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Feuilletons und Artikel aus dem Pester Lloyd, 1854-1945

Im Pester Lloyd vor 100 Jahren
Zum Tode von Ludwig Hevesi

Ein Nachruf von Ludwig Hatvany

An einem jubelnden Vorfrühlingssonntag schrieb er vier Briefe, hat dann die Bücher schön weggeschoben, drei Kerzen auf den Tisch vor den Spiegel gestellt – und nun folgt ein Knall. Mein Freund, mein guter, alter Gönner, der Gönner und Freund jeder Jugend ist tot. Der Mann, der für die Zukunft focht, hat seinem Leben solch ein Ende gemacht... Kann man euch über Leben und Kämpfen eine größere Lektion geben?

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Aus dem Pester Lloyd von 1915
Alkoholdämmerung

Kaum vortellbar: selbst in Berlin gab es einmal Sperrstunden. - Von Max Prels

Freilich musste dazu erst ein Krieg ausbrechen. Der Wiener Autor und Journalist Max Prels, geboren 1878, damals beim Ullstein Verlag beschäftigt, fabuliert in einer wunderbar humoristischen Milieustudie über den kompletten Verfall des "nie sonderlich stilvollen Berliner Barbetriebs" durch das kriegsbedingte Ausbleiben der Dschents und Bohemienghs und den Einfall der Ersatz-Bummel-Reserve.

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Aus dem Pester Lloyd von 1866
Den bodenlosen Blättersumpf durchwaten

Presse und Zensur in Ungarn
Von Maurus Jókai

Das damalige Ministerium glaubte, den Flug der Weltgeschichte aufhalten zu können, wenn es eine Handvoll Schriftsteller zum Schweigen bringt. Die eben erst entstandenen ungarischen Zeitschriften hörten eine nach der anderen zu erscheinen auf, Gesellschaften zur Ausbildung der Sprache wurden einfach verboten; und so herrschte dann bis zum Schluß des vorigen Jahrhunderts eine wahre Todtenstille und es umgab die österreichischen Staatsmänner eine gespenstische Leere, in der sie sich ganz so wohl wie in einer Gruft fühlen durften.

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Achtung Europa!

Thomas Mann und Ungarn
Thomas Mann und der Pester Lloyd

Seine Texte sind heute für Europa wieder relevant, für Ungarn akut. Als Warnung, aber auch als Denkanleitung. Da Ungarns Intellektuelle schweigen, mitunter wortreich, holen wir den berühmten Gast von damals nochmals vor den Vorhang und begleiten ihn bei seinen Reisen nach Ungarn von 1913 bis 1937...

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Sanftes Oval in kantiger Zeit

Zum 70. Todestag von Joseph Roth

Der folgende Text von Joseph Roth, dem Jahrhunderterzähler, an dessen Tod vor 70 Jahren (27. Mai) wir hiermit erinnern, entstand ganz wahrscheinlich im Café Le Tournon in Paris, in dem Roth auf diesem berühmt gewordenen Foto sitzt und das so viel über ihn zu sagen scheint.

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Vor 100 Jahren im PESTER LLOYD:
Felix Mendelssohn-Bartholdy
Zum hundertsten Geburtstag

Über Mendelssohns Bedeutung gehen die Ansichten auseinander. Indes eine Menge Kunstverständiger in ihm einen genialen Nachfolger unserer Klassiker erblicken, der zu diesen in einem Verhältnis steht, wie etwa Heine und Kleist zu Goethe und Schiller, wollen ihn andere mit Richard Wagner an der Spitze nur als Formalkünstler gelten lassen...

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Im Rausch der Stunde

Tage im November
- Eine Presseschau

Vor 90 Jahren verdienten Schlagzeilen noch diesen Namen, wurden innerhalb einer Woche jahrtausendalte Monarchien hinweggefegt, Regierungen entmachtet, der Erste Weltkrieg verloren, - Republiken ausgerufen, Revolutionen angezettelt - Kein Stein der ehemaligen Weltmacht Österreich-Ungarn blieb auf dem anderen. Das Zerbersten Europas in einer historischen Presseschau ohne Kommentar, dafür mit der ganzen, ungefilterten Spannweite der Ereignisse...

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ZUM 100. TODESTAG UND
180. GEBURTSTAG VON MAX FALK

Für König, Volk und/oder Vaterland?

Max Falk, dem langjährigen Chefredakteur des Pester Lloyd, gelang ein imposanter publizistischer Spagat: Er wurde als Ungar, Deutscher und Jude angefeindet und brachte alles schreibend unter einen Hut. - Falks Beispiel sollte sich das heutige Ungarn mit dicker Druckerschwärze hinter die Ohren schreiben.

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Im Pester Lloyd vor 70 Jahren:
Ein Judengesetz in Ungarn
Von Georg von Ottlik

Das Bildungsbürger tum jüdischer Abstammung stellte mitunter die glühendsten Patrioten Ungarns - Diese hatten aber zwei "Geburtsfehler", die ihnen letztlich die Existenz kosteten: sie sprachen Deutsch und blieben Humanisten.

