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Csatáry in Ungarn schon 1945 verurteilt – Offizielle unwissend

(c) Pester Lloyd / 34 – 2012 NACHRICHTEN 20.08.2012

Wie ein slowakischer Historiker und Journalist unter Berufung auf ihm vorliegende Dokumente mitteilt, war der mutmaßliche Kriegsverbrecher László Csatáry nicht nur 1948 in der damaligen Tschechoslowakei wegen seiner Taten als Ghetto-Kommandeur von Kosice / Kassa veruteilt worden, sondern bereits auch 1945 in Ungarn. Der Zeitschrift HVG erläuterte der Historiker Zoltán Balassa, dass Csatáry 1945 in Veszprém inhaftiert war und in Pécs zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war. Wie ihm die Flucht gelang, "ist bis heute ein Rätsel" erklärte der Historiker. Bekannt ist nur, dass Csatáry Ende 1944 vor den Russen mit den deutschen Truppen gen Westen bzw. Süden floh und sich später mit einem falschen Pass als Jugoslawe ins Exil rettete, von wo er Ende der Neunziger nach Ungarn zurückkehrte

Der Historiker Zoltán Balassa bezieht sich u.a. auf einen Bericht der tschechoslowakischen Nachrichtenagentur vom Juni 1945, die von der Verhaftung in Veszprém berichtet. Balassa zeigt sich darüber verwundert, dass weder die ungarische Nachrichtenagentur MTI, noch das Polizeiarchiv in Veszprém über Notizen zu dem Vorgang wissen. Noch viel verwunderlicher sei jedoch das Unwissen der seit bald einem Jahr in diesem Fall tätigen Staatsanwaltschaft über ein bestehendes Urteil im eigenen Lande. Offen ist auch die Frage, ob ein Urteil von 1945 rechtlich heute Bestand hätte, weil zunächst geklärt werden müsste, ob es sich um ein faires Verfahren gehandelt habe. Jedenfalls müsste diese Prüfung nun bald erfolgen, bei einer Wiederaufnahme oder einer Exekutierung des Urteils wäre auch das (noch informelle) Auslieferungsersuchen seitens der Slowakei hinfällig. Ein anderer Historiker und Ghettoüberlebender hatte bereits in einem Buch aus den 60er Jahren über die Verurteilung Csatárys in Pécs berichtet. Dort schilderte er auch die persönliche Grausamkeit des Mannes, der Männer und Frauen aus Vergnügen geschlagen hätte, wie, als wäre es sein Hobby.

Die ungarischen Offiziellen äußerten sich zu den neuen Erkenntnissen zunächst nicht, wegen Urlaubszeit, Wochenende und am Montag ist Feiertag.

Mehr zur Aufdeckung des Falles Csatáry in Ungarn durch „Sun“ und das Wiesenthal-Center sowie das Wissen der Slowakei und Ungarns über die Rückkehr Csatárys in den Neunziger Jahren und dne Fortgang der Ermittlungen sowie: Neonazis verklagen Nazijäger

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