(c) Pester Lloyd / 17 – 2017 WIRTSCHAFT& 24.04.2017

nbsp; 24.04.2017
Eine von Orbáns Strohmann Lörinc Mészáros kontrollierte Tochtergesellschaft der Konzum-Gruppe (KZF Vagyonkezelö) hat 6% an der FHB Bank von der Allianz SE erworben. Damit beteiligt sich der innere Business-Zirkel Orbáns direkt an einer weiteren Bank, die zuvor Spielwiese von lokalen Oligarchen war. FHB-Vorstandschef Zoltán Speder schied im Vorjahr von seinem Posten und verkaufte hektisch auch seinen 14%-Anteil an der Bank, um „staatlichen“ Ermittlungen zuvorzukommen.
Spéder war kürzlich noch Eigner der sehr regierungskritischen News-Webseite index.hu, portfolio.hu und pénczentrum.hu und gehört zum Umfeld des Oligarchen Simicska, der seit 2015 im Krieg mit Orbán ist. Die FHB-Bank, die ihren Beinamen „Die Familienbank“ nun mehr als je zuvor ru Recht trägt, tätig und schluckte 2013 die reverstaatlichte Takarékbank, ein Coup, bei dem Spéder federführend war, der aber nun mit Simicska zusammen in Ungnade fiel. Damals ging es im Wesentlichen um die Zwangskollektivierung, Verstaatlichung der Spargenossenschaften unter Parteiaufsicht. Dazu alles in diesem Beitrag.
Mehr als 50% des ungarischen Bankenmarktes wird bereits direkt oder indirekt von der Orbán-Nomenklatura kontrolliert, von Marktführer OTP des Oligarchen Csányi, über die verstaatlichte und reprivatisierte MKB, die mehr oder weniger beschlangnahmte BB bis hin zu einem Anteil an der österreichischen ERSTE. Die staatliche Nationalbank und Eximbank sind ohnehin Werkzeuge zur Finanzierung des Orbánschen Mafiageflechts.
Lörinc Mészáros, einst einfacher Klempner in Orbáns Heimatort und Freund des Premiers und dessen Familie , wurde dort Bürgermeister, Vorsitzender des Puskás-Fußballklubs und dann aus dem Stand Milliardär: Pizza-Betreiber, schließlich Großgrundbesitzer, Immobilienhändler und -entwickler, Bauunternehmer mit Aufträgen im dreistelligen Millionen-EUR-Bereich, ihm gehören mittlerweile eine Mediengruppe , eine Hotelgruppe mit 16 Häusern , fast alle Balaton-Campingplätze, aber eben auch 19% an der Konzum-Gruppe. Seine Firmen reparieren auch die Eisenbahnschranken für die Staatsbahn , auch im Business des Baus des Eisernen Vorhangs sind sie tätig. Er gilt sozusagen als Orbáns Gutsverwalter (einer von mehreren) für die in Ungarn befindlichen Vermögenswerte, für die im Ausland befindlichen hat Orbán andere Leute.
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