(c) Pester Lloyd / 20 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Strafen für RTL-Realityshow in Ungarn
16.05.2011 · Medien
Strafen für RTL´s ”Big Brother” in Ungarn Der ungarische Medienrat spricht gegen den Fernsehsender RTL Klub Geldstrafen am Fließband aus. Dabei geht es um die ungarische Version von “Big Brother”, „Való Világ“ („Echte Welt“), bei der immer wieder Verstöße gegen das Mediengesetz festgestellt worden sind. Mittlerweile gab es dazu 127 schriftliche Beschwerden bei der Medienbehörde NMHH, die allein die vierte Staffel betrafen.
Huhuuu, wie grauslich: Achtung, alle unter 16 wegschauen: Szene aus dem ung. Big-Brother-Haus,
wo – so der Titel – das echte Leben tobt…
Dabei geht es um Klagen über (sexuelle) „Obszönitäten“, „Aggressivität“, „Rauchen und Saufen“ und andere moralische Entgleisungen, die dem Publikum nicht gefallen. Der Medienrat verhängte verschiedenste Einzelstrafen gegen den Sender, der in Ungarn Marktführer ist und zur RTL Group des deutschen Bertelsmann Konzerns gehört. RTL habe den Schutz Minderjähriger nicht beachtet und falsche Altersempfehlungen für die Ausstrahlungen gegeben. Die Geldbußen summierten sich bereits zu 144 Mio. Forint, ca. 540.000 EUR, was den Sender aber wenig beeindruckt. Die Skandalisierung durch Medien und Medienrat beschert hervorragende Einschaltquoten, was wiederum entsprechende Werbebuchungen nach sich zieht.
Staat holt sich 25%igen Anteil an Herend zurück
19.05.2011 · Wirtschaft
Ungarn holt sich 25%igen Anteil an Herend zurück Anfang der Woche beschloss das ungarische Parlament den Rückkauf eines 25%igen Anteils an der Porzellanmanufaktur Herend. Dreiviertel der Anteile bleiben beim Management, ein kleinerer Teil bei den Angestellten. Die Regierungsparei Fidesz erklärte Herend in dem verabschiedeten Gesetz zum „Hungarikum“, einen einzigartigen Teil der ungarischen Kultur, der des Schutzes und der Bewahrung bedarf, „für kommende Generationen“. Hier könnte man nachfragen, warum sich Ungarn dann keine Anteile der Pick Szalami oder dem Zwack Unicum sichert, die ganz sicher auch die Kriterien erfüllen. Die Herender Porzellanmanufaktur wurde 1826 gegründet und hat sich mit Serien von feinstem, stets handbemaltem oder vergoldetem Porzellan weltweit einen Namen gemacht. Exportiert wird in 60 Länder, speziell in die USA, Japan, Italien und Großbritannien. Herend hatte 2010 Einnahmen von knapp 5 Milliarden Forint zu verbuchen, eine Steigerung um 10% verglichen mit 2009 und machte einen kleinen Gewinn. Die andere große Porzellan- bzw. Keramikmarke Zsolnay sucht noch immer nach einem ebenso potenten wie patriotischen Investor und hängt weiter am Tropf der Pécser Stadtverwaltung. Zum Thema:
Minister verkündet Ende der Privatisierungen http://www.pesterlloyd.net/2011_20/20privatisierungen/20privatisierungen.html
Ungarn schenkt William und Kate Herender Porzellan http://www.pesterlloyd.net/2011_17/17herendengland/17herendengland.html
Herend kommt gut aus der Krise http://www.pesterlloyd.net/2010_33/33herend/33herend.html
Zsolnay muss ohne Staatshilfe auskommen http://www.pesterlloyd.net/2010_47/47zsolnay/47zsolnay.html
Ungarisches Komitat Heves ist offiziell zahlungsunfähig
19.05.2011 · Nachrichten
Komitat Heves ist offiziell zahlungsunfähig Die Komitatsverwaltung von Heves musste – als erstes Komitat in jüngerer Verangenheit – offziell ihre Zahlungsunfähigkeit erklären und sich einem gerichtlichen Insolvenzverfahren stellen. Der Komitatsrat in Eger stellte diese Zahlungsunfähigkeit jedoch erst fest, nach dem ein privates Unternehmen Insolvenzantrag gegen das Komitat wegen offener Rechnungen gestellt hatte. Die nicht bezahlten Rechnungen im laufenden Haushaltsjahr belaufen sich für Heves derzeit auf etwa 1,7 Milliarden Forint (ca. € 6,35 Millionen), insgesamt hat der Verwaltungsbezirk Heves ein Minus von 7,5 Milliarden HUF in den Büchern, etwas mehr als 28 Millionen Euro. Die Fidesz-Komitatsführung macht für die Finanzlöcher ausschließlich die Misswirtschaft der politischen Vorgänger verantwortlich. Gerichtlich bestellte Insolvenzverwalter sollen die Angelegenheiten nun sortieren helfen, Geldspritzen von der Zentralregierung sind nicht vorgesehen, im Gegenteil, diese beschränkt die Kompetenzen der Komitate weiter, bürdet ihnen aber immer mehr Aufgaben auf, was die Kommunen immer stärker in finanzielle Abgründe blicken lässt, kurz: sie setzt in gewisser Weise die Politik der Vorgänger fort. Zuletzt gingen in Esztergom die Lichter aus, nachdem der dortige Ex-Bürgermeister (diesmal einer vom Fidesz) Gelder verschwendet, mutmaßlich auch veruntreut hatte und für neue Kredite sogar karitative Stadteinrichtungen verpfändet hatte.
Kommunen vor der Pleite – Apr 2011
Demokratie im Dunkeln – Nov. 2010
Warum in Esztergom die Lichter ausgegangen sind http://www.pesterlloyd.net/2010_47/47esztergom/47esztergom.html
Finanzaufsicht in Kroatien wirft MOL Manipulation vor
19.05.2011 · Politik
Die kroatische Finanzaufsicht HANFA hat jetzt ihre Vorwürfe gegen die MOL konkretisiert und wirft dem ungarischen Energiekonzern vor, beim Bemühen um den Erwerb der Mehrheit des ehemaligen Staatskonzerns INA, unlautere Methoden angewendet zu haben. Die HANFA spricht in einer öffentlichen Einschätzung von "Marktmanipulationen" im Zusammenhang mit dem öffentlichen Übernahmeangebot für 8% der Aktien der INA seit Dezember. Man habe falsche Zielpreise lanciert und über Strohmänner versucht den Aktienkurs zu manipulieren
MOL hält derzeit offiziell 47,75% an der INA, der kroatische Staat 44,84%, den Rest teilen sich Kleinaktionäre und Institutionelle wie z.B. einer der Pensionsfonds der kroatischen Kriegsveteranen. Die MOL bezichtigt im Gegenteil andere Marktteilnehmer der Manipulation, die den Aktienpreis spekulativ in die Höhe treiben wollten als man von dem Übernahmwunsch erfahren hatte. Die MOL habe die HANFA über den Kauf von 21.000 Aktien über Broker informiert. Insider gehen jedoch davon aus, dass MOL knapp vor der Erlangung der strategisch wichtigen Mehrheit von über 50% steht.
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