(c) Pester Lloyd / 28 – 2010 NACHRICHTEN 16.07.2010
Slowakisches Kraftwerksprojekt nahe Tokaj gekippt
Das slowakische Ministerium für Bau und Regionalentwicklung hat in dieser Woche einen Einspruch des Energiekonzerns CES abgewiesen, der sich gegen einen ablehnenden Bescheid zum Bau eines Kohlekraftwerks im Süden des Landes richtete. CES wollte etwa 15 km von der slowakisch-ungarischen Grenze ein 885MW-Großkraftwerk für rund 1,3 Milliarden EUR errichten – nur einen Kilometer vom Stadtzentrum von Trebisov entfernt und mitten in den Weinhügeln des traditionsreichen Weingebietes von Tokaj gelegen, das sich auf beiden Seiten der heutigen Grenze erstreckt. Mehr als 10.000 Bürger der 22.000-Einwohner richteten sich in einer Petition gegen das Kraftwerksprojekt, auch die Weinbauern im Tokaj befürchteten massive Umweltverschmutzung, die Ruf und Qualität ihrer Weine und damit ihre Existenz bedroht hätte. Die Weinregion Tokaj, seit Jahrhunderten vor allem bekannt für ihre edelfaulen Dessertweinspezialitäten, ist wertmäßig für rund 10% des ungarischen Weinaufkommens zuständig. Der negative Bescheid der slowakischen Behörden gegenüber dem, z.T. staatseigenen Energiunternehmen kann auch als ein Zeichen des guten Willens gegenüber Ungarn gesehen werden, nachbarschaftlicher zusammenzuleben als das häufig in der Vergangenheit der Fall war.
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