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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 3/2012

(c) Pester Lloyd / 3 – 2012 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Ungarischer Europaabgeordneter verbrennt Europafahne

15.01.2012 · Nachrichten

Einige Hundert Mitglieder und Sympathisanten der neofaschistischen Partei Jobbik demonstrierten am Samstag in Ungarn, vor dem Budapester Parlament sowie der EU-Vertretung, für "ein freies Ungarn" und forderten den Austritt des Landes aus der EU. Dabei verbrannten Jobbik-Mitlgieder, darunter auch der Europaabgeordnete Csanád Szegedi und der Parlamentsabgeordnete Elöd Novak (Foto) auf offener Bühne eine Europafahne

Nach den Worten der Redner, voran Jobbik-Chef Gábor Vona, erklärte die EU „in dieser Woche ganz offen den Krieg gegen Ungarn“. Das Land fahre besser außerhalb der Gemeinschaft. Auch im südungarischen Szeged gab es eine Kundgebung von Rechtsextremen, hier sprach der Antisemit István Csurka, Chef der Partei MIÉP. Während die Organisatoren der Budapester Veranstaltung von „über 2000 Teilnehmern“ sprachen, schätzen wir auf maximal eintausend. Auch Anhänger der Regierungspartei Fidesz machen sich übrigens die Jobbiksche „Kriegsrhetorik“ zu eigen, einige prominente Mitglieder, die als Scharniere zwischen den Nationalkonservativen und den Rechtsextremisten gelten können, haben für den 21. Januar zu einem „Friedensmarsch für Ungarn“ aufgerufen. Hier mehr dazu .

Vollständig und für immer – Jobbik will Macht in Ungarn ergreifen und droht mit Sturz des Systems

http://www.pesterlloyd.net/2010_03/03jobbik/03jobbik.html

Abgeordneter in Ungarn schändet Denkmal http://www.pesterlloyd.net/2011_47/47denkmal/47denkmal.html

Jobbikaufmarsch und Gegendemo in Nordostungarn http://www.pesterlloyd.net/2011_14/14jobbikdemo/14jobbikdemo.html

Wort und Totschlag – Wer ist und was will Jobbik? http://www.pesterlloyd.net/2009_24/0924jobbik/0924jobbik.html

Vorbestrafter Fidesz-Politiker wird PR-Chef beim öffentlichen Rundfunk in Ungarn

18.01.2012 · Nachrichten

Vorbestrafter Fidesz-Politiker wird PR-Chef beim öffentlichen Rundfunk Attila Várhegyi, ehemaliger Bürgermeister der ostungarischen Stadt Szolnok und Staatssekretär in der ersten Orbán-Regierung sowie ehemals Mitglied des Fidesz-Parteipräsidiums, wird die Öffentlichkeitsarbeit der MTVA, der zentralen Verwaltung des öffentlich-rechtlichen Runfunks, "unterstützen", heißt es in einer Aussendung der Medienbehörde vom Dienstag. Sein Vorgänger, László Szabó, verlässt seinen Posten als Kommunikationschef der Behörde "in gegenseitigem Einvernehmen". Anstelle eines neuen Kommunikationschefs wird Várhegyi mit seiner Firma die Aufgaben übernehmen

Várhegyi wurde vor einigen Jahren wegen kriminellen Immobiliengeschäften, die der Stadt Szolnok einen amtlich festgestellten Schaden von 154 Mio. Forint (heute ca. 500.000 EUR) beschert hatten, zu einer Haftstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt und musste seinen kommunalen Posten räumen. Danach gründete er ein Kommunikationsunternehmen, die Prestige Media Kft., die, im Auftrag des Fidesz mehrere Wahlkampagnen unterstützte, darunter die von Zsolt Páva, dem Bürgermeister von Pécs und auch den Fidesz-nahen Medien Echo TV und Magyar Hírlap zuarbeitete.

Várhegyi kommentierte seine Ernennung damit, dass es eine „herausragende Ehre“ sei und es viel zu tun gäbe. Die MTVA hat zunächst einen Vertrag über ein halbes Jahr mit seiner Firma abgeschlossen, über die Höhe und die genauen Aufgaben wurde Stillschweigen vereinbart, wiewohl die MTVA stets betont, ein „neues, transparentes System“ einführen zu wollen. Várhegyi hätte, so heißt es in der Aussendung der Medienbehörde, für die Ausschreibung das „genaueste und günstigste Angebot“ vorgelegt. red.

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