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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 7/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 7 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Sowjetdenkmal in Budapest geschändet

17.02.2010 · Politik

Sowjetdenkmal in Budapest geschändet

Am Montag wurde – wieder einmal – das sowjetische Ehrenmal in Budapest geschändet. Der Zaun um das Denkmal am Budapester Freiheitsplatz wurde teilweise zerstört, an das Denkmal wurden mit Farbe Slogans wie „Mörder“, „1956“ und „Verräter“ geschmiert. Während fast alle Monumente der sozialistischen Zeit nach der Wende 1989/90 aus der ungarischen Hauptstadt entfernt und am Stadtrand in einen Skulpturenpark ausgelagert wurden, verblieb das Denkmal, das an die zigtausenden gefallenen Rotarmisten bei der Befreiung von Budapest vom Faschismus erinnert, aufgrund einer bilateralen Vereinbarung mit Russland an Ort und Stelle belassen. Es ist seit zwanzig Jahren regelmäßig Ziel von Angriffen rechtsextremer Gruppen, erst kürzlich wurde gegen einen Extremisten, der 2006 bei der Beschädigung beteiligt war, eine Geldstrafe ausgesprochen. Auch moderatere Gruppen fordern seit langem die Verlagerung des Monuments auf einen Friedhof.

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Rechnungsbetrügerring in Pécs aufgeflogen

18.02.2010 · Nachrichten

Die Polizei hat im südungarischen Pécs einen Betrügerring ausgehoben, der mit fingierten Rechnungen sowohl die Stadtkasse plünderte als auch das Finanzamt schädigte. Nach Mittelungen der ermittelnden Behörde wurden fingierte Rechnungen von rund 1 Milliarde Forint (ca. 3,7 Mio EUR) nachgewiesen, mit denen Lieferungen gefälscht und so unrechtmäßige Zahlungen lukriert worden seien. Das System bestand aus einem Geflecht von fast 100 Unternehmen, die benutzt worden seien, um Zahlungen zu verschleiern und so Steuern zu hinterziehen. Zunächst hat die Polizei zwei Personen verhaftet, über die vom Pécser Bezirksgericht Untersuchungshaft verhängt worden ist. Die Durchsuchungsaktion von Büros und Wohnungen dauerte den ganzen Mittwoch an.

Neues Öko-Hotel in Siklós

18.02.2010 · Wirtschaft

Neues Öko-Hotel im Süden von Ungarn

Der holländische Immobilieninvestor Grontmij Canor plant offenbar ein weiteres Großprojekt in Ungarn. Nach einer Meldung der „Új Dunántúli Napló“ wollen die Holländer im südungarischen Siklós bis Ende 2011 ein neues 4-Sterne-Hotel mit 200 Zimmern, nebst Shoppingcenter und Appartementanlage errichten. Die Investition solle sich auf rund 7 Milliarden Forint belaufen (knapp 26 Mio EUR). Das Unternehmen versucht, dafür auch Fördermittel der EU zu generieren, weil das Hotel besonders ökologisch ausgerichtet werden soll. Das Heizungssystem soll mit Geothermie betrieben werden, Elektrizität will man über Solaranlagen gewinnen. Das passende Grundstück für das Projekt habe man bereits von der Gemeinde erworben, zum Preis von 120 Mio Forint (ca. 440.000 EUR). Grontmij Canor hat unter anderem das Erlebnisbad Aquaworld in Budapest sowie Wohnparks, Supermärkte und Fabriken in Ungarn entworfen und gebaut.

Kein Listerien-Käse in Ungarn

18.02.2010 · Nachrichten

Ungarn ist vom dem Skandal um vergifteten Käse aus Österreich nicht betroffen. Das meldet das staatliche Amt für Lebensmittelsicherheit (MEBIH) in Budapest am Mittwoch. Das österreichische Gesundheitsministerium bestätigte bislang sechs Todesfälle, vier in Österreich, zwei in Deutschland, die auf den Verzehr der Käsesorten „Hartberger Bauernquargel“ und „Harzer Käse Reinhardsdorf“ der österreichischen Firma Prolactal GmbH zurückzuführen sind. Die beiden Produkte wurden von der Diskontkette Lidl vertrieben und enthielten eine hohe Konzentration an Listerien, Bakterien, die ein Gift bilden, dass vor allem für schon kranke Menschen tödlich wirken kann. Der vergiftete Käse wurde bereits 2009 verkauft, jedoch nicht in Ungarn.

Rába schafft erstmals wieder ein Plus

18.02.2010 · Wirtschaft

Rába Werke Ungarn erstmals wieder im Plus

Die traditionsreichen ungarischen Rába Werke, heute überwiegend als Autozulieferer aktiv, konnten im letzten Quartal des Jahres 2009 einen Gewinn ausweisen. Der Nettoüberschuss betrug 876 Mio Forint, während Rába zuvor massive Verluste hinnehmen musste. Für das Gesamtjahr weisst die Bilanz des Unternehmen immernoch ein Minus von jetzt aber nur noch 670 Mio Forint aus, während der Verlust 2008 noch 5,1 Milliarden Forint betrug. Im Gesamtjahr 2009 sanken die Umsätze um dramatische 58% auf knapp 34 Mrd. Forint. Das positive Ergebnis im letzten Quartal ist denn auch kaum einer Markterholung zuzuschreiben, sondern vor allem einem intensiven Kostensparplan. Operativ hatte das Unternehmen sowohl 2008 wie auch 2009 mit 1,1 Mrd. bzw. 746 Mio einen Gewinn vorzuweisen, riskante Fremdwährungsgeschäfte brachten das Unternehmen aber so tief in die Verlustzone.

Polizei hebt Waffenlager im Nordosten von Ungarn aus

18.02.2010 · Nachrichten

Ungarische Polizei hebt Waffenlager aus – acht Personen in Haft

Die Polizei hat am Mittwoch in Nordostungarn ein illegales Waffenlager ausgehoben. Der Polizeichef des Komitates Jasz-Nagykun-Szolnok berichtet von insgesamt 52 nicht registrierten Waffen und 44.000 Stück Munition in drei verschiedenen Verstecken in der Region. Bisher konnte noch nicht festgestellt werden, ob die Waffen bereits für Straftaten eingesetzt worden sind, acht Verdächtige sitzen im Zusammenhang mit dem Waffenfund in Untersuchungshaft. Bei dem Fund heandelt es sich sowohl um funktionstüchtige Minen aus dem Zweiten Weltkrieg, aber auch um Granaten und neue Gewehre sowie sogar um ein Teil eines Maschinengewehrs, dass für den MIG-15 Kampfjet gedacht ist. Die Verdächtigen hatten die Waffen zu Hause gelagert und erklärten, sie seien nur Sammler von Militaria. Tatsächlich waren manche im Besitz einer Waffenbesitzkarte für einige Jagdwaffen. Die Ermittler fanden zudem einen illegalen Schießplatz in der Nähe einer der Wohnungen.

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