(c) Pester Lloyd / 35 – 2009 WIRTSCHAFT 24.08.2009
26.08.09 _______________________________________________________
Slowakei: eine Überweisung für Alles
Eine einzige Zahlungsanweisung auf ein zentrales Konto soll in Zukunft all die kleinen Einzahlungen bei den Finanzämtern, Kranken- und Pensionsversicherungen und sonstigen Genehmigungsbehörden oder regionalen Strukturen ersetzen. Damit will das Land noch attraktiver für Investoren werden.
Die vereinfachte Steuerabführung ist vor allem auch für kleine und mittlere Unternehmen hilfreich, deren Eigner meist stark in den Produktions- und Vermarktungsprozess eingebunden sind und daher kaum Zeit haben, sich um Administratives zu kümmern. In der ersten Phase der Unitas genannten Regelung werden alle Zoll- und Steuerbehörden zusammengefasst, in der zweiten Phase kommen dann alle Sozialversicherungsinstitutionen zur gemeinsamen Abgabenverwaltung hinzu.
Bereits 2004 führte die Slowakei die Flat Tax ein, die mit pauschalen 19% Steuern für alle Unternehmen und privaten Einkommen besonders attraktiv ist, auch weil auf zahlreiche Ausnahmen, wie in anderen Flat-Tax-Ländern üblich, verzichtet wurde. Allerdings hat auch die slowaksiche Flat-Tax einen Pferdefuss. „Effektiv ist die Steuerbelastung von Unternehmen in der Slowakei oft sogar höher als in Deutschland oder Österreich“, sagt ein österreichsicher Steuerberater gegenüber „Die Presse“. Denn die Nichtabzugsfähigkeit von Rückstellungen, noch nicht realisierten Wertverlusten, freiwilligen Sozialleistungen an die Mitarbeiter und vielen anderen Bilanzposten führe nicht selten zu einer höheren Bemessungsgrundlage im Vergleich zur österreichischen Berechnung.
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