(c) Pester Lloyd / 10 – 2013 NACHRICHTEN 07.03.2013
Die ungarische Staatsschuldenbehörde ÁKK schaut sich weiter nach alternativen Geldgebern um und wird versuchen in diesem Jahr auch Fremdwährungsanleihen in Russland, der Türkei und Südkorea zu platzieren. Das sagte der ÁKK-Chef István Töröcskei gegenüber der Agentur Reuters. Er verwies auf die relativ erfolgreiche Platzierung von Anleihen über 3,25 Milliarden US-Dollar im Vormonat zu recht moderaten Zinsen. Die "Marktbedingungen" werden darüber entscheiden, welche weiteren Währungen man noch in Betracht ziehe. Spekulationen, Ungarn könnte sich Sonderkonditionen in Russland organisieren, im Gegenzug zu Investitionszusagen z.B. hinsichtlich des milliardenschweren Ausbaus des AKW in Paks , widersprach Töröcskei. "Moskau ist nur ein Markt wie jeder andere, man brauch daher nicht über Sonderkonditionen spekulieren." Die Gerüchte bekamen Auftrieb, nachdem eine "Geheimreise" des Fidesz-Fraktionschefs und Orbán-Vertrauten Antal Rogán bekannt wurde
Ungarn hat durch die 5- und 10-Jahres-Dollar-Anleihen rund die Hälfte des Forex-Refinanzierungsbedarfs für 2013 abgedeckt, zu einem Preis von 335 bis 345 Basispunkten über dem Zinssatz gleichlautender US-Anleihen. 2013 werden Anleihen im Wert von rund 5,1 Mrd. US-Dollar fällig, von denen man 4-4,5 Mrd. durch die Aufnahme neuer Anleihen refinanzieren will. Die Zinsen für einen neuen IWF-Kredit lägen mit 2% rund 50%-70% unter den Marktzinsen, doch angeblich stellt der IWF „unnanehmbare“ Forderungen hinsichtlich der Steuer- und Wirtschaftspolitik, weshlab man davon Abstand nimmt, was man als großen Sieg im „Unabhängigkeitskampf“ gegen „die Finanzmärkte“ propagiert. Der US-Anleihemarkt gehört offenbar nicht dazu. red.
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