(c) Pester Lloyd / 24 – 2017 NACHRICHTEN 12.06.2017

Die Kinderarmut in Ungarn ist, laut offiziellen Berichten von UNICEF die höchste in der gesamten EU. Hunderttausende sind ohne adäquate Ernährung, zigtausende hungern regelrecht, hausen in Wohnungen mit Schimmel und Außentoiletten, werden in Sonderschulen gezwungen und haben verminderten Zugang zum Gesundheitswesen. Dennoch hat die Regierung Orbán die Sozialhilfe für die bedürftigsten Familien nochmals halbiert .
Damit nicht genug, schlägt das Ministerium für „Humanressorucen“ ein neues Kapitel, sozusagen eines völkischen Zynismus` auf. Da es sich bei vielen der Notleidenden nicht um Ungarn im Sinne der Verfassung, sondern Roma, also „Zigeuner“ handelt, die laut Minister Balog, „dem Staat ein Leben lang auf der Tasche“ liegen werde, fördert man lieber das erstrebenswerte Erbgut und sei es auch im Ausland.
Mit Stolz verkündete Minister und Kalvinisten-Pfarrer Balog bei einer Rede im kanadischen Niagara Falls anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation die „Schaffung eines Kinderhilfsprogrammes für alle Ungarn in der Welt“, das ab 2018 starten soll. Jede „ungarische Mutter, wo immer sie einen Ungarn das Licht der Welt erblicken lässt“ erhält einen „Baby-Bond“, mit diesem Gutschein hat sie Zugang zu einer „Einmalzahlung“ sowie zu einem „staatlich unterstützten Niedrigzinskredit“, der ihr zur Verfügung steht, bis das Kind volljährig wird. Konkrete Zahlen legte er keine vor.
„Wir sprechen über ungarische Kinder, die genauso wichtig sind, wie Kinder, die in Ungarn geboren werden“ und für die „Ungarn, laut unserer Verfassung die Verantwortung hat.“
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UNICEF: Kinderarmut in Ungarn höchste in der EU
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