Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 51/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 51 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Airport Budapest II: Umbenennung in Franz Liszt?

23.12.2010 · Nachrichten

Airport Budapest: Umbenennung in Franz Liszt?

Wieder einmal kommen Ideen auf, den Flughafen Budapest, der nach einem Stadtteil des XVIII. Bezirks offiziell Ferihegyi Repülötér heißt, umzubenennen. Das Staatsfernsehen will Informationen haben, wonach die Regierung 2011 einen kleinen Umbenennungs-Coup plant und den Airport aus Anlass des 200. Geburtstages von Franz Liszt in Liszt Ferenc International Airport Budapest umbenennen will. Das wäre auch insofern bemerkenswert, da der im heutigen Österreich geborene Liszt (Raiding), der kaum ungarisch sprach und mehr in Paris und allen Konzertsälen Europas zu Hause war, heute eine zwischen beiden Ländern umkämpfte Marke ist, was besonders auch für das Liszt-Jahr 2011 gilt. Allerdings hat der ungarische Staat bei der Umbenennung des Airports nur begrenzte Befugnisse, die Mehrheitsanteile liegen beim deutschen Hochtief-Konzern. Mehr zum Thema:

Ungarischer Einzelhandel mit einem Minus von fast 3%

23.12.2010 · Nachrichten

Seit Jahren fallen die Umsätze im ungarischen Einzelhandel. Im Oktober betrug der kalendarisch bereinigte Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat wiederum 0,7%, meldet das Statistische Zentralamt in Budapest. Im September gab es einen kleinen Anstieg, dafür war der August besonders schwach, im Juli gab es überhaupt den ersten Anstieg seit Mitte 2007 zu verzeichnen. Auf das Gesamtjahr berechnet beträgt der Rückgang der Umsätze im Einzelhandel von Januar bis Oktober immerhin 2,7%. Im Oktober wurden Waren im Wert von 666 Mrd. Forint (ca. 2,4 Mrd. EUR) an die Kunden gebracht, im September waren es knapp 654 Mrd. (2,37 Mrd. EUR).

Mehr zum Thema:

Kádárs Resterampe mit mäßigem Erfolg

23.12.2010 · Nachrichten

Die Versteigerung von Devotionalien aus der Kádár-Zeit in Ungarn zu Gunsten der Opfer der Giftschlammkatastrophe vom 4. Oktober, brachte insgesamt 19 Millionen Forint ein, rund 69.000 Euro. Etliche Propaganda-Bilder, Lenin-Büsten, Fahnen und andere Winkelemente aus Beständen des Justizministeriums kamen bei einer öffentlichen Versteigerung unter den Hammer, 230 Einzelobjekte wechselten den Besitzer. Großes Interesse dabei zeigte das „Wende Museum“ in Los Angeles, das sich den „Erhalt kultureller Gegenstände und persönlicher Geschichte aus der Zeit des Kalten Krieges“ auf die Fahne geschrieben hat. Allein 25 Objekte gingen in die USA. Insgesamt hatten sich die Behörden jedoch einen größeren Erlös für den guten Zweck erhofft, die Gebote blieben deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Alles zur Giftschlammkatastrophe

Aussatz der Geschichte: der Memento Park in Budapest

Mehr zum Thema:

Smogalarm-Vorwarnstufe in Budapest

23.12.2010 · Nachrichten

Für Budapest gilt seit Dienstag die Vorwarnstufe zum Smogalaram. Am Mittwoch verlängerte Oberbürgermeister Istvan Tarlós die Warnstufe nochmals, weil die Feinstaubkonzentration im „gesundheitsgefährdenden Bereich“ liegt, hieß es aus seinem Büro. Am Mittwoch wurde in der ungarischen Hauptstadt durchgäging ein Durchschnittswert von über 75 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft gemessen, was als Vorwarnwert gilt, erst ab 100 Mikrogramm wird regulärer Smogalarm ausgelöst. Der Oberbürgermeister bat daher die Autofahrer „freiwillig“ auf die Benutzung des PkW´s zu verzichten. Weitere Informationen zur Feinstaubentwicklung sind unter www.budapest.hu abrufbar sowie unter http://twitter.com/budapestfovaros