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100 Jahre NYUGAT -
100 Jahre "Westen" im "Osten"

Das intellektuelle Ungarn hat sich seit Hunderten von Jahren immer nach Westen orientiert, aber vor 100 Jahren haben Schriftsteller, Dichter und Journalisten diesem Blick nach Westen – ins „Abendland“ – in Form einer Zeitschrift einen Rahmen gegeben, der weit über diese Publikation hinaus wirkte.

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Er träumte deutsch
- mit ungarischen Untertiteln

Georg Kövary 1922 - 2009

Er war Dichter, Journalist, Kinderbuch-, Hörspiel-, Drehbuchautor, Musicallibrettist und Feuilletonist, Romancier, Filmdramaturg und Theaterstückeschreiber, Übersetzer, Kabarett-Texte-Verfasser, Conférencier, Kinonarr, Jazzfan, Hobbyschauspieler, Theater- und Konzertmanager, Musikliebhaber... - und unser Autor. Sein Humor war ansteckend und unverwüstlich wie er selbst, bis fast zuletzt.

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„In Frieden zu ruhen,
paßt nicht zu Dir...”

Persönliche Erinnerungen an Marika Rökk - Von Georg Kövary

Sie war ein typisch ungarisches Temperamentbündel. Ein Sprechtalent, das ein Leben lang aufpaßte, ihren magyarischen Akzent nicht zu verlieren. Eine seltene Allroundbegabung...

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Verbotenes Kino

Ungarische Filme in Wien
Von Georg Kövary

Als Wien und ich einander im Jahre 1956 näher kennenlernen durften, sah in meiner Umgebung das für mich schönste Naturambiente, die Kinolandschaft folgendermaßen aus: es gab mehr als 100 Lichtspieltheater...

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IMPRESSUM

 

Kesseltreiben in Budapest

Gustav Mahler in Ungarn - zu seinem 150. Geburtstag

Am 7. Juli begeht die Musikwelt den 150. Geburtstag des Komponisten und Dirigenten Gustav Mahler, am 18. Mai 2011 gedenkt man außerdem seines 100. Todestages. Dieses Doppeljubiläum wird nicht nur in Österreich, sondern auch in Ungarn begangen, schließlich leitete Mahler fast drei Jahre lang die Königliche Oper in Budapest. Hintergründe und Anekdoten aus Mahlers Zeit in Budapest.

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Aus dem Pester Lloyd von 1892
Das einundzwanzigste Jahrhundert

Ein Zeitungsartikel aus dem Jahre 1992 - Von Lajos Hevesi

Der Autor machte vor 100 Jahren seinem Leben ein Ende. Hevesi war ein großer Kunstkritiker, ein angenehmer Erzähler, ein satirischer Beobachter und schrieb über 40 Jahre für den Pester Lloyd. Seine Überlegungen über das 21. Jahrhundert stammen aus dem 19. Jahrhundert, am 20. Jahrhundert wäre er wohl verzweifelt, wenn er es nicht selbst vermieden hätte. Was die Zukunft bringt, bleibt "dicht verschleiert", ist sein Resümee. Und das ist besser als mit "leeren Phantasien" zu operieren.

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Im Pester Lloyd vor 100 Jahren
Morbide Weihnachten

Ein Gipfeltreffen großer Geister in der mysteriösen Weihnachtsausgabe des Pester Lloyd 1909

Die Weihnachtsausgabe des Pester Lloyd folgte einem immer gleichen Ritual. Sie erschien am 25. Dezember, enthielt Jahreszusammenfassungen aus Politik und Wirtschaft, Lokalem und Weihnachtsunterhaltung auf allerhöchstem und allerniedlichstem Niveau. Große Namen und bedeutende Schriftsteller traten im Lloyd auf, doch für ein halbes Dutzend von ihnen sollte die Weihnacht 1909 die letzte sein...

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Aus dem Pester Lloyd von 1913
Brief von der Andrassystraße

Von Porzó

Wieder wend ich mich zu dir, o du alte Radialstraße, deren Grundrisse auf der Wiener Weltausstellung mit geringschätzendem Zweifel empfangen wurden. Was ist denn das für eine Utopie? Das wird ja nie und nimmer zur Wirklichkeit. Niemals! Dieses Dorf da unten – lächerlich!

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Tänzer und Feuerspucker

Das "fabelhafte" Leben des Felix Salten - Zum 140. Geburtstag eines Kollegen

Es ist der Fluch der Nachwelt, dass spätestens nach Ablauf eines Lebens selbiges nach schlagwortartig Erinnerbarem durchsiebt wird. Salten, das ist doch der mit dem urniedlichen Reh und dem Schweinkram. Und da muß man schon froh sein, dass die Leute nicht glauben, Bambi wäre von Walt Disney erfunden worden und die Mutzenbacher eine Folge des Hausfrauenreports...

