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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 4/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 4 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Neues Kongreßzentrum für Budapest

28.01.2010 · Wirtschaft

Neues Kongresszentrum für Budapest

Die Nationale Entwicklungsagentur, ein Investitionsbüro des Wirtschaftsministerium hat eine Ausschreibung über ein neues Kongress- und Konferenzzentrum in der ungarischen Hauptstadt Budapest bekannt gegeben. Das Projekt wird mit ungefähr einer 1 Milliarde Forint Investition veranschlagt, ca. 3,7 Mio EUR, was für die geplanten Ausmaße etwas kanpp kalkuliert erscheint. Das Kongresszentrum soll nämlich die zentrale Einrichtung für große Tagungen und Kongresse sein und 3.000-4.000 Teilnehmer pro Event ermöglichen. Gebote können bis 1. März abgegeben werden. (Weitere Infos: www.nfu.hu )

Eine zeitgemäße Einrichtung dieser Art gibt es in Budapest noch nicht, daher entgeht der Stadt eine Menge an Kongresstourismus. Der Manager des Syma Sport Zentrums, András Szántó sieht das auch so. In der Wirtschaftszeitung Világgazdaság meint er, dass bei 8-10 Großveranstaltungen pro Jahr in so einem neuen Center Zigmilliarden Forint an Steuereinnahmen für den Staat über Taxiunternehmen, Caterer, Hotels und andere Umsatzbringer fließen könnten. Nach unbestätigten Berichten, plant der Traditionsklub FC Ferencváros zudem ein neues Stadion für 22.000 Menschen mit einer Investition von ca. 30 Millionen EUR. Der FTC ist im Besitz von englischen Investoren (Sheffield).

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"Von Degas bis Picasso" in Budapest

29.01.2010 · Kultur

Eine Reise

Eine Reise in die Welt des Impressionismus in der Malerei und von dort bis zum Universalismus eines Picasso startete das Museum der Schönen Künste in Budapest am 28. Januar. Sämtliche der 55 gezeigten Kunstwerke stammen aus den Sammlungen der Russen Iwan Morozow and Sergej Schuktschin, die sich seit der Beschlagnahme durch die Oktoberrevultionäre im Moskauer Puschkin-Museum befinden, das auch zum zentralen Lagerort späterer, ausländischer Beutekunst geworden ist. Die Gemälde repräsentieren Meisterwerke in einer Spanne vom französischen Symbolismus vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Vertreten sind alle großen Namen dieser spannenden Epoche der Malerei: Courbet, Corot, Degas, Manet, Monet, Renoir, Gauguin, Van Gogh, Toulouse-Lautrec, Cézanne, Matisse und Picasso. Unsere Abb.: Henri Matisse – “Der Tanz”. 28. Januar bis 25. April

Museum d. Schönen Künste, Heldenplatz, Budapest Weitergehende Informationen zur Ausstellung (engl.)

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Arbeitslosenquote stagniert erstmals

30.01.2010 · Nachrichten

Arbeitslosenquote in Ungarn stagniert erstmals wieder

Die durchschnittliche Arbeitslosenrate von Oktober bis Dezember 2009 betrug in Ungarn 10,5% und lag damit auf dem gleichen Stand wie im Zeitraum September bis November, meldet das Statistische Zentralamt in Budapest. Die Zahl der offiziell registrierten Arbeitslosen sank in dieser Zeit um 3.000 auf jetzt 442.000. Allerdings ging die Gesamtzahl der Beschäftigten um 5.000 zurück. Die Beschäftigungsquote liegt mit 55% (der 15-74jähriugen) weiterhin sehr niedrig, 3.783 Millionen Ungarn hatten im Erhebungszeitraum eine sozialversicherungspflichtige Anstellung. Sehr hoch blieb die Arbeitslosenrate bei Jugendlichen mit 27,8%, 8,1 Prozentpunkte mehr oder rund +36% zum Vorjahreszeitraum. In der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahre sind 19,2% aller Arbeitsfähigen ohne eine feste Anstellung. Die höchste Arbeitslosenquote wird derzeit in Nordungarn mit 15,2% registriert in Zentralungarn, inkl. Budapest liegt sie bei 6,6%, zu 4,6% im Vorjahr.

