Ein Ehepaar in Ungarn hielt eine Frau als Sklavin und ließ sie verhungern.
Debrecen. Ein ungarisches Ehepaar ist in erster Instanz zu langen Haftstrafen verurteilt worden, nachdem es eine Frau, die es wie eine Sklavin hielt, zu Tode gequält hatte. Die 34-jährige Frau, die im Sommer 2023 in das Haus des Paares aufgenommen wurde, um bei der Hausarbeit zu helfen, wurde stattdessen gefangen gehalten, misshandelt und systematisch ausgehungert. Ihr Leichnam wurde schließlich von Kindern auf einem Parkplatz entdeckt.
Die Staatsanwaltschaft bei der Berufungsinstanz in Debrecen hat die Verschärfung der Haftstrafen für das Ehepaar beantragt. Das Paar wurde bereits wegen Körperverletzung mit Todesfolge, Menschenhandel und Zwangsarbeit zu 14 und 10 Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft fordert nun eine Verurteilung wegen Mordes mit besonderer Grausamkeit und lebenslange Haft für den Mann sowie eine deutlich höhere Strafe für die Frau.
Die Frau wurde regelmäßig mit einem Nudelholz und einem Elektroschocker misshandelt und erhielt kaum Nahrung. Am 28. April 2024 war sie so geschwächt, dass sie nicht mehr aufstehen oder kommunizieren konnte. Aus Angst vor Konsequenzen suchte das Paar keine medizinische Hilfe, sondern transportierte die Frau mit Hilfe ihres Kindes und dessen Partners im Auto in Richtung Budapest; unterwegs starb sie.
Quellen: 444, HVG
Photo: Gustavo La Rotta Amaya – Slavery in chains / Wikicommons / CCBYSA2.0
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