(c) Pester Lloyd / 8 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Sondersteuer verhagelt Magyar Telekom die Bilanz
24.02.2011 · Wirtschaft
Das vierte Quartal 2010 erbrachte bei der Magyar Telekom, Tochter der Deutsche Telekom einen Gewinn nach Steuern von 7,5 Milliarden Forint (heute ca. 27,5 Mio EUR), das sind 26,5% weniger als im vierten Quartal 2009, damit verringerte sich auch der Gewinn pro Aktie von fast 10 auf noch 7 Forint. Die Umsätze sanken im Jahresvergleich um 3,9 Porzent auf 157 Milliarden Forint, während die Kosten insgesamt um 11,1% auf 158,7 Mrd. Forint ansteigen. Dabei gingen die operativen Kosten sogar um 3,4% zurück, doch die Krisensondersteuer erhöhte „sonstige Kosten“ um über 62% auf rund 61 Mrd. HUF.
Da die Sondersteuer nicht aus dem Ergebnis, sondern aus dem Umsatz errechnet wird, handelt es sich dabei um Kosten, die vor den eigentlichen Steuern zu bilanzieren sind. Die ungarische Telekom hatte rund 27 Mrd. Forint aus dieser Sonderbelastung zu schultern (fast 100 Mio EUR). Aus dieser Konstellation ergibt sich ein negatives operatives Ergebnis von 620 Mio HUF, entgegen dem Gewinn vor Steuern von 21,1 Mrd. Forint im Q4 vor einem Jahr, das Ergebnis vor Steuern betrug am Ende -7,3 Mrd., doch eine „negative Körperschaftssteuer“, sprich Steuerrückzahlung von 17 Mrd. Forint brachte das Unternehmen im Endeffekt auch im vierten Quartal in die schwarzen Zahlen.
Demonstration in Zagreb gegen kroatische Regierung
24.02.2011 · Kroatien
Auch beim EU-Beitrittskandidaten Kroatien wächst die Unzufriedenheitmit den Lebensbedingungen. Mehrere Hundert Demonstrierende haben am Dienstag in der kroatischen Hauptstadt Zagreb den Rücktritt der Regierung gefordert. Die „Allianz für Veränderung“ hatte die Versammlung über das soziale Netzwerk Facebook organisiert und zum friedlichen Protest aufgerufen.
Die Forderungen der Demonstrierenden umfassten zudem eine Erhöhung der Gehälter, die Nationalisierung der im ausländischen Besitz stehenden Banken und die Umsetzung einer Währungsreform. Kritik äußerten die Teilnehmer des Protests an gestiegenen Zinssätzen, neuen Steuern sowie der Rolle der Bürokratie im Staatswesen und der vorherrschenden Verteilung des Kapitals. Die Kundgebung fand auf Straßen nahe dem St. Mark-Platz statt, den die Polizei abgeriegelt hatte, um eine Versammlung vor dem Regierungsgebäude zu verhindern.
Die Sicherheitskräfte nahmen einen der Organisatoren, Ivan Pernar, fest, nachdem dieser mit einem anderen Demonstranten eine Polizeibarrikade überquert hatte. Zuvor hatte Pernar erklärt, die Zeit des Widerstands sei angebrochen, eine Pflicht für alle Kroaten, und dass letztlich wie immer die Menschen gewinnen würden. Dementsprechend handle es sich bei dieser Demonstration erst um den Beginn der Proteste. Die amtierende Regierung sei nicht legitimiert, da sie mit gestohlenen Geldern und der Manipulation der Menschen an die Macht gekommen sei.