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Gefängnisse in Ungarn chronisch überbelegt, lange U-Haft

30.01.2010 · Nachrichten

Die Zahl der Menschen, die in Unganr 2009 eine Haftstrafe verbüßten, stieg um fast 900. Das sagte der Leiter des Strafvollzuges Antal Kökenyesi am Donnderstag vor Medienvertretern in Budapest. Damit erreicht die durchschnittliche Belegungsquote der ungarischen Gefängnisse 130%, d.h. im Schnitt sind dort ein Drittel mehr Insassten untergebracht als offiziell zugelassen. Der Gefängnisbetrieb und Strafvollzug überzog sein Budget im letzten Jahr um 1,3 Millarden Forint (ca. 4,8 Mio EUR). Sämtliche Schulden seien aber mit Januar 2010 beglichen worden. Im letzten Jahr wurden in 83 Einrichtungen „upgrades“ durchgeführt, d.h. Renovierungen, neue Ausstattung, Um- und Anbauten. Bei 62 dieser Projekte konnte man EU-Mittel generieren. Nach der Aufstellung des obersten Gefängnisaufsehers des Landes verbringen sitzen derzeit mehr als einhundert Gefangene länger als zwei Jahre in Untersuchungshaft, d.h. sie sind noch nicht rechtskräftig verurteilt.

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Hilfsprogramm für Erhalt von Arbeitsplätzen

30.01.2010 · Nachrichten

in Ungarn

Das Arbeitsministerium kündigte den Start eines weiteren Arbeitsplatzsicherungsprogrammes an. 500 Millionen Forint (ca. 1,85 Mio EUR) sollen ab 1. Februar zusätzlich dazu verwendet werden 3.500 bis 4.000 Jobs zu sichern. Das Programm soll vor allem Massenentlassungen verhindern, also Kündigungen von 50 oder mehr Mitarbeitern und auch Firmen zu Gute kommen, „die Mitarbeiter von in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen übernehmen möchten“. Pro Mitarbeiter kann ein maximaler Zuschuss zu den Lohnkosten von 396.900 Forint (ca. 1.460 EUR) beantragt werden, wenn der Angestellte für die Dauer der eigentlichen Kündigungsfrist plus weitere 4-8 Monate behalten oder übernommen wird. Das Programm liegt vorerst bis Ende September auf.

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84 Kältetote in Ungarn – Regierung verkündet Hilfsmaßnahmen

30.01.2010 · Nachrichten

In Ungarn sind in diesem Winter bisher 84 Menschen erfroren. Das meldete die Landespolizei am Donnerstag. Die meisten Opfer sind nicht auf der Straße gestorben, sondern in ihren ungeheizten Wohnungen. Während die Obdachlosenasyle mittlerweile auf 100-150% laufen, gibt es immer noch zahlreiche Menschen, die dennoch auf der Straße übernachten. Die Regierung hat nun Lokalverwaltungen und öffentliche Einrichtungen angefragt bzw. angewiesen, Plätze zum sicheren und warmen Übernachten zu öffnen und wenigstens heißen Tee zu verteilen. So soll die ungarische Bahn MÁV ihre Warteräume auch nachts offen halten, „Penner“ werden dort regelmäßig vom Sicherheitsdienst entfernt. Auch sollen sich Obdachlose oder Arme kostenlos Feuerholz in Wäldern sammeln dürfen. Das Sozialministerium hat 5 Millionen Forint (18.440.- EUR) zusätzlich bewilligt, um beheizte Räume anzumieten, die auch nachts und am Wochenende offen bleiben. Das Verteidigungsministerium will „binnen Tagen“ Zeltplanen und Kleidung bereitstellen. In diesem Jahr wurden die Staatszuschüsse für Hilfsprojekte wiederum um knapp 20% gekürzt. Dazu unsere ausführliche Reportage hier .

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