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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 8/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 8 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Sakrileg in Tschechien: Bier in PET-Flaschen

23.02.2010 · Nachrichten

Eines der ältsten Kultur- und Kultgetränke der Menschheit musste schon vieles erdulden, überstand den Zusatz von Mais und Kirschen ebenso wie den Entzug des Alkohols. Nun bekommen wir aus der Heimat des Pilseners, Tschechien, die Nachricht, dass der Verkauf von Bier PET-Flaschen, also in Plastik immer mehr zunimmt, die Konzerne befeuern diesen für sie preiswerten Trend durch intensives Marketing und versuchen die Biertrinker davon zu überzeugen, dass Bier aus Plastikflaschen nicht schlechter als jenes aus Glasflaschen sei. Bereits im Vorjahr begannen in Tschechien – natürlich – die holländische Heineken, aber auch Plzenský Prazdroj mit der Abfüllung ins Kunststoff. Immerhin knapp 300.000 Hektoliter bzw. ca 1,5% der Gesamtproduktion wurden darin versenkt, der Verkauf von PET-Bier hat sich binnen eines Jahres verfünffacht. Starobrno und Zlatopramen, eigentlich ausgemachte Traditionsmarken, liegen hier im Markt vorn.

Zeitung wirft Regierungschef Steuerbetrug vor

24.02.2010 · Nachrichten

Zeitung wirft Regierungschef von Ungarn Steuerbetrug vor

Einen Abschied der besonderen Art bereitete heute die zweitgrößte und den Nationalkonservativen zugerechnete ungarische Tageszeitung, „Magyar Nemzet“, dem scheidenden Regierungschef und konfrontierte ihn mit dem Vorwurf des Steuerbetrugs. In Zeiten des Wahlkampfes, also praktisch seit der „Lügenrede“ 2006, ist die Aufdeckung von Skandalen der Gegenseite journalistischer Volkssport geworden, wobei man hinzu sagen muss, dass vor allem die Sozialisten und Liberalen diesen Sport sehr förderten, da sie tatsächlich Skandale und Affären am Fließband ablieferten. So stehen die Chancen darauf, dass etwas daran ist, durchaus 50:50. Der Angriff auf den parteilosen „Experten“-Premier stellt aber eine neue Qualität dar. „Magyar Nemzet“ behauptet, dass Gordon Bajnai 2005 im Auftrag seines damaligen Arbeitgebers rund 2,7 Milliarden Forint (ca. 10 Mio EUR) Gewinn, aus einem Deal um die Wallis Gruppe und die Firma Dataplex, an der Steuer vorbei an eine Firma auf Zypern geleitet habe. Die Zeitung beruft sich dabei auf Dokumente von zyprischer Seite. Der Ministerpräsident hat umgehend jede Irregularität der Angelegenheit zurückgewiesen und behält sich juristische Schritte vor.

Ex-Zentralbanker will wieder Finanzminister werden

24.02.2010 · Wirtschaft

Ex-Zentralbankchef will wieder Finanzminister in Ungarn werden

Der ehemalige Chef der Ungarischen Zentralbank, Zsigmond Járai, steht für einen führenden Posten in einer neuen Regierung von Fidesz-Chef Viktor Orbán zur Verfügung. Das sagte Zsigmond Járai, der bereits von 1998 bis 2001, also in der ersten Orbán-Regierung, Finanzminister war, auf einer Wirtschaftskonferenz. Orbán hätte ihn dazu aufgefordert, an der Arbeit teilzunehmen und „Ich bin bereit für jede Position“. Weiter meinte, er, dass die ungarische Ökonomie auf einen „vollständig neuen Kurs“ geführt werden müsse. Zwar sei die Einhaltung der Budgetbalance eine Priorität, die „so weit wie möglich“ beachtet werden sollte, diese sollte aber nicht zum Hemmschuh für die Entwicklung und die Lösung von Problemen werden. Von 2001 bis 2007 war Járai Chef der Nationalbank und focht so manches Sträußchen mit den sozial-liberalen Regierungen dieser Periode aus.

