(c) Pester Lloyd / 36 – 2012 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Schlag auf Schlag am Neuen Theater in Budapest
03.09.2012 · Nachrichten
Vilmos Hanti, der Chef der Ungarischen Vereinigung der Antifaschisten, ist am Dienstag, nach einer Demonstration von Anhängern der extremen Rechten überfallen und leicht verletzt worden. Die Allianz hatte gegen staatliche Fördermittel für das Új Színház demonstriert, das bekanntermaßen ein Träger rechter Ideologien unter Leitung eines bekennenden Neonazis geworden ist. Erst kürzlich wurde das antisemitische Stück „Der sechste Koffer” aufgrund von Protesten abgesetzt
Der Schauspieler János Derzsi (Foto rechts) verließ nach diesem Vorfall das Theater, da er „in der gegenwärtigen Atmosphäre des Theaters” nicht mehr arbeiten könne. Im Gespräch mit der Theaterleitung kam es zum Eklat, als Direktor Dörner (Foto links) ihn, offenbar aus Rache für seinen Abgang, als käuflichen Spitzel darstellte, „von dem man viele interessante Informationen über Kollegen“ erhalten habe. Daraufhin schlug Derszi den Direktor des Theaters ins Gesicht. Dieser will nun Anzeige erstatten. E.G.
___________________________________
Staat springt Oligarchen bei defizitärem Kraftwerk in Ungarn bei
07.09.2012 · Wirtschaft
Im Zuge der Rotschlammkatastrophe vom Oktober 2010 in Kolontár und Deveceser , mit zehn Toten und verheerenden Umweltschäden, geriet auch das Dampfkraftwerk (Kohle und Gas) Bakonyi Erőmű Zrt., das über die Holding Euroinvest dem reichsten Ungarn, Sándor Demján gehört, in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Der Hauptkunde, die MAL Zrt. in Ajka, Verursacher der Katastrophe, schuldet dem Unternehmen nach eigenen Angaben rund 1,4 Mrd. Forint (5 Mio. EUR) und wird im Winter nicht mehr in der Lage sein Ajka mit Strom und Wärme sowie die MAL mit Dampf zu versorgen
Nun stehen die staatlichen Elektrizitätswerke MVM bereit, um das Kraftwerk zu übernehmen, heißt es aus berufenem Munde. MVM installierte mit Euroinvest bereits gemeinsam moderne Gasturbinen, Demján gilt im übrigen als der Fidesz-Regierung zugeneigt, während die MAL-Eigner aus dem Dunstkreis der „Sozialisten“ stammen. Die MVM solle der MAL nun längerfrsitige Zahlungsziele stellen, damit die Schulden abgetragen werden können, sagt ein Fidesz-Politiker, der den Deal als „für beide Seiten vorteilhaft“ bezeichnet. Vor allem der steinreiche Demján wird sich über die umstandslose Begleichung seiner offenen Forderungen aus der Steuerkasse herzlich bedanken. red.
___________________________________
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




