Die ungarische Regierung startet ein Wohnungsbauprogramm, während Rohstoffpreise steigen und der Forint stabil bleibt, aber auf externe Faktoren reagiert.
Budapest. Die ungarische Regierung hat das Wekerle Wohnungsbauprogramm ins Leben gerufen, das auf den Mangel an neuen Wohnungen und die unzureichende Bautätigkeit reagiert. Vitézy Dávid, der Minister für Verkehr und Investitionen, kündigte an, dass im vergangenen Jahr in Ungarn 1256 neue Wohnungen pro eine Million Einwohner fertiggestellt wurden, was etwa einem Fünftel der Bauleistung in Österreich oder Polen entspricht. Die Ankündigung des Programms ist ein Schritt, um die Bauwirtschaft zu beleben und den Wohnungsmarkt zu stabilisieren.
Die Maßnahmen des Wekerle Programms sollen darauf abzielen, die Anzahl der neu errichteten Wohnungen zu erhöhen und die Qualität des Wohnraums zu verbessern, unter anderem durch Änderungen von Steuer- und Bauregeln. Die Branche steht vor der Herausforderung, das im regionalen Vergleich geringe Neubauvolumen zu erhöhen.
Rohstoffpreise steigen: Öl und Erdgas im Fokus
In der betrachteten Woche sind die Preise für Rohstoffe, insbesondere für Brent-Öl und Erdgas, deutlich gestiegen. Brent-Öl verzeichnete einen Anstieg von 5,9 % und notierte bei 88,52 USD pro Barrel. Gleichzeitig stieg der Preis für Erdgas TTF um 10,6 % auf 61,42 EUR pro MWh. Diese Entwicklungen beeinflussen die Produktionskosten in Ungarn, insbesondere in energieintensiven Branchen.
Ein weiterer Faktor sind die geopolitischen Spannungen, die sich auf die Rohstoffpreise auswirken. Ein russischer Raketenangriff auf das ArcelorMittal Stahlwerk in Krivij Rih, Ukraine, hat die Produktion in dieser wichtigen industriellen Einrichtung teilweise zum Stillstand gebracht.
Forint stabil, aber anfällig für externe Einflüsse
Der Forint bleibt stabil und notierte am Freitag bei 362,6 Forint pro Euro, was nahezu dem Niveau der Vorwoche von 363,1 entspricht. Trotz dieser Stabilität betonen Analysten wie Regős Gábor und Balog-Béki Márta in Index, dass der Forint empfindlich auf externe Faktoren reagiert. In der ersten Wochenhälfte reagierte die Währung kaum auf positive Nachrichten, während negative Entwicklungen sofortige Auswirkungen auf den Wechselkurs hatten.
Diese Anfälligkeit für externe Faktoren steht vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise und geopolitischer Unsicherheiten.
Börsenentwicklung: Rába mit starkem Kursanstieg
Die Budapester Börse zeigte in der vergangenen Woche gemischte Ergebnisse. Der BUX-Index stieg um 0,4 % und schloss bei 150.553 Punkten. Unter den Einzelwerten sticht Rába hervor, das einen Kursanstieg von 67,5 % auf 3.560 HUF verzeichnete.
4iG verzeichnete ebenfalls einen Kursanstieg von 8,6 % und schloss bei 1.860 HUF. Im Gegensatz dazu verzeichneten einige andere Werte wie OTP Bank einen Rückgang von 1,8 % auf 46.050 HUF. Insgesamt waren 8 von 15 Einzelwerten im Plus.
Datentabelle
| Wert | Veränderung zur Vorwoche |
|---|---|
| Rába | +67,5 % |
| 4iG | +8,6 % |
| MOL | +6,7 % |
| Richter Gedeon | +5,5 % |
| Masterplast | −2,1 % |
| Magyar Telekom | −2,4 % |
| Waberer’s | −2,5 % |
| Opus Global | −3,3 % |
Börse und Märkte
Der BUX-Index der Budapester Börse stieg in der vergangenen Woche um 0,4 % und schloss bei 150.553 Punkten. Der WIG 20 legte um 0,6 % zu, während der ATX um 1,2 % und der DAX um 0,5 % anstiegen. Der Euro Stoxx 50 und der S&P 500 verzeichneten ebenfalls Zuwächse von 0,2 % bzw. 0,4 %. Der Shanghai Composite hingegen fiel um 0,3 %.
Unter den Einzelwerten sticht Rába mit einem Anstieg von 67,5 % auf 3.560 HUF hervor, während 4iG um 8,6 % auf 1.860 HUF zulegte. MOL konnte einen Anstieg von 6,7 % auf 4.960,0 HUF verzeichnen, während Richter Gedeon um 5,5 % auf 13.000 HUF anstieg. Im Gegensatz dazu fiel die OTP Bank um 1,8 % auf 46.050 HUF und Magyar Telekom um 2,4 % auf 2.630,0 HUF.
Insgesamt waren 8 von 15 Einzelwerten im Plus. Brent-Öl stieg um 5,9 % auf 88,52 USD/Barrel, während Erdgas TTF um 10,6 % auf 61,42 EUR/MWh anstieg.