Mehr zum Thema:

Finanzielle Schieflage bei Thermalbädern in Budapest

23.12.2010 · Nachrichten

Am Mittwoch schlug der neue Oberbürgermeister István Tarlós ein weiteres Mal Alarm was den Zustand der städtischen Betriebe betrifft. Seit längerem schon ist bekannt, dass der Nahverkehrsbetrieb BKV überschuldet und eigentlich bankrott ist und nur noch durch städtische und staatliche Zuschüsse am Leben erhalten werden kann. Eine radikale Umstrukturierung, möglicherweise Zerschlagung wird für das nächste Jahr vorbereitet. Nun aber brachte der OB an, dass auch drei weitere Betriebe in Besitz der Stadt kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehen könnten: die Abwasserbetriebe, das städtische Bestattungsunternehmen sowie ausgerechnet die weltweit bekannten Thermalbäder der Stadt. Letztere hätten in diesem Jahr ein Defizit von 700 Millionen Forint (ca. 2,5 Mio EUR) eingefahren, die Stadtversammlung musste daher eine „außerordentliche Sitzung einberufen, um die unglaubliche finanzielle Schieflage zu richten“, so Tarlós.

Der OB kündigte außerdem an, die Entscheidung eines französischen Gerichtes hinsichtlich des Alstom – Falles anzufechten. Hier geht es um eine millionenschwere Bankgarantie im Zusammenhang mit der Vertragskündigung über Lieferungen von U-Bahnzügen für die neue Metrolinie 4, die nicht den Budapester Vorstellungen entsprechen. Zur Frage, ob sich die Stadt aus dem Betrieb mehrerer Krankenhäuser zurückziehen, äußerte sich Tarlós ausweichend, eine endgültige Entscheidung stehe hier noch aus.

Über das Széchenyi-Bad in Budapest – Nov. 2010

Mehr zum Thema:

Sinkende Zustimmung für neue Verfassung in Ungarn

23.12.2010 · Nachrichten

Das Budapester Meinungsforschungsinstitut Nezöpont hat eine sinkende Zustimmung zur Schaffung einer neuen Verfassung in Ungarn ausgemacht. Erstmals sei die Zustimmung hier unter 50% gefallen, der Anteil der Unentschlossenen stieg von 12 auf 20%, offen gegen eine Abänderung nach nationalkonservativer Vorlage bekennen sich 33%. Die Umfrage wurde im Auftrag des regierungsnahen Wochenblattes Heti Válasz durchgeführt. An der überwältigenden Mehrheit des Fidesz in der Sonntagsfrage, ändern die Zweifel jedoch nichts. Hier liegt die Regierungspartei bei 57% unter den zur Wahl entschlossenen Befragten (zuvor 63%), die MSZP bei 26%, Jobbik bei 6 und LMP bei 5%. Interessant ist eine weitere Zahlenreihe der Umfrage. Trotz der gewaltigen Gesetzeswelle, die seit Machtantritt des Fidesz durch das Land spülte, sehen 42% der Befragten keine Verbesserungen für ihr Leben, nur 24% betrachten die Verhältnisse in Ungarn jetzt als besser als zuvor. 53% aller Befragten hoffen zumindest auf eine wirtschaftliche Erholung, unter den Fidesz-Anhängern glauben das 73%.

Weitere Umfragen in diesem Monat http://www.pesterlloyd.net/2010_50/50umfrage/50umfrage.html

Was soll in der neuen Verfassung stehen? http://www.pesterlloyd.net/2010_42/42verfassung/42verfassung.html

Der Präsident und die Verfassungsdebatte http://www.pesterlloyd.net/2010_46/46palschmittverfassung/46palschmittverfassung.html

Mehr zum Thema:

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x