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Wähleranalyse: die Jugend in Ungarn ist rechts oder grün

(c) Pester Lloyd / 15 – 2010 NACHRICHTEN 16.04.2010

Eine Wahlanalyse des Institutes Forsense eröffnet einige Einblicke in das Wahlverhalten vom vergangenen Sonntag. Danach haben die beiden parlamentarischen Neulinge, die rechtsextreme Jobbik und die grün-alternative LMP vor allem von jungen Wählern die meiste Unterstützung erhalten. Während beide Parteien zusammengerechnet insgesamt auf 24% der Stimmen kamen, konnten sie in der jüngsten Wählergruppe der unter 24jährigen immerhin 40% der Stimmen auf sich vereinen. Beiden gemeinsam ist auch, dass der Großteil ihrer Wähler sich erst im letzten Moment, also Wochen bzw. Tage vor der Wahl für sie entschieden hat.

Der größte Unterschied zwischen beiden neuen Parteien liegt – neben dem völlig konträren Programm – freilich im Bildungsgrad der Wählerschaft. Während Jobbikwähler, zu zwei Dritteln männlich, eher auf dem Land oder in Vorstädten leben, überdurchschnittlich oft arbeitslos und gerade noch mit Hauptschulabschluss sind, haben die LMP-Wähler den höchsten Akademiker (255) und Abiturientenanteil (60%) aller Parteien. LMP könnte man auch mit Last Minute Partei übersetzen, denn noch zwei Wochen vor dem Wahltermin waren erst ein Drittel der späteren Wähler schon sicher, dass sie ihr Kreuzchen bei den Grünen machen werden.

90% der MSZP-Whäler gaben an, „schon immer sozialistisch“ gewählt zu haben, womit die meisten von ihnen auch die Einheitspartei der Kádárzeit meinten, denn zwei Drittel der MSZP-Wähler sind über 55 Jahre alt. Fidesz hingegen hat den Großteil seiner neuen Wähler erst in den letzten vier Jahren hinzugewonnen. Übrigens 10% derjenigen die letztlich für Fidesz stimmten, wollten zuerst Jobbik ihre Stimmen geben und hätten sich erst in letzter Minute umentschieden, so Forsense.

Für den zweiten Wahlgang sagt das Institut eine Beteiligung von 87% der Beteiligung des ersten Wahlganges (64,5%) voraus, wobei viele noch gar nicht wissen, ob sie in der zweiten Runde nach Überzeugung oder taktisch abstimmen sollten.

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