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(c) Pester Lloyd / 07 - 2010
POLITIK 17.02.2010
Rechtsextreme im Umfragehoch
Wenn am nächsten Sonntag Wahlen in Ungarn wären...
Neueste Umfragen haben einige Verschiebungen in der Unterstützung für die Parteien in Ungarn ergeben, jedoch keine Veränderungen in den grundlegenden
Mehrheitsverhältnissen. Die Diskussion um die Renten hat dem haushoch führenden Fidesz deutlich geschadet, da konnte auch die pathetische Rede des
Parteichefs und Spitzenlandidaten nicht viel retten. Jobbik auf Allzeithoch.
Aufmarsch der mittlerweile verbotenen, aber immer noch aktiven “Ungarischen Garde”, dem
militanten Arm der rechtsextremen Partei Jobbik.
Parlamentswahlen in Ungarn - April 2010 Welche Partei würden Sie wählen?
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Das relativ ernst zu nehmende Umfrageinstitut Szonda Ipsos hat unter den zur Wahl entschlossenen Bürgern nur
noch 58% Unterstützung für die nationalkonservative Partei von Viktor Orbán ausgemacht, noch einen Monat zuvor waren es 63%, was immerhin bedeutet, dass die
Partei nach dieser Projektion mal eben 230.000 Stimmen eingebüßt hätte. Allerdings konnten die vollständig korrumpierten Sozialisten von der MSZP so gut wie nicht von
diesem leichten Ausrutscher des Gegners profitieren, ihr Stimmenanteil bei den entschlossenen Wählern stieg lediglich von 21 auf 22%.
Den historisch höchsten Stand hingegen verzeichnet die rechtsextreme Partei Jobbik,
die von 12 auf 14% zulegte. Zwar erreichte sie bei den Europawahlen bereits 14,77%, ihre Umfragewerte für nationale Parlamentswahlen lagen aber meist um 10-12%.
Wenn man bedenkt, dass die Anhänger der extremen Rechten bei Fragen nach ihrer Wahlentscheidung traditionell gerne irre führen oder sich bedeckt halten, kann dem
demokratischen Ungarn am 15. April eine bittere Überraschung bevorstehen, auch wenn eine Fehlerquote bereits eingerechnet ist. Sollte die Wahlbeteiligung recht
niedrig bleiben, ist sogar ein Ergebnis von über 20% für Jobbik möglich.
Bei den kleinen Parteien, die vor allem mit sich und dem Kampf gegen die 5%-Hürde befasst sind, tut sich indes
wenig. das MDF (moderat-konservativ) hält bei 2%, LMP (grün-alternativ) bei 1%, ebenso die Liberalen (SZDSZ). Allerdings sind 43% der Befragten noch völlig unentschieden,
womit klar ist, welche Zielgruppe die bevorstehende heiße Kampagnenphase anzusteuern hat. Nur 46% sind sich überhaupt sicher zur Wahl zu gehen, 3 Punkte mehr als vor
einem Monat. Die höchste Mobilisierungsquote erreichen bisher ebenfalls die extrem Rechten: 76% der Anhänger von Jobbik werden wählen gehen, bei Fidesz 67%, bei den Sozialisten 61%.
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