(c) Pester Lloyd / 13 – 2010 NACHRICHTEN 04.04.2010

Am Osterwochenende nahm sich der ehemalige ungarische Regierungssprecher Dávid Daróczi das Leben. Am Samstagmorgen fanden Angehörige die Leiche des Mannes, der sich offenbar in der Nacht in seiner Wohnung im VI. Budapester Bezirk erhängt hatte. Über mögliche Gründe für den Freitod gibt es zwar Spekulationen, die Familie machte aber keine offiziellen Verlautbarungen und bat auch die Medien um Diskretion. Dávid Daróczi 1972 – 2010 Foto: Amt des Ministerpräsidenten
Daróczi wurde 37 Jahre alt, er studierte an der katholischen Universität Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, er arbeite u.a. für namhafte Zeitungen (u.a. Népszava, Vilaggazdasság, Magyar Hírlap), Radiosender und das staatliche Fernsehen MTV als Nachrichtenreporter und von 2005-2007 in der Kommunikationsabteilung des Ministerpräsidenten, die er zuletzt leitete. Von 2007 bis zu dessen Rücktritt 2009 war Daróczi Sprecher der Regierung Gyurcsány. Er galt vielen als ausgleichende Kraft mit starkem Intellekt, eine Ausnahme in der politischen Szene der vergangenen Jahre.
Über eintausend, zum Teil sichtlich geschockte Menschen gedachten am Samstagabend am Budapester Donauufer mit Blumen und Kerzen dem Verstorbenen und bezeugten der Familie ihre Anteilnahme. Unter den Trauernden waren auch zahlreiche Vertreter der sozialistischen Partei. Daróczi war Roma, Vertreter dieser größten ethnischen Minderheit in Ungarn betrauern seinen Tod als großen Verlust und würdigen „das Beispiel und Vorbild“, das er der Romagemeinschaft gegeben habe.
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