Anstieg der Arbeitslosigkeit in Kroatien
Kroatien: Proteste verstärken sich
27.02.2011 · Kroatien
Am Samstag haben in der kroatischen Hauptstadt Zagreb wieder Demonstrationen stattgefunden, zum dritten Mal binnen einer Woche. Unabhängige Beobachter sprechen von 12.000 bis 15.000 Teilnehmern. Eine friedliche Demonstration, organisiert von kroatischen Kriegsveteranen, “die Verteidiger Bosniens 1991-1996” wandte sich gegen die „soziale Vernachlässigung“, vor allem aber den mangelnden Schutz vor „rechtlicher Verfolgung“ im Zuge des Bosnienkrieges. Anlass ist die Auslieferungshaft eines in Serbien wegen Kriegsverbrechen angeklagten Kroaten, der in Bosnien auf seine Auslieferung wartet. Die Aufrechnung von Kriesgsverbrechen auf beiden Seiten belasten die Beziehungen zwischen Serbien und Kroatien weiterhin stark. Abseits davon lieferten sich einige hundert, meist jüngere Protestierer Straßenschlachten mit der Polizei, die wieder mit einem martialischen Aufgebot das Betreten des zentralen St. Mark Platzes verhindern wollte, auf dem sich auch Regierungssitz und Parlament befinden. Dort gab es bereits in den Tagen zuvor Demonstrationen von einer „Allianz für den Wandel“, die den Rücktritt der aus ihrer Sicht korrupten Regierung und eine sozialere Politik fordern. Bereits am Donnerstag mündete der Protest von rund 2000 Menschen zum Teil in Gewalttätigkeiten. Am Samstag gab es nach Agenturmeldungen rund 30 Verletzte, über 50 Menschen wurden verhaftet, die Polizei setzte Knüppel und Tränengas ein.
Brian und seine Großmutter – Acoustic-/Soul-/Jazz-Konzert in Budapest
01.03.2011 · Kultur
Der US-amerikanische Jazz-Komponist und Schlagzeuger Brian Blade ist in der Welt des Jazz vor allem als Kopf der Formation „Brian Blade and The Fellowship Band“ sowie für die Zusammenarbeit mit Joni Mitchell, Bob Dylan, Norah Jones und Wayne Shorter bekannt. Parallel zu jenen Projekten hat er seit Beginn seiner musikalischen Laufbahn auch an Solostücken für die Gitarre gearbeitet. Während er in all seinen Werken auf das Einbringen persönlicher Erfahrungen und Geschichten Wert legt, stehen diese in seinen Solo-Performances noch stärker im Vordergrund. Zudem wendet sich Blade darin stärker dem Soul zu, der das musikalische Umfeld seiner Kindheit widerspiegelt. Die Stücke der nach seiner Großmutter benannten Sammlung „Mama Rosa“, die Blade am 06.03. in der Nationalen Konzerthalle in Budapest singt und spielt, kreisen um die Themen Familie, Erinnerung und Reisen und ihre Einflüsse auf die menschliche Identität.
Eintritt: 1800/3300/4900/5900 Forint (ca. 6,70/12,25/18,15/21,90 Euro)
Palast der Künste, Nationale Konzerthalle Béla Bartók Komor Marcell u. 1., 1095 Budapest Tel. für Tickets: (1) 555-3300, (1) 555-3310 Weitere Informationen: http://mupa.hu/
Ein Mahl mit seltsamen Gästen – Kunst-Ausstellung in Budapest
02.03.2011 · Kultur
Die Ari Kupsus-Galerie gehört zu den vielen Plattformen in Budapest für zeitgenössische ungarische Kunst. Am 02. März eröffnet hier die Ausstellung Máté Orrs, eines der talentiertesten Schüler der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste. Dabei handelt es sich bereits um seine zweite Ausstellung in dieser Galerie. Dieses Mal liegt der Schwerpunkt auf Orrs Öl- und Acrylgemälden; klassische Raumkompositionen und Stillleben, in die das Ironische und Groteske einbricht. Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch, 02.03. 18:00 mit Kunsthistoriker Jeff Taylor
02.03. – 26.03., Dienstags bis Freitags 14-19 Uhr, Samstags 10-14 Uhr Ari Kupsus Galerie, Bródy Sándor Utca 23/b, 1088 Budapest
Weitere Informationen: http://www.arikupsusgallery.com
Investitionsrückgang in Ungarn 5,5%
02.03.2011 · Wirtschaft
Die Investitionsleistungen in der ungarischen Industrie gingen im vierten Quartal 2010 nochmals um 7,8% gegenüber dem Vorjahr sowie 2,3% zum dritten Quartal zurück, im Gesamtjahr lagen sie 5,5% unter dem Wert von 2009, meldete das Statistische Zentralamt in Budapest am Dienstag. Im Jahresvergleich gab es Ende 2007 zum letzten Male einen Anstieg der Investitionen. Während die Rückgänge beim Fahrzeug- und Maschinenbau sowie bei Ausrüstungen nur rund 2% betrugen, fielen die Investitionen der Bauwirtschaft konjunturbegleitend um 11,3% im Quartal und 8,3% im Gesamtjahr.
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