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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 47/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 47 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

KDNP-Parteitag im Dezember

24.11.2010 · Nachrichten

Anfang Dezember wird der Juniorpartner der Parteienkoalition Fidesz-KDNP seinen Parteikongress abhalten. Die KDNP, dem Wortsinne nach christdemokratisch, den Inhalten nach jedoch eher fundamentalistisch, stellt in der Regierungskoalition durch ihren Vorstizenden Zsolt Semjén u.a. den Vizepremier. Es wird erwartet, dass die Parteispitze wiedergewählt wird, vermutlich wird auch Fidesz-Chef und Premier Viktor Orbán an dem Parteitag eine Rede halten. In den letzten Tagen gab es einige Meldungen über wachsende Spannungen zwischen den beiden Bruderparteien. Für Debatten unter den KDNP-Mitgliedern sorgen Forderungen seitens des Fidesz nach einer Doppelmitgliedschaft. Auch im Hinblick auf die Bildungspolitik kam es zu öffentlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen der KDNP-Bildungsministerin und dem bildungspolitischen Sprecher von Fidesz. Die KDNP engagiert sich neben dem „christlichen Werteleitbild“ vornehmlich um die Promotion der Interessen der Auslandsungarn.

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Ungarn verurteilt Angriff Nordkoreas

24.11.2010 · Nachrichten

Auch

Auch Ungarn hat den Angriff Nordkoreas auf eine südkoreanische Stellung und Ortschaft verurteilt. Das Außenministerium sprach von einer inakzeptablen „Aggression“ und erklärte „unsere Sympathie“ mit Südkorea. Man werde alle diplomatischen Anstrengungen zur Befriedung der Krise unterstützen, sagte Zsolt Németh, Staatssekretär im Außenamt. Der Außenminister János Martonyi rief Nordkorea dazu auf, von „jeder weiteren Provokation Abstand zu nehmen“ und seinen Beitrag für Frieden und Sicherheit in der Region zu leisten. Martonyi sprach den Familien der zwei getöteten Soldaten seine Anteilnahme sowie den 15 Verletzten Soldaten und zwei Zivilisten wünschte er gute Besserung.

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Preisdumping bei Milch: Strafen gegen Auchen, Tesco in Ungarn

24.11.2010 · Nachrichten

Strafen gegen Tesco und Auchan Ungarn wegen Preisdumping bei Milch

Die ungarische Tochter des französischen Handelskonzerns Auchan sowie die britische Konurrenz von Tesco ist vom ungarischen Landwirtschaftsministerium mit einer Wettbewerbsstrafe belegt worden. Im Falle von Auchan betrug diese umgerechnet ca. 20.000 EUR. Die Beamten fanden heraus, dass Auchan im September Milch aus Tschechien importiert hatte und diese unter dem Selbstkostenpreis von in Ungarn hergestellter Milch verkaufte. Die Preise in den Regalen lagen bei 115 bis 145 Forint je Liter (42-53 Cent), während einheimische Milch wenigstens zu 170-180 Forint (63 bis 70 Cent) verkauft werden muss, um kostendeckend zu sein. Während das Verfahren gegen Auchan schon abgeschlossen ist und die Strafe bezahlt wurde, werden die Sanktionen gegen Tesco erst im dezember verkündet. Mehr zum Thema:

