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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 24/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 24 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Fidesz will ungarisches Apothekenwesen neu organisieren

17.06.2010 · Wirtschaft

Fidesz will ungarisches Apothekenwesen neu organisieren

Die ungarische Regierungspartei Fidesz stopp die weitere Liberalisierung des Medikamentenmarktes und kündigt eine Neuregelung für den Herbst an. Dabei geht es vor allem um die Regelungen, die den Verkauf von nichtverschreibungspflichtigen Medikamenten in Drogerien oder an Tankstellen ermöglichen, um den Preiswettbewerb anzukurbeln sowie die Bestimmungen, die Apotheken dazu anhalten, möglichst preiswertere Generika, statt teurer Markenmedikamente zu verkaufen. Ein anonym bleiben wollender Verantwortlicher des Gesundheitsministeriums meinte nun in der Tageszeitung „Népszabadság“, dass diese Regelungen, eingeführt noch von der Gyurcsány-Regierung zur Entlastung der überdimensionierten Gesundheitsausgaben, „schlecht funktionieren“, der Beratungsstandard sei unbefriedigend, die Versorgung der Bevölkerung nicht flächendeckend gewährleistet. So sei Budapest pharmazeutisch überversorgt, die preiswerteren Anbieter stünden aber auf dem Lande oftmals gar nicht zur Verfügung. Apotheken, so die neue Maßgabe, sollte dort sein, wo die Patienetn sie brauchen und nicht, wo es ein Investor für richtig hält, hieß es weiter.

Energiepreise in Ungarn werden wieder zentral reguliert

17.06.2010 · Wirtschaft

Energiepreise in Ungarn werden wieder zentral reguliert

Mit der großen Mehrheit von 303 Ja-Stimmen, entschied das ungarische Parlament, die Preise für Gas und Strom für Privatkunden, Kleinabnehmer und staatliche wie kommunale Institutionen wieder zentral regulieren zu wollen. Zudem sollen Fernwärmeanbieter auch in den Genuss der regulierten Preise kommen. Gleichzeitig wurde ein Moratorium für Preiserhöhungen verkündet, womit es nicht zu den angekündigten enormen Gaspreissteigerungen im Juli kommen wird. Das zuständige Ministerium erbittet sich mit dem Preisstopp Bedenkzeit, um die neuen Regularien umsetzen zu können, man rechnet mit einer Einigung mit den großen Versorgern bis Herbst. Die neuen Regeln beinhalten u.a., dass der beauftragte Minister eine Höchstgrenze für Gas- und Strompreise festsetzen kann, bisher wurden neue Preise bei der (staatlichen aber pro forma unabhängigen) Energieagentur eingereicht und dort genehmigt oder zurückgewiesen. Der Chef dieser Agentur ist bereits zurückgetreten. Der liberalisierte Teil des Energiemarktes ist von den Maßnahmen, die Teil des 29-Punkte-Aktionsplans von Premier Orbán sind, nicht betroffen. Dazu gab es gleich noch eine gute Nachricht für Stromkunden. Ab 1. Juli sinken die Strompreise für Einzelabnehmer zwischen 1,52 und 5,8%, je nach Region und Anbieter.

Ungarische Krankenhausverband fordert Hamburger-Steuer

17.06.2010 · Wirtschaft

Ungarische Krankenhausverband fordert Hamburger-Steuer

Unter den vielen neuen Steuerideen, die seit Wochen das Land „erfreuen“, meldet sich jetzt die Allianz der Ungarischen Krankenhäuser mit einer besonders ausgefallenen. Mit der sogenannten Burger-Steuer sollen mehrere fette Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. 10 Forint (3,5 Cent) Aufschlag sollen auf jedes ungesunde Getränk, auf jede Packung Zigaretten, auf jeden Cheesburger, auf Chips, auf Alkoholika erhoben werden, was, so rechnen die Finanzgenies vor, dem Staat jährlich rund 100 Milliarden Forint einbringen könnte (ca. 356 Mio EUR), was genau dem diesjährigen Defizit des ungarischen Gesundheitswesens entspräche. Durch entsprechende Kennzeichnung würde man mit der Sondersteuer gleichzeitig das Gesundheitsbewußtsein fördern, was nochmals Kosten für Behandlungen und Spätfolgen spart, Völlerei und die Herstellung gesundheitschädigender Produkte aber bestrafen. In Rumänien ist so eine Hamburger-Steuer schon Realität. Der Vorschlag könnte aber einige Tücken haben, denn bekanntermaßen hat Orbán gerade die Pálinka-Steuer auf Selbtsgebrannten aufgehoben, die Konsumenten würden ihm die Neubersteuerung gekaufter Schnäpse (die ohnehin schon heftig belegt sind) sicher übel nehmen.

