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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 19/2009

(c) Pester Lloyd / 19 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

0919automarkt

06.05.2009 · Wirtschaft

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Ungarns Neuwagenmarkt hat sich im April halbiert

Die Zahl der verkauften Neuwagen hat sich im April im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50% verringert. Das meldet der Verband der Autimporteure Ungarns. Dieser Rückgang gilt noch als abgefedert, da sich etliche deutsche, österreichsiche und slowakische Kunden und Händler aufgrund des niedrigen Forints in Ungarn mit Fahrzeugen eingedeckt haben. Einige Händler gaben an, dass sie mit solchen Verkäufen bis zu 80% ihres Umsatzes in den letzten Monaten gemacht hätten. Da die Autos direkt asugeführt wurden, entging dem ungarischen Staat überproportional viel Registrierungsgebühr und Kfz-Steuer. Diese Einnahmen gingen von 22 auf 11,2 Mrd. HUF zurück. Nach Daten des Statistischen Amtes sind in Ungarn derzeit rund 3,1 Mio PkW registriert. Das Durchschnittsalter beträgt stattliche 10,4 Jahre.

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EU sieht Ungarns Defizit bei 6,3%

06.05.2009 · Wirtschaft

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EU sieht Ungarns Defizit bei 6,3%

Dass Ungarn 2009 mit einem Budgetdefizit von 2,9% über die Runden kommt, glauben nicht einmal mehr die, die es vorher gesagt haben. Die Bajnai-Regierung verzichtete in ihren letzten Statements auch kleinlaut auf eine Wiederholung dieser Ziffer (vom 19. April). Nun hat die Europäische Kommission das zu erwartende Defizit auf 6,3% prognostiziert, was zwar entmutigend klingt, der Realität aber näher kommt. 2008 „schaffte“ man 3,4%, doch da waren die Auswirkungen der Krise bisher nur marginal inkludiert.

Der Rückgang der Industrieproduktion um ca. ein Viertel im ersten Quartal macht deutlich, dass die Minderung der Steuereinnahmen hoch sein wird. Auch die Kosten für Sozialmaßnahmen aufgrund höherer Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit steigen rapide und können weder vom neuesten Sparpaket, noch der Steuerreform, die ohnehin erst Ende des Jahres richtig zu Buche schlägt, aufgefangen werden. Auch werden nicht alle Hilfspakete für das Kreditwesen, Klein- und Mittelbetriebe und vor allem die Ankurbelung der Konjunktur (Straßenbau- und Infrastrukturpaket) ausschließlich aus den EU-Hilfsgeldern finanziert. Die EU sieht für Ende des Jahres 9,5% (derzeit schon 9,3) Arbeitslosenrate, für 2010 11,2%. Die Inflation wird mit je knapp über 4% erwartet.

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Electro World Ungarn vor Ausverkauf?

06.05.2009 · Wirtschaft

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Electro World Ungarn vor Ausverkauf?

Das Stammkapital der ungarischen Electro World Kaufhäuser wurde um 2 Milliarden Forint (rund 7 Mio EUR) auf 4,058 Milliarden HUF erhöht, meldet die ungarische Zeitung Napi Gazdaság. Die dringend nötige Kapitalspritze für die neun, in Summe defizitären, ungarischen Elektronikhandelshäuser kam direkt vom Eigentümer, DSG Overseas, die wiederum Mitglied des Finanzinvestors Dixons ist. Außerdem wurden 957 Mio HUF (etwas mehr als 3 Mio EUR) für die Tilgung dringender Verbindlichkeiten eingebracht. Im Markt wird seit einiger Zeit spekuliert, dass Electro World Ungarn zum Verkauf stehen könnte. Es steht im Raum, dass die rumänische Kette Domo oder der slowakische Marktführer Nay Elektrodom Elextro World Ungarn übernehmen könnten, gar zu einem symbolischen Preis. Das Unternehmen selbst dementiert Schliessungsgerüchte, äußert sich ansonsten aber so gut wie gar nicht zur Zukunft.

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Synergon erreicht im ersten Quartal Gewinnzone

06.05.2009 · Wirtschaft

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Synergon erreicht im ersten Quartal Gewinnzone

Die börsennotierte ungarische IT-Firma Synergon konnte, trotz Wirtschaftskrise, im ersten Quartal diesen Jahres in die Gewinnzone drehen. Der Nachsteuergewinn klingt zwar mit ca. 130.000 EUR noch bescheiden, im ersten Quartal des Vorjahres hatte das Unternehmen aber noch einen Verlust von fast 3 Mio EUR auszuweisen. Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um annähernd 50% auf 4,06 Milliarden HUF.

Neben einer guten Auftragslage verhalf vor allem ein Programm zur Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung zu dem Ergebnis. Der operative Gewinn lag bei 171 Mio HUF, im Vorjahr lag das Ergebnis noch bei -443 Mio EUR. Die positive Tendenz wurde vom Vorstandschef Mark Lazarovits für das Gesamtjahr bestätigt. Den größten Anteil am Gewinn hatte die tschechische Tochter des Unternehmens, die Infinity a.s. Die Aktien der Synergon werden an der Budapester Börse gehandelt.

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0919citibank

07.05.2009 · Wirtschaft

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Kleine Strafe für Citibank Ungarn

Die ungarische Wettbewerbsaufsicht hat die Ungarn-Tochter der Citibank mit einer Strafe in Höhe von 5 Mio. HUF (ca. 15.000 EUR) wegen irreführender Werbung belegt. Die Verurteilung erfolgte aufgrund einer initiative der Konsumentenschutzverbandes. Die Citibank hatte für ein Konto ohne Kontoführungsgebühren geworben. Im Kleingedruckten des Kontovertrages stellte sich dann aber heraus, dass der Bankkunde mindestens eine Einlage von 3 Mio HUF oder regelmäßige monatliche Zahlungseingänge von 150.000 HUF erbringen muss, um in den Genuss der Spesenbefreiung zu kommen. Eine ausführliche Begründung des Urteils folgt, die Citibank hat die Möglichkeit Rechtsmittel dagegen einzulegen, der Beschluss ist also noch nicht rechtskräftig.

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0919hollohaz

07.05.2009 · Wirtschaft

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Hollóházi Porzellan steht vor Privatisierung

Vor kurzem trennte sich die Stadt Pécs von ihrem Anteil an der Traditionsmarke Zsolnay, nun steht die nächste Porzellan- und Keramikmanufaktur vor der Privatisierung. Eine der ältesten Fabriken, die Hollóházer Porzellanmanufaktur soll

in Gänze einen neuen Eigentümer finden.

Zum Verkauf stehen Fertigung, Lager, Modelarchiv und die Markenrechte. Erlöst sollen zumindest 750 Mio Forint, ca. 2,6 Mio EUR. Die Ausschreibung verpflichtet den Investor ausdrücklich zur Gesamtübernahme, so soll verhindert werden, dass einzelne Filetstücke erworben werden und die Marke so untergehen könnte. Der Käufer soll sich zudem zur Weiterproduktion für zumindest fünf Jahre verpflichten. Ende der Einreichfrist ist der 19. Mai.

Noch im Jahre 2006 machte die Manufaktur einen Umsatz von über 1 Mrd. Forint, im letzten Jahr sackte dieser auf unter 700 Mio HUF ab. Als Grund wird die Überflutung mit asiatischem Billigporzellan genannt. Auch die traditionsreichen böhmischen Kristall-, Glas- und Porzellanfabriken gerieten im letzten Jahr in Schwierigkeiten und mussten reihenweise Konkurs anmelden.

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