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Ungarn hebt Mindestrente auf 120.000 Forint an – Entlastung für Rentner - Sozialpolitik

Die ungarische Regierung plant, die Mindestrente ab Januar auf 120.000 Forint anzuheben. Die Entscheidung wird den Staatshaushalt negativ und die Lebensqualität der Rentner positiv beeinflussen.

Budapest. Die ungarische Regierung hat angekündigt, die Mindestrente ab Januar 2027 auf 120.000 Forint zu erhöhen. Premierminister Magyar Péter verkündete dies in einem Facebook-Video und hob hervor, dass diese Erhöhung die finanzielle Lage vieler Rentner erheblich verbessern werde. Der Mindestbetrag war seit 2008 unverändert bei 28.500 Forint geblieben.

Dieser Schritt erfolgt inmitten einer schwierigen wirtschaftlichen Lage für Ungarn. Das Haushaltsdefizit stieg im ersten Quartal 2026 auf 9,0 % des BIP, ein Anstieg um 3,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahrsquartal – wenngleich das Q1 traditionell das schwächste Ungars ist. Dennoch steht die Regierung unter Druck, ihre Ausgaben zu kontrollieren, während sie gleichzeitig die Lebensbedingungen der älteren Bevölkerung verbessern will.

Die Erhöhung hat definitiv Wirkung: Von 2,28 Millionen Rentnern steigt die Zahlung bei knapp 242.000 Menschen, bei rund 55.000 mindestens auf das Doppelte.

Breite Unterstützung

Die geplante Rentenerhöhung wird von vielen Rentnern begrüßt. Viele kämpfen seit Jahren und können den gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht standhalten. Human Rights Watch bezeichnet die Erhöhung als positiven Schritt, betont jedoch, dass umfassendere Reformen notwendig sind, um die Altersarmut langfristig zu bekämpfen. Der ungarische Rentenexperte Farkas András erwartet von der Regierung weitere konkrete Maßnahmen, sobald die Haushaltsprüfung abgeschlossen ist.

Finanzielle Auswirkungen auf den Staatshaushalt

Das Finanzministerium teilte mit, dass die bisherigen Schritte zur Vermeidung überhöhter und politisch motivierter Ausgaben bereits 400 Milliarden Forint eingespart haben und dass weitere Maßnahmen im Jahr 2026 noch rund 300 Milliarden Forint an zusätzlicher Einsparung bringen sollen, sodass die staatliche Tätigkeit in diesem Jahr insgesamt um etwa 700 Milliarden Forint sparsamer ausfallen wird.

Durchaus vielversprechend sofern man den kolportierten Zahlen glauben Schenken mag: Die Günstlingspolitik der vergangenen 16 Jahre lässt viel Spielraum vorhandene Mittel effizienter einzusetzen.

Erleichterung

Die Erhöhung der Mindestrente dürfte vielen älteren Ungarn, besonders in ländlichen Gebieten, eine spürbare Erleichterung bringen. Die Regierung kündigte zudem Maßnahmen zur Unterstützung älterer Menschen an, darunter die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf verschreibungspflichtige Medikamente und die Senkung der Mehrwertsteuer auf Brennholz von 27 auf 5 Prozent.

Ungarn steht vor der Aufgabe, ein nachhaltiges Rentensystem zu entwickeln, das den demografischen und wirtschaftlichen Veränderungen gewachsen ist.

Quellen: MTI, ksh.hu, hrw.org
Photo: Ungarisches Parlament ind Budapest, Wikimedia Commons

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