(c) Pester Lloyd / 41 – 2010 WIRTSCHAFT 11.10.2010
Bankengewinne in Ungarn um 21% niedriger als im Krisenjahr 2009
Die Profite der in Ungarn tätigen Banken gingen im ersten Halbjahr 2010 um fast 21% zurück. Das konstatiert eine Analyse der ITCB, des Internationalen Trainingszentrums für Banker. Demnach erreichten die ungarischen Kreditinstitute bis Juli nurmehr 176,5 Milliarden Forint Gewinn vor Steuern, 20,7% weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auf der anderen Seite wird jedoch die Stabilität der Banken als gegenüber der Krise als „besser“ eingestuft. Vor allem die wieder schneller und stärker faulenden Forex-Kredite, vornehmlich in Schweizer Franken, machten den Banken über Abschreibungen und Risikorücklagen zu schaffen.
Nur langsam ändert sich das Verhältnis zwischen Fremdwährungs- und Forintkrediten. In den ersten sechs Monaten wurden in Ungarn neue Kredite an Privathaushalte im Wert von 772 Milliarden Forint (ca. 2,8 Mrd. EUR) ausgegeben, der Forex-Anteil daran sank um 5,2%, ein Wert der sich durch das gesetzliche Quasi-Verbot ab Juli, in der zweiten Hälfte noch stark wachsen wird. An Unternehmen gingen nochmals 3% weniger Kredite (216 Mrd. HUF) als im kreditverklemmten Krisenhalbjahr I 2009, wobei hier der Anteil der Fremdwährungskredite wuchs, allerdings vornehmlich in Eruo, was vor allem mit der sehr unterschiedlichen Zinsstrategie der Banken gegenüber Einzelkunden und Unternehmen zu tun hat. Noch nicht alarmierend, aber doch Besorgnis erregend ist das verschlechterte Kredit-Einlagen-Verhältnis in Ungarn, das sich von 151% 2009 auf 163% verschlechtert hat. Die Eigenkapitalausstattung der Banken stieg leicht von 12,3 auf 12,6%.
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