Neue Hotels in Ungarn, Auszeichnung für Hotel Spirit in Sárvár

17.06.2010 · Wirtschaft

Neue Hotels in Ungarn, Auszeichnung für Hotel Spirit in Sárvár

Die mittelungarische Stadt Kecskemét erhält ein 100-Zimmer Hilton-Hotel, Baubeginn ist im September. Unter der Marke Hampton, die für mittelgroße Häuser in ländlicher Umgebung steht, wird ein 4-Sterne-Haus für rund 7 Mio EUR entstehen. Der Umstand, dass Daimler ein 800 Mio EUR-Werk in Kecskemét errichtet, dürfte für die Investitionsentscheidung der Hilton-Gruppe mit ausschlaggebend gewesen sein. Auch im Süden, genauer in Hódmezövásárhely, wird es bald ein neues 4-Stern-Hotel aus dem Best Western System geben. Das Ginko-Sas Városi Hotel soll am 1. August eröffnet werden. Dabei handelt es sich um 90-Zimmer-Haus von einem Privatinvestor, dem es gelang dafür rund 1,4 Mio EUR EU-Förderungen zu erhalten.

Das 5-Sterne Hotel Spirit in Sárvár wurde soeben mit dem „European Health & Spa Award” in der Kategorie Destination Spa ausgezeichnet, dabei handelt es sich um eine angesehene Ehrung, die von einer internationalen und unabhängigen Jury vergeben wurde und mit dem Spirit erstmals nach Ungarn vergeben wurde.

Das ehemalige Hungária Spa und Continental Hotel im VII. Bezirk von Budapest wurde nach einjähriger Rekonstruktion diese Woche als 4-Stern-Superior Hotel, Zara Continental (siehe Foto), neu eröffnet. Dass Gebäude geht auf einen Art Deco Bau von 1910 zurück und bietet jetzt 272 Zimmer für insgesamt 400 Gäste, nebst Konferenzmöglichkeiten und dem Araz Restaurant, das auch für externe Gäste offensteht.

Zweithöchste Strafe wegen Kartellverstößen in Ungarn

17.06.2010 · Wirtschaft

Zweithöchste Strafe wegen Kartellverstößen in Ungarn

Die staatliche ungarische Wettbeerbsaufsicht GVH hat eine Reihe, zum Teil namhafter Baufirmen, spezialisert auf Schwer- und Kommunalbau mit einer Strafe wegen der unerlaubten Bildung eines Preiskartells belegt. Die Sünder sind der internationale Konzern Colas, die teilweisen MáV-Töchter, Mávépcell, MÁV-MTM sowie die Szentes Vasútepítö, die als Konsortium an einem 24 Milliarden-Forint-Tender zum Ausbau einer Eisenbahnstrekce antraten und den Zuschlag wegen offensichtlicher Preisabsprachen erhielten. Die Strafe von 7,2 Mrd. Forint (ca. 25,7 Mio EUR) ist die zweithöchste in der Geschichte der Wettbewerbsaufsicht GVH, nur ein Autobahnkartell musste bisher noch mehr büßen, gefolgt von einem Kreditkartenkartell. Wie immer, haben die Unternehmen die Möglichkeit, die Strafe vor Gericht anzufechten.

Kostenloses Rod Stewart Konzert am 26.Juni in Budapest

17.06.2010 · Kultur

Kostenloses Rod Stewart Konzert am 26.Juni in Budapest

Das von T-Mobil gesponserte Großereignis auf dem Felvonulási tér in der Nähe des Heldenplatzes lockt jährlich viele tausende Menschen nicht nur aus Ungarn an. In den letzten Jahren waren bereits Stars wie Pink, Santana und Sting zu erleben. Dieses Jahr konnte mit Rod Stewart ebenfalls ein Schwergewicht des internationalen Musikgeschäfts verpflichtet werden. Das Konzert beginnt um 19 Uhr wobei auf Grund des erwarteten Andrangs ein früheres Erscheinen empfehlenswert ist. Der Eintritt ist frei.

www.showtimebudapest.hu www.rodstewart.com

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