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Aus dem Pester Lloyd 1932:
Opernfreunde

Von Dr. Géza Molnár

Gewiß, das Land muß jetzt finanzielle Schwierigkeiten von ungewöhnlichem Ausmaß bestehen, aber für den Opernfreund ist trotz dieser mehr als heiklen Lage das Problem, ob die Königliche Oper weiter existieren soll, einfach gegenstandslos. Es nicht nur als Amüsierort zu betrachten, sondern als Kulturstätte.

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Im Pester Lloyd vor 100 Jahren:
Zigeunerstempeln

Brepohl vs. Bársony:
Eine Debatte von gestern und heute

...man möchte doch den Zigeunern alle Wagen und Pferde abnehmen, um sie dadurch zum Aufgeben des Nomadenlebens zu zwingen. Auch sollen ihnen alle Waffen und Messer abgenommen werden, ferner solle man jedem Zigeuner an einem sichtbaren Teile des Körpers eine Nummer abstempeln, um so eine Kontrolle derselben zu ermöglichen...

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Im Reich der Mokkabonzen

Julius Ludassy
Kaffeehausgrippe
Eine Wiener Elegie, 1921

“Das Kaffeehaus, in dem ich einst die Schule gestürzt habe, ist mit einemmal verschwunden: es wird in eine Bankfiliale verwandelt.” - Die Hoffnung ist wohl unbegründet, dass angesichts der Bankenkrise die Filialen der Finanzinstitute nun wieder in Kaffeehäuser zurückverwandelt würden.

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Lauter Zukunftsmusik
oder: Eva hat viel durchzumachen...

Ludwig / Lajos Hevesi war faktisch der Pressesprecher der Wiener Sezessionisten und gleichzeitig ihr konstruktivster Kritiker. Wann immer das Rudel bunter Hunde ihre Jugendstile toben liess, sprach er davon und versuchte zwischen Kunstrevoluzzern und konservativem Publikum zu vermitteln.

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Der Rezensent der Apokalypse
Superlativismus
Max Nordau -
1911

Herrschaft der Pöbelhaftigkeit, Bekenntnis der Unzuständigkeit und des vollständigen Mangels an Autorität, niedrigste Einschätzung des Erziehungs- und Bildungsgrades der Leser, das ist die Bedeutung des Superlativismus, der heute der allgemeine Ton ist....

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Im Pester Lloyd vor 75 Jahren:
Die rüstende Angst
György Kecskeméti, 1933

... Die Lebensquellen, an denen sich frühere Generationen noch sattrinken konnten, versiegen eine nach der anderen. Massen und Völker verarmen, und die Welt kennt immer weniger Freude und Glück...

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Laboratorium oder Beichtstuhl

Georges Benjamin Clemenceau:
Glauben oder Wissen

Er dürfte in Ungarn nicht gar zu viele Anhänger haben, sind sein Name und Walten doch zu sehr mit Trianon verbunden, dass die Ungarn bei jeder Nennung zu pawlowschem Aufheulen veranlasst und dessen Heranziehung für alles gestrige und heutige Leid zum nationalen Fetisch geworden ist.

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Wenn ich aber von Gott rede, da schlafet ihr!

Hermann Hesse
Am Ende des Jahres
1928

Die Post hat heute wieder viel gebracht. Zehn Zeitschriften, jede an die wahrhaft Gebildeten apellierend und jede nach ausschließlich künstlerischen Gesichtspunkten geleitet, empfehlen sich fürs neue Jahr, und zwanzig Verleger teilen mit, daß sie rüstig daran arbeiten, ihren rühmlichst bekannten Verlag in vornehmster Weise weiter auszubauen.

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Wo man den Hund mit SIE ansprach...
Erinnerungen an den PESTER LLOYD von Thomas Edmund Konrad, London, - dem wahrscheinlich letzten lebenden Mitarbeiter des alten Pester Lloyd

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Mein Großvater, der Graf und der Pester Lloyd
Mein Großvater, Graf Hugó Kálnoky, lebte ein kurzes, herumgeworfenes Leben, ein Spielball der historischen Umwälzungen seiner Zeit. Geboren 1900, pünktlich zu Beginn des schrecklichen 20. Jahrhunderts; volljährig pünktlich zum Zusammenbruch der Monarchie, 1918.

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Grüß Gott, da bin ich wieder!

Karl Marx "Zum hundertsten Geburtstag" Von Dr. Alexander Petrovics, Pester Lloyd ,1918

Man mag es heute kaum noch glauben: aber die Sozialdemokratie hatte einmal tatsächlich etwas mit dem Marxismus zu tun. Warum man nicht nur angesichts der Krise an "Marxens epochalem Lebenswerke nicht ohne Hochachtung vorbeigehen" sollte, über den "Fetischcharakter der Ware“ und die "Verkennung der dem Geldsystem anheftenden Gebrechen" schrieb Dr. Petrovics vor 90 Jahren, zum 100. Geburtstags eines "der größten Genies der Neuzeit" und "selbtlosesten Märtyrers der leidenden Menschheit."

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Chronik des Pester Lloyd

150 Jahre Pester Lloyd
Der Film

 

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