(c) Pester Lloyd / 06 – 2009 WIRTSCHAFT 04.02.2009
Forint etabliert sich jenseits der 300
Fast täglich schliesst der Forint mit neuen Rekordtiefs, die Regierung ist relativ machtlos, Touristen profitieren eher selten vom günstigen Tauschkurs.
Mit einiger Beunruhigung, aber wenig Überraschung nimmt man derzeit das fortgesetzte Absacken des Forint zur Kenntniss. Am Dienstag notierte die ungarische Währung bei rund 302 zum Euro, wieder ein historisches Tief, am Mittwoch etablierte sich die Währung jenseits der 300er Marke.
Ministerpäsident Ferenc Gyurcsány verabredete sich mit Zentralbankchef András Simor, um Maßnahmen zur Stützung der Währung zu beraten. Deren Handlungsspielraum ist aber begrenzt, Zinserhöhungen sind fast ausgeschlossen, der Leitzins liegt ohnehin noch zu hoch, um Klammheit der Banken und des Mittelstands zu beenden. Der einzige Ausweg liegt in einer Beschleunigung der Euroeinführung, an einer verbesserten Road Map werde derzeit gearbeitet. Der billige Forint, aber auch die weiter sinkende tschechische Krone locken derweil zum Shopping nach Ungarn oder Tschechien, doch beim Geldwechsel gibt es Risiken. Grenznahe Städte wie Sopron oder Györ erhoffen nun einen Anstieg des Shoppingtourismus, Budapest empfiehlt sich jedoch nur teilweise für ein City-Wochenende. Denn viele Wechselstuben scheinen die Kursveränderungen schlicht zu ignorieren. So bietet z.B. Western Union am West- und Ostbahnhof lediglich 210-215 HUF pro EUR. Zudem schreiben viele Wechselstuben gut sichtbar Kurse an, die bei näherer Betrachtung erst bei Summen über 300.000 HUF gelten. Ganz abzuraten ist von Eurobezahlung in Lokalen. Die Kurse sind meist unterirdisch, hinzu kommt oft noch ein per Hand auf die Rechnung gesetztes „Bediengeld“. Beim Wechseln „auf der Strasse“ herrscht akute Falschgeld- und Altpapiergefahr.
Empfohlen wird daher, schon bei der heimischen Bank zu wechseln oder sich bei einer ungarischen Bank nach Rücksprache zu bedienen. In jedem Fall sollte man sich vorher den Wechselbetrag bestätigen lassen. Auch die Bankomaten geben meist faire Kurse aus. Als angemessen gelten bei einem amtlichen Mittelkurs von 1:300, Wechselkurse von um die 280.
Tageskurse der osteuropäischen Währungen
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