 2000 Arbeitsplätze am Flughafen direkt sichern würde.
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Derzeit fliegt Ryanair von Budapest aus u.a. Bristol, Dublin, East Midlands und Glasgow
Prestwick an. Die Kritik der Iren richtet sich übrigens ebenso an die Flughäfen in Prag und Warschau, denen man ebenso das Billigairline-Geschäftsmodell, Masse statt Klasse
aufs Auge drücken will. Bei Ryanair heißt es unmissverständlich: "Budapest muss den Beispielen an belgischen, spanischen und italienischen Flughäfen und denen an
CEE-Airports wie Riga, Kaunas, Krakow und Bratislava folgen, die ihre Kosten im Interesse der Tourismus-Entwicklung deutlich senken, anstatt Ryanair wegzuschicken."
Man rechnet lockend vor, dass Ryanair im letzten Jahr um 13% gewachsen sei und mittlerweile jährlich 66 Millionen Passagiere befördert, während das Aufkommen in
Budapest seit der Privatisierung bei rund 8 Mio. stagniere.
Es folgt ein Aufruf an "die neue Regierung, die hohen Gebühren am Airport Budapest
einzudämmen, um eine Entwicklung des Tourismus in Ungarn zuzulassen.", so als hinge dieser nur von Ryanair ab. Der Airport Budapest hängt in erster Linie an der Malév, die
sich eine Verzehnfachung der Passagierkapazitäten und die Einrichtung direkter Konkurrenzrouten sicher verbeten hat. Die um Hilfe gebetene Regierung muss in erster
Linie aber die Interessen der Malév im Blick haben, denn die hängt direkt am Tropf des Steuerzahlers.
Dass hinter all dem endgültig tönenden Geschrei nur ein Showkampf steckt, so dass nun
die neue Regierung auftrumpfen kann, Ryanair für Budapest rettet und so einen ersten großen Sieg einsteckt, ist nicht undenkbar. Die Marketingmethoden von Ryanair waren
schon immer unkonventionell, und in ungarischen Hinterstübchen ist ohnehin alles möglich.
-red
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