(c) Pester Lloyd / 29 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
EU jagt Subventionsbetrüger im Agrarbereich – Ungarn muss 11 Mio EUR zurückzahlen
19.07.2010 · Wirtschaft
EU jagt Subventionsbetrüger im Agrarbereich – Ungarn muss 11 Mio EUR zurückzahlen
Österreich, Dänemark, Finnland, Deutschland, Ungarn, Luxemburg, Slowakei, Slowenien, Spanien und Großbrtiannien sind die EU-Länder, die aus verschiedensten Gründen einen Teil der aus der Gemeinschaftskasse erhaltenen Agrarsubventionen zurückzahlen müssen. Insgesamt geht es dabei um 265 Millionen EUR, Ungarn ist mit rund 11 Mio EUR dabei. Die Rückforderungen beziehen sich auf „inadäquate Kontrollmechanismen bei der Verausgabung“ bzw. die „Nichtübereinstimmung mit EU-Regeln“ bei der Vergabe der Gelder, übersetzt könnte man auch Schlamperei und Betrugsversuch dazu sagen.
Neben kleineren verwaltungstechnischen Fehlern, wird das Gros der aus Ungarn zurückgeforderten Summe wegen „falscher Umrechnungskurse des Forint, sowie der fehlerhaften Einrechnung der Mehrwertsteuer und damit einer inkorrekten Wertangabe bei der Einlagerung von weißem Zucker in öffentliche Lager“ eingefordert. Wer das nicht versteht, die Schuldigen werden es verstehen. Wegen ähnlicher “Rechenfehler” mussten bereits auch einige andere Fördersummen u.a. aus dem Straßenbau zurückgezahlt werden. Dass man Subventionen aus Großbritannien zurückfordert, weil den erzeugten und geförderten Lebensmitteln in britischen Küchen Grausames angetan wurde, ist nur ein unappetitliches Gerücht.
Größte Biogasanlage in Ungarn entsteht
19.07.2010 · Wirtschaft
Größte Biogasanlage in Ungarn entsteht
Die ungarische Tochter des deutschen Unternehmens Aufwind Neue Energien konnte am Freitag den Grundstein zu einer knapp 14 Millionen EUR teuren Biogasanlage im südostungarischen Szarvas legen. Damit entsteht die bisher größte Biogasanlage des Landes, die mit einer Kapazität von 4,2 MW organische Produkte umweltschonend in Strom und Wärme umwandelt. Das Unternehmen erhielt für das Projekt insgesamt 500 Millionen Forint (also knapp 1,8 Mio EUR) EU-Förderungen, die auch einen kleineren Zuschuss aus dem ungarischen Staatshaushalt beinhalten.
Die Anlage soll binnen eines Jahres startbereit sein und dann jährlich 132.000 Tonnen Rohstoffe verarbeiten um jährlich 27,6 Millionen Kilowattstunden Heiz- und Elektroenergie zu erzeugen. Ein Teil der Rohstoffe werden tierische Abfälle aus der benachbarten Geflügelfabrik Gallicoop sein, knapp 30 weitere Lieferanten werden gesucht. Das Unternehmen Aufwind betreibt derzeit 23 solcher und ähnlicher Anlagen in Deutschland, Spanien und Polen und nennt einen Jahresumsatz von 4,5 Mio EUR.
Ehemaliges Staatsweingut Eger steht zum Verkauf
19.07.2010 · Wirtschaft
Ehemaliges Staatsweingut Eger steht zum Verkauf
Das ehemals staatliche Weingut Egervin, nach der Wende in den Besitz der Stadt gekommen und in Integrált Borgazdaság (integrierte Weinwirtschaft) umbenannt, steht zum Verkauf, weil die finanzielle und wirtschaftliche Situation nicht mehr länger haltbar ist. Der Liquidator bietet die 35.000 Quadratmeter große Liegenschaft samt Fässern, Maschinen, allem Zubehör und Tanks für gerade 445 Millionen Forint (knapp 1,6 Mio EUR) feil. Auch der Lagerbestand, teilweise noch mit Rariäten aus den Jahren 1988 und 1968 bestückt wird angeboten, für 3.750 Forint (ca. 13,40 EUR) pro Flasche bei einer Mindestabnahme von 500 Stück. Angebote können vor Ort am 2. August in Anwesenheit eines öffentlichen Notars abgegeben werden. Die Integrált Borgazdaság hatte zuletzt kaum noch eigene Flächen bewirtschaftet, sondern vornehmlich die Trauben von Vertragswinzern übernommen und verarbeitet, mit wechselnder Qualität. Eger ist neben Tokaj und Villány eine der traditionsreichsten und ältesten Weinregionen Ungarns und vor allem für seinen Bikavér, Stierblut bekannt, einem Cuvée aus lokalen Rebsorten, dessen Entstehung auf die Türkenkriege im 16. Jahrhundert zurückgeht.
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