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37% der Studierenden wollen Ungarn dauerhaft verlassen

(c) Pester Lloyd / 29 – 2015 NACHRICHTEN 13.07.2015

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Das Demographie-Institut des Zentralen Statistischen Amtes, KSH, hat eine Studie „Demogrpahisches Portrait“ präsentiert, wonach bei jetziger Bevölkerungsentwicklung und Wanderungsbewegung, 2060 2 Millionen Ungarn weniger im Lande leben werden als heute, jeder Zweite davon wird dann älter als 65 Jahre alt sein. Die Bevölkerungszahl wird dann bei 7.800.000 liegen.

Offiziell in Österreich arbeitende Ungarn (sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis), Entwicklung von Januar 2012 bis Juli 2014. Die Dunkelziffer wird – im ungarischen Wirtschaftsministerium – auf rund das Dreifache geschätzt.

Das KSH stellte nicht nur eine massive Abwanderung und ein Anhalten der niedrigsten Geburten- bzw. Reproduktionsrate seit der Wende fest, sondern publizierte auch Zahlen, die zeigen, dass die Einwanderung – entgegen der Regierungspropganda – so niedrig ist wie nie und in der Nettobilanz negativ. Das trifft vor allem auf EU-Bürger zu, die früher u.a. als Rentner oder Privatiers gerne nach Ungarn kamen, das Land aber nun meiden oder ihm den Rücken kehren. Auch die jährlich als Flüchtlinge anerkannten rund 500 Personen schlagen statistisch nicht ins Gewicht.

Eine Einwanderung aus wirtschaftlichen Gründen, wie von Orbán immer wieder als Horrorszenario an die Wand gemalt, gibt es in der Realität nicht, über die wirklichen Wirtschaftsflüchtlinge, nämlich Billigarbeitskräfte aus den ungarisch besiedelten Gebieten Rumäniens, der Ukraine und Serbiens, wird aus national-politischen Erwägungen der Mantel des Schweigens gedeckt, auch das KSH gibt dazu kaum fassbare Auskünfte.

Das KSH gibt für 2014 die Zahl der im Ausland lebenden Ungarn, die auch in Ungarn geboren wurden, mit 330.000 an. Experten halten das für geschönt, nicht erfasst seien dabei all jene, die – u.a. aus steuerlichen, familiären, vor allem aber sozialversicherungstechnischen Gründen, ihren Hauptwohnsitz pro forma in Ungarn behalten. Eine Zahl jenseits der 800.000 wird als realistisch angesehen, wovon ca. 600.000 allein in den vergangenen 5 Jahten geganen sind.

Eine Umfrage unter Studierenden, abgehalten von der Aktív Fiatalok Kutatócsoport, kommt zum Schluss, dass ca. 37% aller Studierenden sich mit dauerhaften Auswanderungsplänen befassen. Ein Student in Ungarn (über)lebt heute mit rund 50.000 Forint, also ca. 160 EUR, rund ein Viertel beschrieb seine finanzielle Lage als problemlos. Essen und Reisekosten machen ungefähr die Hälfte der Ausgaben aus, der Rest geht fürs Wohnen drauf, wobei mehr als die Hälfte bei den Eltern wohnen (müssen). 63% der befragten Studenten können sich vorstellen, eine Weile im Ausland zu arbeiten, 52% auch für eine längere Zeit, 37% planen sogar „permanent“ im Ausland zu leben.

Geldsendungen der Auswanderer bestreiten bereits 4,5% des BIP.

Orbán: Es gibt keine Auswanderung aus Ungarn. (2015)

Kommt ihr uns mal nach Hause! Wie Ungarn ausgewanderte Landsleute zurück holen will

Die große Flucht: Deprimierende Zahlen und Hintergründe zur Auswanderung aus Ungarn

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