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Tamás Vahl verzichtet auf Ministeramt

(c) Pester Lloyd / 16 – 2009 POLITIK 16.04.2009

Fehlstart

Ungarns neue Regierung hat schon den ersten Skandal

Tamás Vahl verzichtet auf Ministeramt – Den DUIHK-Präsidenten holten Kartellverfahren aus seiner SAP-Zeit ein

Das neue Kabinett von Ministerpräsident Gordon Bajnai ist noch nicht einmal vereidigt, da wird schon der erste Rückzug von einem Schlüsselposten gemeldet. Der designierte Minister für Wirtschaft und Regionalentwicklung, Tamás Vahl (Foto), erklärte, dass er auf das Amt, in welchem er eigentlich dem neuen Premier nachfolgen sollte, verzichten werde. Der Grund dafür war ein offener Brief der ungarischen Sektion von Transparency International, der zumindest die moralische Qualifikation Vahls für diesen Posten offen bestreitet. Vahl meinte, er möchte der neuen Regierung den Start nicht erschweren, auch wenn er glaubt, einiges zum Guten hätte bewegen können. Der 48-jährige IT-Fachmann war in zahlreichen führenden Positionen u.a. bei IBM, Hewlett-Packard sowie SAP-Ungarn beschäftigt, bei letzterem Unternehmen war er seit 2000 Geschäftsführer. 2007 wurde er zum Präsidenten der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer gewählt. Während seiner Zeit bei SAP Hungary wurde das Unternehmen dreimal durch das Wettbewerbsamt wegen Kartellbildung gerügt. SAP ging den Rechtsweg und erhielt rechtskräftige Urteile des Berufungsgerichtes. Das Unternehmen musste u.a. wegen Kartellbildung mit IBM bei öffentlichen Aufträgen eine Buße in der Höhe von mehreren Hundertmillionen (Forint) zahlen.

Die Opposition hatte – naturgemäß – gleich die passenden hämischen Kommentare bei der Hand und bezeichnete den Vorgang als typisch für die gesamte regierende Machtelite in Ungarn. Der Stab Bajnais muss sich, sollten solche Kategorien bei der Auswahl überhaupt eine Rolle gespielt haben, zumindest den Vorwurf einer unprofessionellen Vorbereitung gefallen lassen.

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