(c) Pester Lloyd / 40 – 2009 FORSCHUNG 02.10.2009
Riesiges Gaslager für Notfälle eingeweiht
Am Donnerstag weihten der Ministerpräsident Ungarns, weitere Offizielle und der Vorstandschef der MOL, Zsolt Hernádi, das größte Notlager für Erdgas in Mitteleuropa ein. Man entschloss sich zum Bau der Anlage, wegen der massiven Gefährdung der Versorgung durch den Lieferstopp für russisches Erdgas durch die Ukraien. Da die politischen Unsicherheiten von Osten her weiter nicht augeschlossen werden können, bunkert Ungarn nun 1,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas unterirdisch in einer der modernsten Anlagen der Welt, wie der MOL-Vorstand betonte.
Das Projekt kostete insgesamt 150 Milliarden Forint (ca. 554 Mio EUR). 200 Millionen EUR wurden als Kredit von der Europäischen Entwicklungsbank (EBRD) vorgeschossen. Die Refinanzierung erfolgt über die Gaspreise der nächsten Jahre. Es wird betont, dass es sich bei dem Lager ausschließlich um eine Notreserve handelt, auf die nur der Energieminister über das Nationale Energiebüro (MEH) Zugriff hat. Ungarn benötigt im Winter, je nach Wetterlage rund 55 bis 70 Mio Kubikmeter Erdgas für staatliche, private und industrielle Abnehmer.
Bis Ende des Jahres soll das Lager befüllt sein. Die Anlage wurde bis zu 1.800 Meter tief in ein altes Gasfördergebiet gebaut und mit rund 200 Kilometern Pipelines vernetzt, der nächste Schritt sei nun die Vernetzung mit den mittelosteuropäischen Partnern, um im Notfall auch grenzüberschreitend helfen zu können. Während der letzten Krise im Januar half das Land u.a. Serbien und der Slowakei mit Lieferungen aus, weitere Hilfestellungen wurden aber durch die geringe Vernetzung untereinander erschwert.
Gaspreise in Ungarn fallen im Oktober um 10%
(Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 39/2009)
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