Die Devisenmarktbewegungen zeigen, dass der Forint gegenüber dem Euro um 0,5 % fester wurde und beim EZB-Referenzkurs von 362,6 HUF notierte.
Indizes
| Wert | Punkte | Woche |
|---|---|---|
| BUX Budapest | 150.553 | ▲ +0,4 % |
| WIG 20 Warschau | 4.032,0 | ▲ +0,6 % |
| ATX Wien | 6.733,2 | ▲ +1,2 % |
| DAX Frankfurt | 26.440 | ▲ +0,5 % |
| Euro Stoxx 50 Euroraum | 6.539,6 | ▲ +0,2 % |
| S&P 500 New York | 7.785,8 | ▲ +0,4 % |
| Shanghai Composite Schanghai | 3.927,2 | ▼ −0,3 % |
Budapester Wertpapierbörse
| Wert | Kurs | Woche |
|---|---|---|
| OTP Bank HUF | 46.050 | ▼ −1,8 % |
| MOL HUF | 4.960,0 | ▲ +6,7 % |
| Richter Gedeon HUF | 13.000 | ▲ +5,5 % |
| Magyar Telekom HUF | 2.630,0 | ▼ −2,4 % |
| 4iG HUF | 1.860,0 | ▲ +8,6 % |
| Opus Global HUF | 355,0 | ▼ −3,3 % |
| Waberer’s HUF | 4.730,0 | ▼ −2,5 % |
| AutoWallis HUF | 143,0 | ▼ −0,7 % |
| Alteo HUF | 4.470,0 | ▲ +0,4 % |
| Masterplast HUF | 2.840,0 | ▼ −2,1 % |
| ANY Biztonsági Nyomda HUF | 6.800,0 | ▲ +1,6 % |
| Zwack Unicum HUF | 39.000 | ▲ +2,6 % |
| Rába HUF | 3.560,0 | ▲ +67,5 % |
| Duna House HUF | 1.275,0 | ▲ +2,8 % |
| Graphisoft Park EUR | 15,35 | – +0,0 % |
Rohstoffe und Energie
| Wert | Kurs | Woche |
|---|---|---|
| Brent-Öl USD/Barrel | 88,52 | ▲ +5,9 % |
| Erdgas TTF EUR/MWh | 61,42 | ▲ +10,6 % |
| Gold USD/Unze | 4.380,4 | ▲ +0,9 % |
Devisen (EZB-Referenzkurse)
| Wert | je 1 Euro | Woche |
|---|---|---|
| EUR/HUF Forint | 362,6 | ▼ −0,5 % |
| EUR/PLN Złoty | 4,307 | ▲ +0,2 % |
| EUR/CZK Krone (CZ) | 24,205 | ▼ −0,2 % |
| EUR/RON Leu | 5,243 | ▼ −0,2 % |
| EUR/USD US-Dollar | 1,1567 | ▲ +0,3 % |
| EUR/CHF Franken | 0,9390 | ▲ +0,5 % |
Schlussstände, Veränderung zur Vorwoche. Bei den Devisen bedeutet ein Plus einen festeren Euro und damit eine schwächere Landeswährung. Quellen: Yahoo Finance, EZB-Referenzkurse (frankfurter.dev). Stand: 16. August 2026, 17:41 Uhr. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung.
Kurz notiert
Ungarn
- So., 16. Aug. Sohlschwelle (ungarisch Fenékküszöb) wird in Paks gebaut In Paks wird derzeit ein Sohlschwelle (ungarisch Fenékküszöb) gebaut, um den Wasserstand des Donauflusses zu regulieren. Ministerpräsident Magyar Péter kündigte an, dass die nächsten Tage entscheidend für den Wasserstand sein werden, während die Bauarbeiten voranschreiten. Es wird ein Rückgang des Wasserstandes um 14-15 Zentimeter erwartet. Quelle: Portfolio
Ostmittel- und Südosteuropa, Ukraine
- So., 16. Aug. Russischer Angriff trifft ukrainisches Stahlwerk Ein russischer Raketenangriff auf das ArcelorMittal Stahlwerk in Krivij Rih, Ukraine, hat zwei Todesopfer gefordert und die Produktion teilweise zum Stillstand gebracht. Das Werk ist eine der wichtigsten industriellen Einrichtungen des Landes und generierte 2025 einen Umsatz von 1,7 Milliarden Dollar. Quelle: Világgazdaság
Alle Wirtschaftsartikel dieser Woche
- Mi., 12. Aug. Norwegischer Staatsfonds erzielt Rekordgewinn – Anstieg durch asiatische Tech-Werte
- Fr., 14. Aug. Magyar Posta unter Druck – Entlassung von Láng Géza als Signal des Umbruchs
- Sa., 15. Aug. Polen plant Steueranreize für Anleger – Neue Konten sollen Investitionen fördern
Die Wirtschaftswoche fasst die Meldungen der Woche zusammen; die verwendeten Quellen sind bei den Kurznotizen einzeln verlinkt. Kurse: Yahoo Finance, Schlussstände der abgelaufenen Handelswoche. Devisen: EZB-Referenzkurse. Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Text ist Wirtschaftsberichterstattung und keine Anlageberatung. Hinweise auf Fehler bitte an [email protected] – wir korrigieren transparent.
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