(c) Pester Lloyd / 10 – 2012 NACHRICHTEN 08.03.2012
Zwar gingen die Umsätze des ungarischen Privatsenders RTL Klub im Jahre 2011 um 6% auf 99 Mio. EUR zurück, doch der Marktanteil der RTL Group (einer Bertelsmann-Tochter) in Ungarn ist noch immer beängstigend hoch und betrug im letzten Jahr in der "werberelevanten" Gruppe der 18-49jährigen fast 30%, nach 29% im Vorjahr. RTL verweist bei seinen Zahlen auf das "starke Wachstum" der Kabelkonkurrenz, so gingen auch die Anteile am Werbemarkt von 48,6 auf 47,9% zurück, das Ergebnis vor Steuern fiel um 15% auf 15 Mio. EUR. Billig, ok. Aber jugendgefährdend? Szene aus dem ung. Big Brother
Wirklich beeindruckend ist der Hinweis, dass von RTL Klub 2011 alle 100 meist gesehenen Sendungen stammten. In der o.g. Zielgruppe hatte der Sender an 348 von 365 Abenden die Nase vorn und konnte seinen Hauptrivalen, TV2 (ProSiebenSat1-Gruppe) bei den Einschaltquoten um 10,5 Prozentpunkte in der Hauptsendezeit abhängen.
Auf das Ergebenis drückten auch etliche Strafen der Medienbehörde, die sich in den letzten Jahren auf über eine Million EUR summierten und „jugendgefährdende Inhalte“ bei Reality-Serien vor allem aber bei Val Világ (Wahre Welt, das ung. Big Brother) abstraften. Blanke Busen und zotige Ausdrücke sahen die neuen Tugendwächter im Medienrat als jugendgefährdend an. Mit dem neuen Mediengesetz haben die großen Player sonst aber keine Sorgen, ihre Forderungen bei Werbeminuten und Product Placement haben sie in Hinterzimmern zur Zufriedenheit ausverhandelt, eine größere Medienvielfalt käme ihnen eher nicht so sehr zu pass und die lächerliche Performance des gleichgeschalteten Staatsfernsehens spielt ihnen eher noch in die Hände.
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