(c) Pester Lloyd / 42 – 2010 NACHRICHTEN 19.10.2010
25% der Ungarn gelten als hungernd
Mit einer dramatischen Zahl lässt das ungarische Ministerium für Nationale Entwicklung aufhorchen. Nach eigener Berechnung müssen 25% der Ungarn als „hungernd“ gelten, sagte der Abteilungsleiter des nämlichen Ministeriums, László Vajda, auf einer Pressekonferenz anlässlich des Welternährungs- bzw. Welthungertages. Festgemacht wird diese erschreckende Zahl daran, „dass sich jeder vierte Einwohner nicht wenigstens jeden zweiten Tag Fleisch leisten kann“, so der Ministerialbeamte. Zwar sei die Zahl der damit offiziell als „hungrig“ Geltenden rückläufig, liegt aber deutlich über den Vergleichswerten der anderen Visegrád-Staaten Polen, Slowakei und Tschechien und noch viel höher als der EU-Schnitt von 9,5%. Was dazu geführt hat, dass Ungarn in dieser Statistik einen derart beschämenden Wert erreicht, dazu ließ sich der Beamte nicht weiter aus. 2004 trat das Land einem mit 500 Mio EUR ausgestatteten EU-Hilfsprogramm bei, woraus man jährlich 14-15 Mio. EUR erhält. Antal Molnár, Vizepräsident der Food Bank ergänzte, dass seine Organisation allein im letzten Jahr 3.425 Tonnen Lebensmittel sammeln konnte, bzw. musste, um 420.000 Menschen zu helfen. Der Gegenwert der Sammlungen liege bei rund 3,5 Mio. EUR. Besonders dramatisch ist die Lage im Osten, bzw. Nordosten des Landes vor allem auch bei Schulkindern.
Zum Thema:
Milchmädchenrechnung – Sep. 2010
Ein Glas Milch gegen einen Systemfehler: Hungernde Kinder in Ungarn Der verdrängte Skandal – Jan. 2010
Obdachlosigkeit in Ungarn: die Krise ist auf der Straße angekommen
Ein täglich Brot – Die Foodbank in Budapest – Dez. 2008 http://www.pesterlloyd.net/budapest2009/foodbank/foodbank.html
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