(c) Pester Lloyd / 25 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ungarn zieht dritte IWF-Tranche
16.06.2009 · Wirtschaft
_______________________________________________________
Ungarn zieht dritte IWF-Tranche
Ende Juni wird Ungarn die dritte Tranche des 20 Milliarden EUR-Rettungspaketes des IWF, der Weltbank und der EU ziehen. Eine entsprechendes Papier, in der sowohl IWF als auch EU die Erfüllung der dazu notwendigen Rahmenbedingungen seitens Ungarn bestätigen, wurde soeben unterzeichnet, meldet MTI mit Bezug auf Finanzminister Péter Oszkó. Konkret handelt es sich um 1,5 Milliarden EUR. Im Dezember nahm Ungarn bereits 2 Mrd. davon als Nothilfe in Anspruch, nachdem der Markt für Staatsanleihen zusammen gebrochen war. Weitere 2 Milliarden waren es Ende März. Fast alle gesetzlichen Veränderungen der Bajnai-Regierung, sowohl steuerlicher als auch budgetärer Art, entstammten direkten Forderungen des Internationalen Währungsfonds.
IHRE MEINUNG IST GEFRAGT – KOMMENTAR ABGEBEN
(c) Pester Lloyd
Lieferanten beschweren sich über Handelsriesen
16.06.2009 · Wirtschaft
_______________________________________________________
Lieferanten beschweren sich über Handelsriesen in Ungarn
Sie sollen die Mehrwertsteuererhöhung alleine tragen. Der ungarische Verband der Lebensmittelhersteller (EFOSZ) hat sich beim staatlichen Wettbewerbsamt (GVH) über die großen Lebensmittelketten beschwert. Die Multis hätten von ihren Lieferanten gefordert, ihre Preise per 1. Juli um 4-6 Prozent zu senken. Auf diese Weise sollen sie die Mehrwertsteuerrhöhung von 20 auf 25% abfangen. Wer diese Steigerung nicht vollständig übernehme, dem haben einige Handelsketten schon mit der Auslistung ihrer Produkte gedroht, so der Verband EFOSZ.
Seit Jahresbeginn seien die Lebensmittelpreise im Einzelhandel um durchschnittlich 5% gestiegen. Gleichzeitig erhielten die Lieferanten aber lediglich 1% mehr Geld für ihre Ware, was die Gewinnspanne der Einzelhändler deutlich erhöht habe. Das Wettbewerbsamt könnte wegen Preisabsprachen und unlauteren Wettbewerbsmethoden gegen die Multis vorgehen, eine Auslistung widerspenstiger Lieferanten durch die großen Häuser, kann sie jedoch nicht verhindern.
IHRE MEINUNG IST GEFRAGT – KOMMENTAR ABGEBEN
(c) Pester Lloyd
19.-28.06. Woche der Nationalparks in Ungarn
16.06.2009 · Wirtschaft
_______________________________________________________
19.-28.06. Woche der Nationalparks in Ungarn
Vom 19. bis 28. Juni findet zum dritten Male in Ungarn die Woche der Nationalparks statt. Zahlreiche Programm wollen auf die Vielfalt der Natur als Teil der ungarischen Kultur, deren Schutz und die vielen Möglichkeiten des sanften Tourismus` aufmerksam machen. Eine zentrale Veranstaltung wird unter anderem in Tihany, am Nordufer des Balaton stattfinden. Dort werden sich u.a. alle zehn ungarischen Nationalparks präsentieren, ein Markt mit kreativen Kunsthandwerksarbeiten aus nachhaltigem Rohstoffanbau, Vorträge, Musik und weiteres werden geboten. Auch Imre Szabó, Minister für Umwelt und Wasserwirtschaft, wird dazu erwartet. Eröffnung am 19. Juni in Csopak, Programme von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr, Samstag, 20. Juni Tihany 9.30 Uhr bis 18 Uhr.
IHRE MEINUNG IST GEFRAGT – KOMMENTAR ABGEBEN
(c) Pester Lloyd
Tante-Emma-Läden sterben weiter
16.06.2009 · Wirtschaft
_______________________________________________________
Tante-Emma-Läden sterben weiter
ABC-Märkte in Ungarn wichtiger Treffpunkt
Das Marktforschungsinstitut Nielsen kommt zu dem Ergebnis, dass „Tante-Emma-Läden“ in Ungarn immer seltener werden, die großen Handelsketten dafür immer mehr an Terrain gewinnen. Diese nicht ganz überraschende Beobachtung unterlegt man mit folgenden Zahlen. Allein 2008 ging die Zahl der kleinen, inhaberbetriebenen Lebensmittelgeschäfte um 1.400 auf landesweit noch rund 19.900 zurück. Im gleichen Zeitraum gingen deren Umsätze um 8% zurück, während die Umsätze der großen Player inkl. der Diskont-Märkte um 3% zulegten.