35% weniger Baugenehmigungen für Wohnungen in Ungarn

24.02.2010 · Wirtschaft

35% weniger Baugenehmigungen für Wohnungen in Ungarn

Die Zahl von fertiggestellten Wohnungen und Einfamilienhäusern sank 2009 um 11%. Das teilt das Statistische Zentralamt in Budapest anhand der genehmigten Bauschlussabnahmen mit. Danach wurden im letzten Jahr 32.000 Wohneinheiten fertiggebaut. Noch dramatischer ist der Einbruch bei der Erteilung neuer Baugenehmigungen. Die Zahl sank auf 28.400 und damit um 35% gegenüber 2008. Dabei ist interessant zu sehen, dass der Einbruch bei den Fertiggstellungen vor allem erst im zweiten Halbjahr stattfand, wo der Rückgang bis zu 24% betrug, während in den ersten beiden Quartalen noch eine Zunahme von 15-18% gemessen wurde, weil viele Projekte noch zum Abschluss gebracht wurden, bevor die Krise auf dem Immobilien- vor allem aber Finanzierungssektor sich voll entfaltete. Budapest schloss bei den Fertigstellungen sogar noch positiv ab (+9,6%), allerdings bei neuen Baugenehmigungen ist das Minus mit 37,6% jetzt größer als im Gesamtmarkt. 14.450 Wohneinheiten, die 2009 übergeben worden sind, wurden für den Eigenbedarf der Besitzer errichtet, 16.880 waren für den Verkauf bestimmt, lediglich 580 dienen der Vermietung. Den stärksten Rückgang bei Baugenehmigungen gab es in einigen nordostungarischen Gebieten mit über 53%. Insgesamt kamen 2009 2,75 Mio. Quadratmeter (offizielle) Wohnflächen in Ungarn hinzu, -31,2%. Die Durchschnittsgröße einer Wohneinheit betrug 89 Quadratmeter, ungefähr gleich wie 2008, rund ein Drittel waren größer als 100 qm.

Arbeitslosigkeit in Ungarn steigt weiter

26.02.2010 · Wirtschaft

Von November bis Januar betrug die durchschnittliche Arbeitslosenrate in Ungarn 10,8%, von Oktober bis Dezember stand sie noch bei 10,5%. In der Altersgruppe der arbeitsfähigen 15-74jährigen waren im erfassten Quartal durchschnittliche 456.000 offiziell als arbeitslos registriert, zuvor 442.000. Die Beschäftigungsrate in dieser Bevölkerungsgruppe lag damit bei 54,7%, bei den 15-64jährigen liegt sie bei 61,7%. Die Jugendarbeitslosigkeit in Ungarn (15-24jährige) liegt bei 27,8%, das sind 6,3 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Rund 45% der registrierten Arbeitslosen suchen bereits länger als ein Jahr einen Job.

Zehnter bauMax in Rumänien eröffnet

26.02.2010 · Wirtschaft

Die österreichische bauMax-Kette eröffnete in dieser Woche in Bukarest ihren zehnten Markt in Rumänien. Er hat eine Verkaufsfläche von rund 12.000 m². Seit drei Jahren ist bauMax in Rumänien tätig. Im vergangenen Jahr wurden zwei neue Märkte eröffnet und auch 2010 zählt Rumänien zu den Expansionsschwerpunkten von bauMax. Neben Bukarest ist die Eröffnung drei weiterer Märkte in Pitesti, Constanta und Timisora Süd geplant. Da in Rumänien der Bedarf an Baumaterialien nach wie vor besonders hoch ist, wird dem Bereich Bauen im neuen Markt ein großer Teil der Verkaufsfläche gewidmet. Unter der Leitung von Claudiu Filimon stehen im neuen bauMax-Markt in Bukarest insgesamt 100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur Betreuung der Kunden zur Verfügung. Derzeit betreibt bauMax 143 Märkte in acht Ländern, zehn davon in Rumänien, 67 in Österreich, 24 in Tschechien, 14 in der Slowakei, 15 in Ungarn, drei in Slowenien, sechs in Kroatien und vier in Bulgarien.

www.baumax.com

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