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Ukraine attackiert russische Ölraffinerie - Moskau meldet Treffer auf Industrieanlage

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Schläge tief im russischen Hinterland zeigen, wie sehr Energieanlagen zum Frontabschnitt des Krieges geworden sind.

Moskau. Ukrainische Streitkräfte haben nach russischen Angaben erneut Ziele weit hinter der Frontlinie angegriffen. In der Nacht sei bei einem „massiven“ beziehungsweise „starken Drohnenangriff“ ein Industrieunternehmen im Bezirk Kstowo in der Region Nischni Nowgorod „erheblich beschädigt“ worden, teilte Regionalgouverneur Gleb Nikitin auf Telegram mit. Mehr als 100 Drohnen seien abgeschossen worden, ersten Informationen zufolge gebe es keine Opfer. Während Behörden offiziell nur von einem Industrieunternehmen sprechen, berichten ukrainische Medien und pro-ukrainische Telegram-Kanäle, der Angriff habe der großen Lukoil-Ölraffinerie Kstowo gegolten.

Die betroffene Raffinerie, auch als Lukoil-Nizhegorodnefteorgsintez bekannt, gilt als eine der größten Anlagen dieser Art in Russland. Nach Unternehmensangaben werden dort unter anderem Diesel, Benzin, Flugbenzin und Schmierstoffe produziert. Nikitin warnte, während der Wiederaufbauarbeiten könne es vorübergehend zu Stromausfällen sowie Einschränkungen bei Warmwasser und Heizung in Teilen der Versorgungsnetze kommen, die Wohngebiete bedienen. Über das genaue Ausmaß der Schäden an der mutmaßlich getroffenen Raffinerie liegen bislang keine unabhängig verifizierbaren Angaben vor.

Angriffe auf Öl- und Rüstungsbetriebe im russischen Hinterland haben in diesem Jahr deutlich zugenommen. Die Ukraine setzt dabei nach eigener Darstellung Drohnen und Raketen ein, um kriegswichtige Energieanlagen, Terminals und Depots zu treffen, die einen zentralen Treiber der russischen Wirtschaft und Kriegsfinanzierung darstellen. Moskau spricht in solchen Fällen regelmäßig von „terroristischen“ Aktionen und bestreitet größere Schäden. Russische Stellen hatten erst am Freitag erklärt, Kiew habe seine Schläge gegen Raffinerien nach einer mehrtägigen Pause wieder aufgenommen.

via indy.finance: die Welt hat derzeit mehrere Geopolitische Konflikte auf erheblichen Eskalationsstufen zu verdauen - die Energiemärkte sind besonders betroffen durch die Sperre der Straße von Hormuz und der Straße von Bab el-Mandeb durch die Huthi Rebellen.

Der jüngste Angriff reiht sich in eine Serie von Vorfällen gegen russische Energieziele ein. Bereits in dieser Woche war es nach einem Drohnenangriff in der Region Samara Berichten zufolge zu einem schweren Brand in einer weiteren Raffinerie gekommen, Bilder in sozialen Netzwerken zeigten hohe schwarze Rauchsäulen. Zuvor hatten Medien berichtet, die Ukraine habe entsprechende Einsätze zeitweise unter Druck aus Washington ausgesetzt; die US-Regierung hatte die Angriffe für steigende weltweite Dieselpreise verantwortlich gemacht. Auch der im Wahlkampf stehende US-Präsident kritisierte Kyiv und macht die ukrainischen Schläge für höhere Energiepreise weltweit und in den USA mitverantwortlich - eine mehr als gewagte These: Anders als die blockierte Straße von Hormuz ist Russland bereits seit Jahren größtenteils vom internationalen Energiemarkt isoliert - der Preiseffekt dürfte dementsprechend gering sein.

Auf ukrainischer Seite stehen die Attacken in direktem Zusammenhang mit einer massiven russischen Kampagne gegen die eigene Energieinfrastruktur. Präsident Volodymyr Zelensky schrieb am Wochenende auf X, nach russischen Angriffen seien rund 280.000 Haushalte ohne Strom gewesen, davon rund 200.000 in Dnipro und Region sowie mehr als 80.000 im Gebiet Kyiv. Nach seinen Angaben traf die russische Armee ein Heizkraftwerk bei Kyiv sowie vier Umspannwerke im Gebiet Dnipro und weitere Ziele. Beide Seiten führen damit den Krieg zunehmend entlang der Strom- und Treibstoffversorgung, die über das Geschehen an der Frontlinie hinaus über Sieg oder Niederlage mitentscheidet.

Für Europa und damit auch für Ungarn bleibt jeder Schlag gegen russische Raffinerien relevant, weil er in einen ohnehin angespannten globalen Energiemarkt hineinwirkt. Konkrete Folgen des Angriffs von Kstowo für Exportströme oder Preisniveaus lassen sich noch nicht beziffern, doch die Ballung solcher Vorfälle erhöht die Preissensitivität an den Rohstoffbörsen. Dass nun abermals eine große Anlage des Konzerns Lukoil im Fokus steht, unterstreicht, wie sehr sich dieser Krieg auch auf Energieinfrastruktur und Raffineriekapazitäten erstreckt.

Quellen: ORF, DW, Euronews, https://indy.finance
Photo: Vmenkov other_versions=Image:E7158-Kstovo-industrial-center.jpg Image:E7159-Ksto / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

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