Besonders heftig seien die Einbrüche auf dem Drogeriemarkt. Hier hätten die beiden Marktführer in Ungarn, dm und Rossmann, auch durch die Eröffnung Dutzender neuer Märkte den kleinen Händlern sehr viel Umsatz abgejagt, da letztere die agressive Preispolitik ihrer Konkurrenten nicht durchhalten könnten.
In Ungarn haben vor allem die vielen ABC-Märkte eine wichtige Bedeutung für viele Bewohner von Vororten und Plattenbausiedlungen. Sie liegen mitten in den Wohnvierteln, haben oft bis spät nachts, manche durchgehend auf und sind oft auch Treffpunkt und Nachrichtenbörse, manchmal auch Kneipe, auch wenn der Ausschank eigentlich offiziell verboten ist.
Die Abwälzung der Mehrwertsteuererhöhung auf die Lieferanten seitens der Handelsketten, können die kleinen EInzelhändler nicht erzwingen, ihnen fehlt dazu die EInkaufsmacht. Wer ab 1. Juli also wieder draufzahlt, dürfte klar sein.
Áfa: Lieferanten vs. Handelsriesen
IHRE MEINUNG IST GEFRAGT – KOMMENTAR ABGEBEN
(c) Pester Lloyd
Mehrwertsteuernachlass für Fernheizung
17.06.2009 · Wirtschaft
_______________________________________________________
Mehrwertsteuernachlass für Fernheizungskunden in Ungarn
Nach einem Gespräch zwischen MSZP-Bürgermeistern und Ministerpräsident Gordon Bajnai, fand sich der Regierungschef bereit, die für Juli beschlossene Mehrwertsteuererhöhung für Bezieher von Fernwärme abzumildern. Die vor allem von materiell schwächer gestellten Bevölkerungsgruppen bewohnten Plattenbauten, die überwiegend noch am Fernwärmenetz hängen, müssen demnach nur den niedrigsten Mehrwertsteuersatz von, derzeit, 5% auf ihre Energierechnung bezahlen. Ursprünglich sollte dafür der ermäßigte Steuersatz von 18%, statt dem Regelsatz von 25% ab 1. Juli, gelten. Allerdings müssen die Sätze noch von der EU genehmigt werden. Der niedrigste Steuersatz von 5% gilt derzeit unter anderem für Medikamente und Bücher. Es ist aber durchaus möglich, dass auch dieser Minimalsatz bis 2010 leicht angehoben wird. Rund 640.000 Haushalte mit rund 2 Millionen Menschen sind von der Regelung betroffen.
IHRE MEINUNG IST GEFRAGT – KOMMENTAR ABGEBEN
(c) Pester Lloyd
Protest gegen Denkmalsschändung
17.06.2009 · Nachrichten
_______________________________________________________
Holocaust-Denkmal in Ungarn geschändet
Seit dem Wahlsieg der rechtsextremen Partei Jobbik, die auf Anhieb bei den Europawahlen 14,8% einfuhr, scheint die Hemmschwelle für offenen Antisemitismus bei einigen weiter gesunken zu sein. Am Montag dieser Woche wurde das Holocaust-Denkmal am Ufer der Donau in Budapest geschändet. In den eisernen Schuhen des Denkmals, das an die Erschießung hunderter Juden erinnert, die 1944/45 von Pfeilkreuzlern, den ungarischen Nazis, aus den Ghettos geholt, gemordet und teilweise anschließend in die Donau geworfen wurden, steckten die Beine von Schweinen, Säcke mit weiteren Kadaverteilen lagen daneben.
Tamás Suchman, Parlamentsabgeordneter der Sozialisten, rief heute im Namen seiner Partei zu einem breiten Protest gegen diese antisemitischen und zutiefst menschenverachtenden Auswüchse auf. Am Donnerstagabend soll am Ort des Geschehens eine entsprechende Protestveranstaltung stattfinden. Suchman hofft auf Beteiligung zahlreicher Organisationen, Parteien und Bürger, über alle sonstigen ideologischen Grenzen hinweg.
IHRE MEINUNG IST GEFRAGT – KOMMENTAR ABGEBEN
(c) Pester Lloyd
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




