(c) Pester Lloyd / 47 – 2010 NACHRICHTEN 24.11.2010
Zsolnay muss ohne Staatshilfe auskommen
Trotz eines geplatzten Geschäftes, sieht der neue Besitzer des traditionsreichen ungarischen Porzellan- und Keramikherstellers Zsolnay in Pécs nicht den Betrieb gefährdet. Für Aufsehen sorgte 2009 eine Nachricht, als das schwedische Möbelhaus IKEA jährlich 5.000 Tonnen Massenware, Teller, Tassen etc. bestellt hat und mit dem damals noch staatlichen bzw. städtischen Mehrheitseigentümer einen Vorvertrag über sieben Jahre schloss. Daraufhin strengte das Management eine Investition von rund 3 Mrd. Forint (ca. 11 Mio EUR) an, wovon rund die Hälfte aus EU- und Staatsbeihilfen fließen sollten. Am Montag zog der ungarische Staat seine Beteiligung jedoch per ministeriellem Dekret zurück, weil man Gewahr wurde, dass IKEA die Unterzeichnung des endgültigen Vertrages immer weiter hinausschob. Damit sei aber die Grundlage der Subventionierung nicht mehr gegeben. Das Management erklärte hingegen, dass dem neuen Eigentümer von Zsolnay, dem Immobilienunternehmer Gellért Jászai der IKEA-Auftrag ohnehin gegen seine Vision von der Zukunft von Zsolnay ging. Seiner Auffassung sollte das Unternehmen, das unter Sammlern in der ganzen Welt einen exclusiven Ruf genießt, sich auf seine Wurzeln konzentrieren und feines Porzellan und Porzellanelemente herstellen. 2009 setzte Zsolnay 740 Mio Forint (2,7 Mio. EUR) um und erwirtschaftete dabei Verluste von 150 Mio Forint. (ca. 540.000 EUR). In diesem Jahr werden 1 Mrd. Forint, ca. 3,5 Mio EUR Umsatz erwartet, im kommenden Jahr bereits 2 Mrd. HUF. Derzeit arbeiten rund 250 Menschen für das Unternehmen. Lange fand die Stadt Pécs keinen qualifizierten Investor für das Unternehmen, das vor allem in der Zeit der Secession stilprägend in der Region war.
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