Ernteausfälle verteuern ungarischen Wein

24.11.2010 · Nachrichten

Aufgrund der geringen Ernteerträge werden die Preise für Flaschenweine im kommenden Jahr um 8 bis 12% anziehen, schätzen Vertreter der Branche. Die in Ungarn noch weit verbreiteten Kanisterweine haben sich schon um rund ein Fünftel verteuert. Während normale Jahrgänge in Ungarn rund 3,5 Mio. Hektoliter Wein hervorbringen, wird die Produktionsmenge des 2010er auf nur ca. 2 Mio. Hektoliter geschätzt. Die geringen Erträge haben vor allem mit wetterbdeingten Ausfällen zu tun, im Frühjhar und Sommer schädigten Hagelschauer, Stürme, Überschwemmungen und zu viel Niederschlag in zu kurzer Zeit die Reben. Die Ernteausfälle betragen durchschnittlich ein Drittel, in manchen Regionen sind bis zu 80% der Reben unbrauchbar geworden. Aufgrund dessen wird Ungarn, so ein Verbandsvertreter, im nächsten Jahr wohl rund 1 Mio. Hektoliter Wein importieren. Rund 900.000 Hektoliter Wein werden in Ungarn jährlich in Flaschen abgefüllt, was rund 100 bis 120 Mio Flaschen entspricht. ca. 60% des Ertrages gehen als Kanisterwein zu Preisen von zum Teil unter 1 EUR / Liter an den Kunden. Abb.: eine Auswahl von Tokajern, Foto: Zwack Unicum

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Gewerkschaften in Ungarn planen gemeinsame Demo

26.11.2010 · Politik

Gewerkschaften in Ungarn kündigen gemeinsame Demo an

Einige Gewerkschaftsdachverbände in Ungarn haben für Samstag, 4. Dezember, zu einer Demonstration in Budapest aufgerufen, wenn die Gespräche mit der Regierung keine befriedigenden Ergebnisse bringen sollten. Das erklärte das „gemeinsame Verhandlungskomitee“ am Donnerstag. Allein die Existenz eines solchen ist in der sonst heillos zerstrittenen und oft auch politisch konkurrierenden Gewerkschaftslandschaft schon bemerkenswert. In dem Schreiben heißt es, dass „die meisten der neuen Gesetze und Verordnungen die Rechtssicherheit und Interessen der Arbeitnehmer verletzen.“ Der Haushaltsentwurf 2011 würde „Realeinkommensverluste für einen großen Teil der Arbeitnehmer“ bedeuten. Während die Geringverdiener weiter draufzahlen würden, kann die Schwarzwirtschaft weiter florieren, kritisieren die Gewerkschaften. Außerdem wird die „Umleitung“ der privaten Rentenbeiträge angeprangert und kritisiert, dass die Regierung eine „feindliche Atmosphäre gegen Angestellte im öffentlichen Dienst“ schaffe.

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Glocken aus der Mathias-Kirche in Budapest werden in Passau restauriert

26.11.2010 · Kultur

Zwei Glocken aus Buda auf dem Weg nach Passau

Zwei historische Glocken der Mathias-Kirche in Budapest, jenes Gotteshaus in der Budaer Burg, in dem u.a. Kaiserin Elisabeth (Sisi) zur ungarischen Königin gekrönt wurde, werden im kommenden Monat nach Deutschland geschickt, wo sie in Passau restauriert werden sollen. Die Aktion ist Teil der Generalüberholung der nach Rennaissance-König Mátyás benannten Kirche, deren ursprüngliche Errichtung auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Am Freitag werden die beiden Glocken aus dem Turm entnommen und auf einem offenen Transporter durch die Stadt gefahren, eine der beiden wiegt beachtliche 32 Tonnen und hat einen Durchmesser von 1,80 m. Die Stimmung der beiden Glocken, gegossen 1723 und 1891 hat über die Jahre einige Abweichungen erfahren und muss nachgestimmt werden. Die Glockengießerei Rudolf Perner in Passau hat bereits drei große und eine kleine Glocke für die Mathias-Kirche gegossen. Bis Ostern 2011 soll das gesamte Glockenwerk wieder einsatzbereit sein. Finanziert wird die Renovierung der Kirche, die Teil des UNESCO-Welkulturerbes des Budaer Burgberges ist, vom norwegischen Staatsfonds und aus Mitteln des 1. Budapester Bezirkes, teilte der Sprecher der Bischofskonferenz mit. Mehr zum Thema:

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