(c) Pester Lloyd / 48 – 2009 NACHRICHTEN& 23.11.2009
nbsp; 27.11.2009 _______________________________________________________
Fragen und Bangen am Tag danach
Amoklauf in Pécs: Bangen um ein Opfer und Rätseln um die Gründe des Täters
Einen Tag nach dem Amoklauf in einer Fakultät der Janus Pannonius Universität im ungarischen Pécs, lichten sich einige Hintergründe der Tat, doch seitens der Behörden rätselt man immer noch über den Auslöser.
Fest steht, dass der 23jährige Student der Pharmakologie, der gestern einen Seminarsaal der Fakultät für Biochemie stürmte, einen 19jährigen Kommilitonen erschoss und drei weitere zum Teil lebensgefährlich verletzte, schon seit längerem unter psychischen Problemen litt und gegenüber seiner Umwelt mehrfach seine Abscheu über seine Studiengruppe und das Institut ausgedrückt hat. In der Nacht kämpften Ärzteteams in einer achtstündigen Notoperation um das Leben eines gleichaltrigen Studenten, dem fünf Kugeln entfernt werden mussten, er schwebt noch immer in akuter Lebensgefahr. Die Geschosse zerstörten große Teile seines Magen-Darm-Traktes, ein Projektil fand man auch in gefährlicher Nähe zur Wirbelsäule. Heute morgen wurde der Mann kurz aus seinem künstlichen Tiefschlaf geweckt, die Ärzte erklärten sich in einem Bulletin zufrieden mit dem Verlauf der Operation, mochten aber noch keine Prognosen abgeben. Sehr schwer sind auch die Verletzungen einer 55jährigen Putzfrau und eines Labormitarbeiters, beide sind aber wohl außer Lebensgefahr. Ein weiterer Student wurde leicht verletzt.
szólj hozzá: Gyász és gyertyák Pécsett
Nach der Mordattacke rannte der Täter gestern in ein nahegelegenes Klinikum, rief von dort die Polizei und ließ sich widerstandslos verhaften. Soweit bekannt, war er im Besitz eines Waffenscheines und besaß die Pistole, die zur Tatwaffe wurde, legal. Zeugen aus dem Umfeld des Mannes, der nähere Aussagen bisher verweigert, sprechen von einem introvertierten Typen mit Hang zu Alkohol und schwieriger Beziehungswelt. Am Donnerstagabend versammelten sich am Ort des Geschehens mehrere hundert Bürger von Pécs, um dem Opfer mit Kerzen, Blumen, Fotos und Karten zu gedenken und ihre Anteilnahme für das Schicksal der Verletzten auszudrücken.
Die Tat hat auch in Ungarn, die nach solchen Ereignissen üblichen Debatten über eine Verschärfung des Waffengesetzes, Sicherungsmaßnahmen an öffentlichen Bildungseinrichtungen und psychologischer Schulung von Lehrkräften ausgelöst.
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