(c) Pester Lloyd / 36 – 2010 NACHRICHTEN 06.09.2010
Demo in Budapest gegen Abschiebungen von Roma aus Frankreich
Gut 100 Menschenrechtler demonstrierten am Samstag vor der Französischen Botschaft in Budapest gegen die vom französischen Präsidenten angeordneten Abschiebungen von Roma aus den EU-Ländern Rumänien und Bulgarien. Sprecher, u.a. von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, forderten aber nicht nur die französische, sondern eindringlich auch die ungarische Regierung zu deutlichen Schritten gegen Rassismus und Hetze gegen die Romabevölkerung auf. Die staatlichen Deportationen seien ein bedrohliches Anzeichen dafür, dass der Weg zu einer allgemeinen Pogromstimmung gegen die Roma in Europa nicht mehr weit ist.
Über Frankreich, so weitere Redner, kommt Schande, wenn das Land, dass einst Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit propagierte nun eine Art Kollektivschuld über eine ethnische Gruppe ausspricht. Gegen solche Tendenzen sollten alle Europäer aufbegehren. Es könne nicht angehen, dass die Jobbik-Partei ungestraft „Konszentrationslager“ für Roma fordern könne und sich dabei noch auf Beispiele aus Frankreich und Italien berufen kann. Es wurde festgestellt, dass Roma weder in Ungarn, noch in anderen europäischen Ländern Zugang zu den gleichen Rechten haben. Solange sie in ihren Heimatländern nicht menschenwürdig behandelt werden, d.h. gleichen Zugang zu Bildung, Arbeitsmarkt und Wohlstand bekommen, wird man unerwünschte Migrationsbewegungen nicht verhindern können, hieß es in zahlreichen Wortmeldungen.
Tatsächlich hat sich die nationalkonservative Orbán-Regierung bisher noch nicht konkret zu einem Aktionsplan oder sonstigen Maßnahmen hinsichtlich der Integration der Roma in Ungarn geäußert, sondern alle Energie auf die Förderung der Auslandsungarn in den Nachbarländern verwandt.
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




