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Serbien nach Wahlsieg der Studenten – Protestierende stürmen regierungsnahe Medien

Nach der Wahl stürmen Demonstranten das Büro eines regierungsnahen Senders in Serbien.

Belgrad. In Serbien haben Protestierende das Büro eines regierungsnahen Fernsehsenders gestürmt. Zuvor hatte die oppositionelle Studentenliste bei den Parlamentswahlen einen deutlichen Sieg errungen. Der Sender unterbrach seine Übertragung, während die Demonstranten den Chefredakteur auf die Straße zerrten. Die Proteste fanden in einem angespannten politischen Klima statt, das durch die langjährige Dominanz der Serbischen Fortschrittspartei (SNS) geprägt war.

Die Wahlen brachten einen klaren Sieg für die Studentenliste, die mit 52,65 Prozent der Stimmen eine absolute Mehrheit im Parlament gewann. Die von Aleksandar Vučić geführte Liste „Vereintes Serbien“ erreichte 39,2 Prozent. Der langjährige Präsident Vučić steht damit vor einer deutlichen Niederlage seiner Partei, die bisher das politische Leben dominierte. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,8 Prozent.

Die Proteste richteten sich gegen die lange Zeit als Propagandainstrument der Regierung geltenden Medien. Die Demonstranten forderten mehr Transparenz und Unabhängigkeit der Medien in Serbien. Die Demonstrationen verliefen ohne Berichte über größere Ausschreitungen. Die Proteste wurden von der Studentenbewegung organisiert, die nach dem Einsturz des Bahnhofs in Novi Sad im Jahr 2024 entstanden war.

Der Erfolg der Studentenliste markiert einen bedeutenden politischen Wandel in Serbien, das seit Jahren von Vučićs Fortschrittspartei dominiert wurde. Experten sehen in dem Wahlausgang eine klare Botschaft der Wähler für mehr Demokratie und Reformen im Land. Die Studentenliste, deren Kandidaten hauptsächlich Experten und Professoren sind, hat noch keinen Premierministerkandidaten vorgestellt.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen in Serbien genau, da die politische Stabilität in der Region von großer Bedeutung für die EU-Integration des Landes ist. Die Studentenliste könnte nach Projektionen mit 140 Sitzen im Parlament eine Regierung ohne Koalitionspartner bilden. Die restlichen Sitze dürften voraussichtlich von nationalen Minderheiten und kleineren Parteien besetzt werden.

Quellen: Telex, Balkan Insight
Photo: Pester Lloyd (Grafik)

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