(c) Pester Lloyd / 49 – 2010 NACHRICHTEN 07.12.2010
Nach einem Bericht der ungarischen Wirtschaftszeitung „Napi Gazdaság“ wird die deutsche Drogeriekette Schlecker in Kürze sämtliche 22 Geschäfte in Ungarn schließen und seine Aktivitäten auf dem ungarischen Markt einstellen. Nach Angaben der Zeitung habe das Management die ungarischen Lieferanten vor wenigen Tagen von dem Rückzug informiert, ohne dabei ein genaues Datum mitzuteilen. Auf der Webseite wird indes immer noch nach geeigneten Geschäftslokalen gesucht. Schlecker, nach eigenen Worten „die Nr. 1 auf dem europäischen Drogeriemarkt“, ist seit 2005 in Ungarn vertreten, brachte es in der Zeit aber nur auf 22 Filialen, 12 davon in Budapest und konnte auf dem Markt so kaum Fuß fassen. Die beiden großen Konkurrenten, ebenfalls aus Deutschland, sind Rossmann und dm, die mehrere hundert Geschäfte betreiben und den Markt weitgehend im eigenen Griff habe.
Der Rückzug aus Ungarn ist mit der Neuausrichtung des Konzerns erklärbar, doch auch die Krisensteuer für Handelsketten dürfte ein Grund sein, warum derzeit ein Expansion in Ungarn unattraktiv geworden ist.
In dem milliardenschweren Familienunternehmen (Umsatz 2008: ca. 7,4 Mrd. EUR), das in Deutschland vor allem wegen billig eingerichteter Verkaufsstellen und schlechter Arbeitsbedingungen und dem ruppigen Umgang des Managements mit seinen Mitarbeitern bekannt ist, vollzieht sich gerade ein Generationenwechsel, bei dem die beiden Kinder des Unternehmenspatriarchen die Zügel in die Hand nehmen. In einer Imagekampagne wollen sie Schlecker zum „netten Nachbarn“ machen und haben auch schönere Verkaufsumgebungen versprochen.
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