(c) Pester Lloyd / 22 – 2017 NACHRICHTEN 02.06.2017
„Die ungarische Regierung wird alle erdenkliche Hilfe leisten, um möglichen ungarischen Zulieferern Zugang zum Erweiterungsprojekt des AKW Paks zu zu garantieren.“ Das sagte der für das 13 Milliarden Euro schwere Projekt zuständige Minister und ehemalige Paks-Vorstandschef János Süli.
Laut Süli sollen bis zu 40% der Aufträge an Subunternehmen an ungarische Firmen gehen, daher lohne es sich für jene, sich gemeinsam um Aufträge zu bewerben, z.B. bei der Bauausführung sowie dem Transport von Zubehör und Materialien.
Zu dieser Aussage passt die Information, dass sich Orbáns wichtigster Strohmann, Lörinc Mészáros , gerade in ein ungarisch-slowakisches Konsortium eingekauft hat, das sich mit sekundärer Atomsicherheit und Baumaterialien sowie dem Transport für den AKW-Bau befasst.
Da die Unterlagen über die Auftragsvergaben, zumindest deren eventuell pikante Details aus Gründen der „nationalen Sicherheit“ 30 Jahre lang der Geheimhaltung unterliegen , besteht kaum die Gefahr, dass eventuelle Querverbindungen in den Kosmos der Orbánschen Günstlings- und Oligarchenwirtschaft vor der Zeit an die Öffentlichkeit gelangen.
Gerade erst hatte Premier Orbán Russlands Präsident Putin telefonisch über den Fortgang des Projektes informiert, dass Russland mit einem 10 Milliarden Euro-Kredit in der Hauptsache finanzieren wird. Ungarische Behörden hatten kürzlich Einsprüche gegen die umweltrechtliche Genehmigung abgewiesen, die Wahlbehörde sämtliche Begehren nach Referenden abgeschmettert.
Die letzten Hürden seitens der EU wurden bereits im März beseitigt , auch Dank der innerhalb und außerhalb der EU tätigen Atomlobby rund um Kommissar Oettinger und Ex-Daimler-Vorstand, „Mr. Russland“, Mangold. Laut Außenminister Szijjártó gegenüber Sputnik-News wird der eigentliche Baubeginn in 18 Monaten sein. Im Raum steht noch eine Klage Österreichs vor europäischen Gerichten.
Irritationen gab es kürzlich, als Orbáns Kabinettschef, Minister Lázár, amerkte, dass das ungarische Schuldenamt ÁKK, trotz des russischen Kredites, auf dem internationalen Markt je nach Bedarf nach günstigen Finanzierungsmöglichkeiten Ausschau halten würde, was als Hinweis gewertet wurde, Moskau könnte die Ungarn zu mehr politischer Einflussnahme im Sinne des Kreml in der EU angemahnt haben. Der russische Kredit ist mit einem Zins von durchschnittlich 4,5% belegt, weit über dem, was der internationale Finanzmarkt in vergleichbaren Projekten zu bieten hat. Außerdem sind im Haushaltsgesetz 2018 mehrere hundert Millionen Euro für Paks reserviert, während der russische Kredit dort nicht aufscheint.
Bei einer gemeinsamen Sitzung mit den Vertretern von Rosatom, Andrey Mazin sowie dem russischen Botschafter in Ungarn, Vladimir Sergeyev, versicherten sich beide Seiten, dass das Projekt „das sicherste AKW“ überhaupt sei und der Ausbau „in transparenter Form“ von Statten gehen würde, „Subunternehmen werden die notwendigen Informationen erhalten.“
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